Hückeswagen/Manila: Hückeswagener Hilfe für Manilas Müllkinder

Hückeswagen/Manila: Hückeswagener Hilfe für Manilas Müllkinder

Die jungen Hückeswagener Joana Karlguth (25) und Moritz Kruschinski (18) sind seit Januar auf den Philippinen, um sich dort um Straßenkinder zu kümmern. Vor kurzem gab es ein großes Feuer. Die Deutschen helfen beim Wiederaufbau.

Riesige Müllberge so hoch wie Häuser. Plastik, Gummi, Metall und Glas. Es stinkt. Mittendrin: Die Müllkinder von Manila. Sie klettern oft barfuß in den scharfkantigen und dreckigen Überresten herum - auf der Suche nach etwas Verwertbarem, das sie gegen ein paar Pesos eintauschen können. "Ich möchte viel lieber zur Schule gehen, aber meine Eltern wollen mich auf der Müllkippe haben. Sie brauchen mich zum Geldverdienen. Sie müssen ja Essen für uns besorgen": Mit solchen Schilderungen wie denen von der kleinen Mayari sind einige junge Hückeswagener momentan jeden Tag konfrontiert. Sie sind auf den Philippinen, um zu helfen.

Foto: Buhay

Zum Hintergrund: Im September gründeten vier engagierte junge Menschen den Verein "Buhay", um Spenden für ihr Hilfsprojekt sammeln zu können. "Buhay" ist Tagalog, die am weitesten verbreitete Sprache auf den Philippinen, und bedeutet "Leben". Ziel des Projekts: sich vor Ort mit den Straßenkindern beschäftigen, ihnen Aufmerksamkeit schenken und kostenfreie Englisch-Kurse, gemeinsames Essen und Freizeitmöglichkeiten anbieten. Deshalb machten sich die beiden Hückeswagener Joana Karlguth und Moritz Kruschinski am 9. Januar auf den Weg in die Metropole Manila. Und zwar "One-Way". Jetzt berichten sie von ihren Erlebnissen der ersten Monate.

Foto: dpa

"Vier Deutsche auf knapp 30 Quadratmetern. Klima, Verkehr, Essen, Lautstärke, Menschen, Kulturunterschiede und Missverständnisse" - so beschreibt Karlguth die Herausforderungen, die das Leben dort mit sich bringen. In dem ungewohnten Durcheinander sind sie, Kruschinski und ihre wechselnden Helfer aus der Heimat, froh, dass es ihnen gut geht. Auch dank Impfungen sind sie bisher von Tropenkrankheiten verschont geblieben.

Weniger Glück hatten zuletzt die Menschen in ihrer Nachbarschaft - sie erlebten eine Katastrophe. "Dort ist ein Feuer ausgebrochen, das uns alle schockiert und unser Leben hier auf den Kopf gestellt hat", berichtet Karlguth. Dabei verloren 800 Menschen ihre Häuser sowie jegliches Hab und Gut. Die geplanten Aktionen wurden deshalb erst mal aufgeschoben, um den Betroffenen zu helfen. Durch Spenden konnten die jungen Helfer die Menschen mit Hygienemitteln, Essen, Kleidung, Kissen und Decken versorgen. "Zusätzlich planen wir gerade den Wiederaufbau der 61 abgebrannten Häuser", sagt Karlguth.

Ihr eigentliches Ziel haben sie darüber aber nicht vergessen. Regelmäßig machen sie sich auf den Weg zu den Müllbergen am Rande der Stadt. "Dort essen, singen und spielen wir mit den Kindern", sagt Karlguth und ergänzt: "Indem wir mit ihnen Zeit verbringen, möchten wir ihnen zeigen, dass sie gesehen werden." Wichtig ist den Hückeswagenern, den kleinen Filipinos von Gott zu erzählen. Denn sowohl die 25-Jährige als auch Kruschinski sind in der Freien evangelischen Gemeinde Hückeswagen aufgewachsen. Für das Projekt "Buhay" ließen sie sich durch den Bibelvers "Weil er uns ein Leben in Fülle gibt" (Johannes 10, 10) inspirieren.

"Wir haben bisher viele bewegende Momente erlebt", sagt Karlguth nach den ersten drei Monaten vor Ort. Und das soll so weitergehen. Momentan plant das Team Langzeitprojekte und Patenschaften. Verfolgen kann man ihren Einsatz im Internet: www.buhay.online

(kron)