Tag der offenen Tür an der Hückeswagener Musikschule Orientierungshilfe für das erste Instrument

Hückeswagen · Beim Tag der offenen Tür an der Musikschule können sowohl Kinder als auch Erwachsene verschiedene Instrumente ausprobieren. Sie erhalten darüber hinaus Einblicke in die Musikalische und Tänzerische Früherziehung.

 Dozentin Sabine Schmelzer-Beversdorff zeigt dem elfjährigen Paul Krieger, wie er das Saxofon richtig hält – ganz schön schwierig. Die Entscheidung für ein Instrument fällt ihm nicht leicht.

Dozentin Sabine Schmelzer-Beversdorff zeigt dem elfjährigen Paul Krieger, wie er das Saxofon richtig hält – ganz schön schwierig. Die Entscheidung für ein Instrument fällt ihm nicht leicht.

Foto: Heike Karsten

Musik ist toll – umso mehr, wenn man sie selbst machen kann. Die Entscheidung, welches Instrument für einen persönlich das richtige ist, fällt hingegen oftmals schwer. Die Musikschule Hückeswagen bietet jedoch zahlreiche Orientierungsmöglichkeiten an. So zum Beispiel mit dem Instrumentenkarussell an den Grundschulen, bei dem Schüler die verschiedenen Instrumente nicht nur kennenlernen, sondern im Wechsel auch selbst für einige Wochen ausprobieren dürfen. Kleine Konzerte und Klassenvorspiele im Forum und Heimatmuseum bieten ebenfalls Einblicke in den Unterricht und verdeutlichen anschaulich die Lernerfolge.

Eine weitere Entscheidungshilfe bietet der Tag der offenen Tür, den die Musikschule einmal im Jahr zwischen den Sommer- und Herbstferien anbietet, so wie am vergangenen Sonntag. Der Instrumentenparcours ist dabei besonders beliebt. Wer alle Stationen durchläuft, erhält mit seiner vollen Stempelkarte einen Gutschein für eine Schnupperstunde an dem Instrument seiner Wahl. Zur Auswahl stehen am Sonntagnachmittag Blockflöte, Geige, Saxophon, Akkordeon, Trompete, Gitarre, Klavier und Klarinette.

Nicht nur die Musikschuldozenten sind vor Ort. Einige Schüler zeigen ihr Können direkt am Instrument, so wie der 13-jährige Robert Pohl am Klavier. Die Brüder Paul (11) und Theodor (6) aus Wipperfürth bekommen von Musikstudentin Esin Büyükyorlmaz gezeigt, wie die Finger richtig auf die Tasten gelegt werden. Nach wenigen Minuten können sie das Kinderlied „Alle meine Entchen“ spielen. Vater Michael Krieger bekommt beim Zuschauen Lust, selbst nochmal ein Instrument zu lernen. „Ich wollte als Kind Schlagzeug spielen, aber es hat sich nicht ergeben“, sagt er.

Schlagzeug und Querflöte sind zwei Instrumente, die diesmal nicht ausprobiert werden können, da die Musikschule hierfür derzeit auf der Suche nach Lehrern ist. „Der Fachkräftemangel ist deutlich bei uns angekommen“, berichtet Musikschulleiter Eckhard Richelshagen. Mit der Zahl der Besucher, die sich auf den verschiedenen Etagen der Musikschule im Haus Zach verteilen, zeigt er sich sehr zufrieden. Die Kinder in Begleitung ihrer Eltern sind dabei deutlich in der Überzahl. „Ich könnte mir vorstellen, dass sich die Erwachsenen nicht so recht trauen“, vermutet Richelshagen. Für diesen Fall hatte die Musikschule zum Jahresende 2022 schon einmal einen Schnupperabend nur für ältere Interessenten angeboten, bei dem sich spontan ein kleiner Chor gebildet hatte. Denn auch Singen und Tanzen zählen zum Angebot der Musikschule.

Dorina Burghoff besucht mit Sohn Vince (15 Monate) bereits die Musikalische Früherziehung, die beim Tag der offenen Tür mit Dozentin Stefanie Krieger eine offene Stunde anbietet. Mit Trommelstücken, Bewegungsliedern und einem Katzen-Tanzlied begeistern die Kleinsten die Zuschauer im großen Saal. Und auch die Kinder der Ballettklasse und der Tänzerischen Früherziehung unter Leitung von Nicole Helder bekommen eine Menge Applaus für ihre Auftritte, bei denen es auch einige zuschauende Kinder nicht auf ihren Stühlen hält. Sie schließen sich an und tanzen mit, was ausdrücklich erwünscht ist. „Es ist eine offene Stunde, bei dem auch die Eltern sehen können, wie der Unterricht abläuft. So können wir Transparenz zeigen“, sagt der Musikschulleiter.

Beim Instrumentenparcours haben Anna (7) und Freundin Alina viel Freude an den Blasinstrumenten. Sogar der Trompete entlocken die Mädchen erste Töne. Ob die ­Eltern demnächst eine kostengünstige Blockflöte oder doch eine Klarinette oder ein Klavier anschaffen werden, bleibt abzuwarten. „Ich lasse es auf mich zukommen“, sagt Annas ­Mutter Tanja Biermann und schmunzelt.

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