1. NRW
  2. Städte
  3. Hückeswagen

Hückeswagener Kindergärten freuen sich auf die Rückkehr

Betreuung in Hückeswagen : Kindergärten freuen sich auf die Rückkehr

Die Kindergärten sind ab Montag wieder für alle Kinder geöffnet. Derzeit bereiten sich die Einrichtungen mit Schutzmaßnahmen vor.

Jeden Tag ausschlafen und zu Hause mit den Geschwisterkindern spielen – sofern welche da sind – ist eine Zeit lang sicherlich schön. Doch es gibt auch Eltern, die berufstätig sind und nicht unbegrenzt die Betreuung und Bespaßung ihrer Kinder übernehmen können. Für sie kam jetzt die gute Nachricht: Ab Montag, 8. Juni, starten die Kindergärten wieder mit einem eingeschränkten Regelbetrieb. Schon seit dem 28. Mai dürfen die Vorschulkinder wieder ihre Gruppen besuchen.

„Wir freuen uns darauf, die Kinder wiederzusehen“, sagt Corinna Ackerschewski, Leiterin des Arche-Kindergartens an der Kölner Straße. Die Kinder seien in den vergangenen drei Monaten mächtig gewachsen, und manch ein Vorschulkind hätte bereits den einen oder anderen Milchzahn verloren, was die lange Zeit der Schließung und Notbetreuung deutlich macht. Für den Start in den Regelbetrieb habe die Einrichtung ein gutes Konzept entwickelt, über das auch die Eltern informiert wurden. So werden die Kinder beispielsweise am Eingang verabschiedet und von den Erziehern in Empfang genommen. „Dazu gibt es Abstandsmarkierungen auf dem Boden, die von den Kindern auch gerne zum Kästchenhüpfen und Weitsprung genutzt werden“, sagt Corinna Ackerschewski und lacht. 60 von 65 Kindern werden am Montag erwartet.

Für den Katholischen Kindergarten Am Kamp ist es kein Neubeginn, sondern vielmehr eine ausgeweitete Fortsetzung der Arbeit. „Wir sind von Anfang an dabei und hatten die ganze Zeit Kinder in der Notbetreuung“, berichtet Leiterin Barbara Renzel. Komplett geschlossen war der Kindergarten auch zu Beginn der Corona-Krise nicht. Ab Montag müssen dann alle Kinder lernen, wie man sich richtig die Hände wäscht und das es derzeit nicht möglich ist, den Freund oder die Freundin aus der Nachbargruppe zu besuchen. „Die Gruppen dürfen sich gegenseitig nicht besuchen, und auch in die Turnhalle geht es nur getrennt“, sagt die Kindergarten-Leiterin. Zwar gebe es wieder ein selbst zubereitetes Mittagessen. Das dürfen sich die Kinder aber nicht, wie bisher üblich, selber nehmen. Ein kleiner Rückschritt in der Erziehung zur Selbstständigkeit, der sich aber verschmerzen lässt. Barbara Renzel rechnet damit, dass fast alle Kinder wieder die Einrichtung besuchen werden. Nur wenige Eltern hätten für sich entschieden, noch bis nach den Sommerferien zu warten. „Die Kinder sind froh, dass sie wieder da sind, und die Eltern können wieder etwas durchschnaufen“, sagt sie. Beschränkt sind ab 8. Juni die Betreuungszeiten – und zwar um zehn Stunden pro Woche. Das Johanna-Heymann-Familienzentrum in Wiehagen bietet daher neue Öffnungszeiten von 7.30 bis 14.30 Uhr an. „Wir müssen die Betreuung der Kinder ja auch personalmäßig abdecken“, sagt Leiterin Birgit Humpert. In dieser Woche besuchen um die 17 Kinder die Einrichtung, ab Montag wird die Zahl laut vorheriger Abfrage bei den Eltern auf 60 bis 70 Kinder von 80 sprunghaft ansteigen.

Die Vorkehrungen zum Infektionsschutz reichen von Hygienemaßnahmen bis zu Verhaltensregeln. Abstand halten, keine Kuscheleinheiten, kein Frühstücksbuffet – die Liste ist lang. „Gerade für die kleinen Kinder wird es schwer, aber die Regeln müssen thematisiert werden“, sagt Birgit Humpert. Die Gefahr der Ansteckung hat die Kindergartenleiterin dabei immer vor Augen. „Hier werden mit den Gruppen vier neue Infektionsketten geöffnet“, sagt sie.

Da Mitarbeiter aus den Risikogruppen in der Betreuung ausfallen, müssen eventuell Erzieher die Gruppen in der Einrichtung wechseln, um auszuhelfen. „Wir versuchen das zu vermeiden. Bisher sind wir gut aufgestellt, aber es darf nicht großartig was passieren“, fügt Birgit Humpert hinzu. Statt Frühstücksbuffet bringen die Kinder nun wieder ihr eigenes Frühstück mit in den Kindergarten, privates Spielzeug muss hingegen zu Hause bleiben. Das Angebot an Spielzeug wird auf die Sachen reduziert, die desinfiziert werden können. „Wir haben alle Kissen weggeräumt und die Kuschelecke gesperrt“, sagt die Kindergarten-Leiterin. In den Außenbereichen geht es nur zeitversetzt und gruppenweise. Birgit Humpert ist überzeugt, dass sich auch die Kinder nach der langen Zeit erst wieder eingewöhnen müssen. „Die Kinder brauchen die Sozialkontakte, es ist jedoch kein Kindergarten wie zuvor. Wir sind aber positiv gestimmt und hoffen auf das Verständnis der Eltern, dass sie diesen Weg mit uns gehen“, sagt sie.

Anders wird auch der Abschied von den Kindern, die nach den Sommerferien in die Schule kommen. „Es wird keine Fahrten und auch keine Abschiedsfeier mit Eltern geben“, bedauert Humpert. Wohl aber möchte das Team den Vorschulkindern innerhalb der Einrichtung in abgespeckter Form einen schönen Abschied bereiten.