1. NRW
  2. Städte
  3. Hückeswagen

Hückeswagener Projekt „Start“ im ehemaligen Wohnwerk

Ökumenische Initiative in Hückeswagen : Projekt „Start“ im ehemaligen Wohnwerk

An der Montanusstraße hat das Projekt der Ökumenischen Initiative aus Wipperfürth seit September in Räumen des OGB-Gebäudes ein neues Zuhause gefunden.

Das Projekt „Start“ der Ökumenischen Initiative aus Wipperfürth richtet sich an junge Menschen, die auf konventionellem Weg nicht oder nur schwer erreichbar sind, und begleitet sie auf dem Weg zum Schulabschluss. Entwickelt wurde das Projekt vor mehr als zehn Jahren von Wolfgang Naumann, der es auch bis Februar 2021 geleitet hat. Seit 1. März hat Loredana Baur die Projektleitung übernommen, die seit September 2018 im pädagogischen Team mitarbeitet. Mit Corona einher ging die Suche nach neuen Räumen, in denen die Unterrichtsstunden stattfinden konnten. „Bis März 2020 fanden diese im Pfarrheim der Katholischen Kirchengemeinde St. Nikolaus in Wipperfürth statt“, sagte Gerhard Kürten, Geschäftsführer der Ökumenischen Initiative am Dienstagvormittag im ehemaligen Wohnwerk an der Montanusstraße. Denn dort ist, auf jeden Fall für die kommenden zwei Jahre, der neue Standort des Projekts angesiedelt. Übergangsweise hätten die Treffen im ATV-Heim in Hückeswagen oder im Haus des Bürgervereins Düsterohl in Wipperfürth stattgefunden.

  • Das Café KiWie ist ein zwangloser
    Information und Podiumsdiskussion : Integration von Flüchtlingen in Hückeswagen – gelungen?
  • Wahllokale, Kandidaten, Parteien : Was Sie zur Bundestagswahl 2021 in Hückeswagen wissen müssen
  • Im Einsatz (v.l.): die Azubis Nico
    Sozialer Tag in Hückeswagen : Auszubildende blicken über Tellerrand

Auch eine neue Finanzierung sei nötig geworden, sagte Kürten. „Eine dauerhafte Finanzierung durch die Hans-Hermann-Voss-Stiftung ist der Statuten wegen nicht möglich. Die Städte Wipperfürth, Hückeswagen und Radevormwald haben das Projekt ebenfalls finanziert“, sagte Kürten. Nun würden jedoch 70 Prozent der Kosten vom Jobcenter getragen, 30 Prozent vom Oberbergischen Kreis.

Seit 30. August ist das neue Team um Loredana Baur im ehemaligen Wohnwerk an der Montanusstraße eingezogen. „Wir haben die Orangerie gemietet sowie einen Flur und ein Büro im zweiten Obergeschoss“, sagte Kürten. Die neuen Räume seien sehr hell und ansprechend gestaltet. So könne das niedrigschwellig Ganztagesangebot für bis zu 32 junge Frauen und Männer in einer angenehmen Atmosphäre gestaltet werden. „Zusammen mit mir sind noch drei pädagogische Kräfte im Team: Alexander Besgen ist für den Themenbereich Erlebnispädagogik und Sport zuständig, Sebastian Eigen für audiovisuelle Projekte und Förderung und Julia Weisz für die naturwissenschaftlichen Themen“, sagte Loredana Baur.

Die jungen Frauen und Männer würden aus weiten Teilen des Oberbergischen Kreises kommen. „Wir haben Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Lindlar, Reichshof, Engelskirchen, Marienheide, Radevormwald, Hückeswagen und Wipperfürth“, sagte die pädagogische Leiterin. Der Besitzer des Gebäudes, die Oberbergische Gesellschaft zur Hilfe für psychische Behinderte mbH (OGB), habe zudem angeboten, die OGB-Einrichtungen im Haus Sonnenberg oder am Wohnzentrum Lindenhof für Start-Projekte zu nutzen. „Aber der Hauptteil unserer Arbeit wird hier stattfinden“, sagte Kürten.

Und diese sei sehr niederschwellig, sagte der Geschäftsführer. „Von Montag bis Donnerstag kümmern sich die Teilnehmer um die Zubereitung des Frühstücks und des Mittagessens sowie um die Raumpflege inklusive der Sanitärbereiche“, sagte Kürten. Außerdem gehörten natürlich die theoretische Vorbereitung auf einen Schulabschluss zur Projektarbeit. „Es gibt weitere Aktivitäten, wie etwa Sport oder Werk- und Bastelarbeiten“, sagte Sebastian Eigen. Dafür stehe ein eigener Werk- und Bastelraum zur Verfügung. „Wir waren auch bereits im Kletterpark und wollen eine Fußballmannschaft ins Leben rufen“, sagte er.

Wolfgang Naumann, der das Projekt vor gut zehn Jahren entwickelt hatte, wolle sich übrigens nicht ganz aus dem Start-Bereich zurückziehen. „Er ist derzeit dabei, im südlichen Teil des Oberbergischen Kreises ein ähnliches Projekt aufzuziehen“, sagte Kürten. Was durchaus nötig sein könnte, denn derzeit seien alle 32 Plätze in Hückeswagen bereits belegt. „Wir haben bereits eine Warteliste, von der die jungen Frauen und Männer ins Projekt nachrücken, sobald ein Platz frei wird, weil jemand eine Anschlussmaßnahme des Jobcenters oder der Agentur für Arbeit – oder eine Arbeits- oder Ausbildungsstelle antritt“, sagte Kürten.