1. NRW
  2. Städte
  3. Hückeswagen

Hückeswagener Portugiesin auf der Gewinnerseite

Hückeswagen und die Fußball-EM : Portugiesin auf der Gewinnerseite

Seit fast 40 Jahren lebt die gebürtige Portugiesin Maria Pelagio-Müller in Deutschland. Bei der Fußball-EM rechnet sie den Mannschaften aus Portugal und Deutschland gute Chancen ein – sieht die Portugiesen jedoch leicht vorne.

Wenn die deutsche Fußball-Nationalmannschaft am Samstag gegen die Portugiesen spielt, bedeutet das für Maria Pelagio-Müller nicht gleichzeitig ein Interessenkonflikt. Als gebürtige Portugiesin, die seit fast 40 Jahren in Deutschland lebt, schwenkt die 57-Jährige einfach beide Flaggen. „Ganz egal wie es ausgeht, ich gewinne immer“, sagt Maria Pelagio-Müller und blickt dem Gruppenspiel der beiden Nationalmannschaften optimistisch entgegen. Von Fußball habe sie zwar nicht viel Ahnung, wenn man sie aber nach einem Tipp zum Ausgang des Spiels fragt, hat ihrer Meinung nach Portugal als amtierender Europameister einen leichten Vorsprung. 2:1 für Portugal lautet daher ihr Tipp. „Die Mannschaften haben so ziemlich die gleichen Chancen, daher könnte es auch unentschieden ausgehen“, sagt sie.

Für Maria Pelagio-Müller spielt es sowieso keine Rolle, wer die meisten Tore schießt. Sie freut sich auf ein privates Public Viewing mit den Nachbarn und damit der Hofgemeinschaft in Wefelsen, direkt am Ufer der Bever-Talsperre. „Jetzt, wo viele schon gegen Corona doppelt geimpft und getestet sind, geht das ja wieder, und wir achten schon sehr darauf, dass sich niemand ansteckt“, betont sie. Dann werden Beamer und Fernseher aufgebaut und die Bierzeltgarnituren geschmückt. Natürlich dürfen bei solchen Gelegenheiten auch die Aioli-Knoblauchcreme und die würzige Chouriço-Wurst nicht fehlen.

 Selbst die Blumenkästen hat Maria Pelagio-Müller in Wefelsen mit den Flaggen beider Länder geschmückt.
Selbst die Blumenkästen hat Maria Pelagio-Müller in Wefelsen mit den Flaggen beider Länder geschmückt. Foto: Maria Pelagio-Müller
  • EM-Spiel am Samstag : Das müssen Sie über Deutschlands Gegner Portugal wissen
  • Joachim Löw stellt seine Mannschaft auf
    Mut im Mittelfeld, Tempo in der Offensive : So könnte das DFB-Team Portugal schlagen
  • Der Weg führt nach Oben: Ciro
    Zwei Siege, sechs Tore : Was Italien bei der EM so stark macht

Einige Spiele der Fußball-EM wird sie im Süden Portugals verfolgen, wo sich die Familien aus beiden Ländern zum gemeinsamen Sommerurlaub treffen. Der portugiesische Teil der Familie ist jedoch wesentlich fußballaffiner und verfolgt dementsprechend emotional die Spiele im TV. „Da ist es schwer zu sagen, wer am lautesten schreit“, berichtet Maria Pelagio-Müller und lacht. Tochter Mia Stella (17) beteiligt sich auch an den Freundschaftsspielen, bei denen Familienmitglieder und Freunde gemeinsam auf dem Fußballplatz stehen und gegeneinander antreten. Ihr Heimatland besucht die 57-Jährige regelmäßig, außer im Corona-Jahr 2020. Jetzt sei das Reisen in den Süden wieder möglich, wenn auch mit Tests oder Impfung. Geboren ist Maria Pelagio-Müller in Lissabon. 1982 verschlug sie die Liebe nach Starnberg. „Mein Ex-Mann war in Portugal im Urlaub und hat mich importiert“, berichtet sie von ihrer Auswanderung. Heute lebt sie mit ihrem zweiten Ehemann in Wefelsen, wo das Paar den Campingplatz „Campissimo“ an der Bever-Talsperre betreibt. Die Patchwork-Familie hat sechs Kinder zwischen 17 und 35 Jahren, mehrere Enkel und einen Familienhund. Fußball spielt von ihnen jedoch keiner. Falls Deutschland und Portugal bei der EM eine gute Figur machen und weiterkommen, könnte sich die gebürtige Portugiesin auch ein zweites Zusammentreffen der Mannschaften in den Finalspielen vorstellen. Für sie wäre das nur von Vorteil: Denn Maria Pelagio-Müller freut sich so oder so – egal, wer von beiden Ländern letztendlich gewinnen wird.