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Hückeswagener in Untersuchungshaft nach Einbruch

Ermittlungen sind abgeschlossen : Hückeswagener (34) nach Einbruch in Untersuchungshaft

Nachdem zwei Täter am frühen Mittwochmorgen in das Einzelhandelsgeschäft von Bernd Lammert eingebrochen waren, sind die Ermittlungen abgeschlossen. Ein 34-jähriger Hückeswagener muss in U-Haft.

Nach dem Einbruch in das Juweliergeschäft von Bernd Lammert an der Bahnhofstraße am Mittwochmorgen konnte die Polizei wie berichtet noch in der Nacht in der Nähe des Bürgerbads zwei 23 und 34 Jahre alte Tatverdächtige festnehmen. Ein 23-Jähriger aus Remscheid kam nach Abschluss der Ermittlungen in Absprache mit der Staatsanwaltschaft wieder auf freien Fuß. Gegen einen bereits schon einschlägig in Erscheinung getretenen 34-Jährigen aus Hückeswagen ordnete das Amtsgericht Wipperfürth hingegen am Donnerstag Untersuchungshaft an. Das berichtete Polizeipressesprecher Michael Tietze.

Die Verwüstung in dem Ladenlokal an der Bahnhofstraße war immens. Die Täter waren mit brachialer Gewalt vorgegangen. Aufmerksame Nachbarn wurden nach Angaben von Tietze am frühen Mittwochmorgen gegen 2.45 Uhr von Scheibenklirren geweckt. Die Geräusche kamen aus dem Geschäft von Bernd Lammert für Uhren, Optik und Schmuck. „Sofort alarmierten die Anwohner die Polizei, die auch sehr schnell vor Ort war“, berichtet der Sprecher der Werbegemeinschaft. Nur deshalb konnten die beiden mutmaßlichen Täter auf ihrer Flucht samt Beute geschnappt werden, berichtete Tietze auf Nachfrage unserer Redaktion.

 Noch in der Nacht zu Mittwoch kamen Helfer des THW Hückeswagen und sicherten die Eingangstür zum Geschäft an der Bahnhofstraße mit Brettern und das Rollgitter mit Kabelbindern.
Noch in der Nacht zu Mittwoch kamen Helfer des THW Hückeswagen und sicherten die Eingangstür zum Geschäft an der Bahnhofstraße mit Brettern und das Rollgitter mit Kabelbindern. Foto: Heike Karsten
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Die Polizei war nach der Alarmierung mit Unterstützung von Remscheider Kollegen mit mehreren Streifenwagen nach Hückeswagen gefahren und traf im Bereich des Bürgerbades auf zwei Radfahrer, die hastig eine Tüte ins Gebüsch warfen. Wie sich herausstellte, befand sich darin Tatbeute aus dem gerade verübten Einbruch. Die beiden Tatverdächtigen wurden festgenommen.

 Mit brachialer Gewalt zerstörten die Täter die Vitrinen und Auslagen des Geschäftes. Ihre Flucht endete schließlich in der Nähe des Bürgerbades. Der einschlägig in Erscheinung getretene Hückeswagener (34) sitzt in Untersuchungshaft.
Mit brachialer Gewalt zerstörten die Täter die Vitrinen und Auslagen des Geschäftes. Ihre Flucht endete schließlich in der Nähe des Bürgerbades. Der einschlägig in Erscheinung getretene Hückeswagener (34) sitzt in Untersuchungshaft. Foto: Heike Karsten

Bernd Lammert durfte sein Geschäft zunächst nicht betreten, denn dort mussten zunächst die Spurensicherer verwertbare Hinweise finden. Für den Hückeswagener Einzelhändler bot sich ein Bild der Zerstörung: „Die Täter haben zunächst das Rollgitter vor dem Eingang zerschnitten, um anschließend die Glasscheibe der Eingangstür zu zertrümmern“, berichtet er. Im Inneren des Geschäftes gingen die Täter dann ähnlich rücksichtslos vor und zerbrachen jede Menge Glas. „Alle Theken und Vitrinen wurden zerstört, alles rausgerissen“, sagt Lammert. Die Beute bestand in erster Linie aus Uhren und Schmuck aus den diversen Schubladen des Geschäftes. Auch die Auslagen im Schaufenster wurden nicht verschont. Glück im Unglück für Lammert: Weil die Täter auf ihrer Flucht gefasst wurden, ist die Beute nicht verloren, sondern liegt derzeit bei der Polizei.

Die bat noch Mittwochnacht um Amtshilfe beim Technischen Hilfswerk (THW). „Und das Hückeswagener THW war tatsächlich innerhalb von 15 Minuten vor Ort, um meine Eingangstür zum Geschäft mit Brettern und das Rollgitter mit Kabelbindern zu sichern“, berichtet Lammert, der sich für diesen Einsatz bei den Helfern des THW bedankt. „Das ist wirklich nicht selbstverständlich“, sagt er voller Dankbarkeit. Am frühen Mittwochmorgen begann dann das große Aufräumen in dem Geschäft. Vier Stunden beseitigte Lammert jede Menge Glas und Dreck, den die Täter hinterlassen hatten. Erstes Ziel sei es nun, dass beschädigte Rollgitter zu reparieren – geschätzte Kosten: 10.000 Euro. Dann muss der Glaser kommen, außerdem muss die Alarmanlage überholt werden. „Es ist noch nicht abzusehen, was da an Kosten auf mich zukommen“, sagt Lammert.

Der Händler startete am Mittwochmorgen einen Sonderverkauf mit „Einbruchspreisen“ und einem Rabatt von 20 Prozent auf alles. Die Kunden müssen allerdings unter dem auf halber Höhe feststeckenden Rollgitter hindurchkrabbeln. „Da ist wohl ein Limbo-Dance nötig“, sagt Lammert und schmunzelt. Seinen Humor hat er nicht verloren.