1. NRW
  2. Städte
  3. Hückeswagen

Hückeswagener können Sturm aufs Wipperfürther Rathaus nicht verhindern

Sturm aufs Wipperfürther Rathaus : Ersatzgeschwächtes Trio

Hückeswagener können Sturm aufs Wipperfürther Rathaus nicht verhindern.

Sie haben es als Adelige probiert. Als gefürchtete Piraten aller sieben Meere. Sie versuchten die Abschreckung als Waldschrats. Oder sie wollten die Angreifer als Eis-Heilige aufs Glatteis führen. Alles hatte in den vergangenen Jahren nicht funktioniert. Jetzt hatte sich die Hückeswagener Delegation etwa ganz besonderes ausgedacht, um die Kollegen aus dem Wipperfürther Rathaus vor dem Sturm des selbigen durch die versammelte Narrenschar der Hansestadt zu bewahren: Bürgermeister-Sekretärin Monika Winter, Personalratsvorsitzender Axel Kremer und die Senioren- und Pflegebeauftragte Diana Hintemann wollten die Angreifer an Weiberfastnacht durch eine unterschiedliche Kostümierung verwirren, verunsichern und letztlich vergrätzen.

Um es vorwegzunehmen: Auch dieser Schuss ging – natürlich – nach hinten los. Das fing schon damit an, dass der Verstärkung aus Hückeswagener die notwendige „Men- und Women-Power“ fehlte. So hatte sich mit Bürgermeister Dietmar Persian und seiner Stellvertreterin, Stadtkämmerin Isabel Bever, gleich einmal die Verwaltungsspitze im Vorfeld abgesetzt. Also blieb nur das Trio aus Waschbär (Hintemann), Rot-Weiß-Jeck (Kremer) und Edelpiratin (Winter), das den scheidenden Wipperfürther Bürgermeister Michael von Rekowski und seinem Verwaltungsteam zur Seite stand – die interkommunale Zusammenarbeit hat auch schon einmal besser funktioniert.

Der Rest der Altweibergeschichte ist schnell erzählt: Nachdem die Wipperfürther Jecken von Narrenzunft Neye, Tanzcorps Blau-Weiß Neye, KG anno-pief rot-weiß, Statt-Garde und die KG Dreispitz in geordneter Formation auf den neu gestalteten Marktplatz unterhalb der Rathaus-Balustrade aufmarschiert waren und sich auch weder durch gute Worte, noch durch einen mehr oder weniger schmissigen Gesang des Bürgermeisters lange aufhalten ließen, stürmten sie die Treppen zum Haupteingang hoch, überrannten sämtliche Verteidigungswälle – das Hückeswagener Trio hatte da wohlweislich schon das Weite gesucht und im Inneren des Rathauses gefunden – und eroberten so den Wipperfürther Verwaltungssitz.

Gefeiert wurde schließlich gemeinsam – die Angreifer besiegelten ihren erneuten Sieg mit Bier und Sekt, mit selbigem leckten die Verlierer ihre Wunden, die eher seelischer Natur waren. Vielleicht finden sie Weiberfastnacht 2021 eine neue Verteidigungsstrategie, die Wahrscheinlichkeit tendiert aber wohl gegen minus elf.