Hückeswagener Kolpingsfamilie stimmt sich auf Karneval ein

Jecke Zeit : Kolpingsfamilie startet mit Hering in die jecke Zeit

Die Kolpingsfamilie stimmte sich ganz ruhig auf die lange, närrische Zeit ein. Zum Sessionsauftakt gab es traditionell Hering und einen Rückblick auf vergangene Karnevalsumzüge in Hückeswagen.

Köln und Düsseldorf verwandeln sich am 11. November in eine große Party-Zone, denn es ist der Auftakt der Karnevalssession, den zehntausende Karnevalsjecken ausgelassen feiern. Im Kolpinghaus ging es wesentlich ruhiger zu, als sich die Mitglieder der Kolpingsfamilie mit einem Heringsessen auf die Session einstimmten. Vorsitzender Stephan Teders steht dem Sessionsstart mit zwiespältigen Gefühlen gegenüber: „Einerseits freuen wir uns auf die Karnevalssession, andererseits beginnt jetzt die besinnliche Advents- und Weihnachtszeit mit langen Abenden und heimeliger Stimmung“, sagte er bei der Begrüßung der 40 Gäste.

2019 steht den Karnevalisten eine besonders lange Session bevor, denn Rosenmontag ist erst am 4. März. „Vielleicht haben wir Glück, und es ist an diesem Tag schon frühlingshaft warm“, hofft Teders auf gute Wetterbedingungen für den Kinderkarnevalsumzug „Rä-Te-Ma-Teng“. Traditionell wird zum Sessionsauftakt im November ein Heringsessen im Kolpinghaus angeboten. Wer keinen Fisch mochte, konnte auf Schnitzel umschwenken. „Der Ursprung dieser Sitte kommt aus Köln“, erklärte Heinz Pohl vom Vorstand der Kolpingsfamilie. In früheren Jahren hätte es nicht nur vor Ostern, sondern auch vor Weihnachten eine Fastenzeit gegeben.

Karnevalistisch wurde es nach dem Essen dann doch noch, „wenn auch ohne rote Pappnasen“, wie Heinz Pohl lachend ankündigte. Per großer Leinwand wurde ein halbstündiger Film von den Hückeswagener Karnevalsumzügen aus den Jahren 2017 und 2018 gezeigt. Ein Teil des Filmmaterials stammte von Stadtchronist Karl-Heinz Eißner. Seit 2012 dokumentiert der Hückeswagener sämtliche Ereignisse in der Schloss-Stadt per Videokamera und Fotoapparat. „Wir sind froh, dass Karl-Heinz Eißner uns das Material zur Archivierung bereitgestellt hat“, sagte Pohl. Die Mitglieder der Kolpingsfamilie, die den „Rä-Te-Ma-Teng“ seit mehr als 50 Jahren organisieren, hätten selbst keine Zeit, Fotos zu machen, da sie im Zug und auf den Karnevalswagen mitziehen würden. Als zusätzliches „Schmankerl“ hatte Eißner einen achtminütigen Kurzfilm von der Bauphase am Etapler Platz mitgebracht – teilweise mit Luftaufnahmen per Drohne. „Das ist eine Premiere“, sagte er selbst über den Kurzfilm im Zeitraffer-Format. Zum Heringsessen gab es schon in den Vorjahren immer besondere Programmpunkte, wie beispielsweise ein Konzert mit dem Duo „De Küttel“ (Heinz Pohl jr. und Michael Loh) oder auch alte Aufnahmen vom Karnevalsumzug aus den 1970er Jahren. Unterhaltsam ist es auf jeden Fall. Und die große Tafel im Saal des Kolpinghauses, an dem gemeinsam zu Abend gegessen wurde, verstärkte das Gefühl, eine große Familie zu sein.

(heka)
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