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Hückeswagener Grundschüler Paul Weber ist Mathe-Champion

Rechenkünstler aus Hückeswagen : Dieser Neunjährige ist Mathe-Champion

Paul Weber, Viertklässler der Löwen-Grundschule, hat sich bei der Matheolympiade gegen 1500 Mitstreiter behauptet. Jetzt wurde der kleine Hückeswagener als einer der fünf Besten in Oberberg ausgezeichnet.

Es gibt Kinder, die können extrem gut Fußball spielen, singen oder lesen. Paul Weber von der Löwen-Grundschule hat viele Talente – besonders gut ist er jedoch im Fach Mathematik. Bewiesen hat der neunjährige Hückeswagener das jetzt bei der Matheolympiade, wo er unter den besten fünf von etwa 1500 teilnehmenden Grundschülern aus dem Oberbergischen Kreis ausgezeichnet wurde. Seine Eltern sind super stolz auf Paul. „Er ist in Mathe einfach sehr pfiffig“, sagt Vater Thorsten Antrecht, und Mutter Denise Weber fügt hinzu: „Es fällt ihm einfach leicht, solche Aufgaben umzusetzen.“

Die ersten beiden Runden der Olympiade fanden in der Schule statt, die dritte in Lindlar. Gestellt wurden Fragen wie beispielsweise: „Wie heißt die kleinste dreistellige Quadratzahl, die gleichzeitig Palindromzahl ist?“ (s. Info-Kasten) Manch Erwachsener weiß diese Aufgabe nicht zu beantworten. Für Paul sind solche Aufgaben mit Zahlen wie spannende Rätsel. „Ich mag Mathe, weil man dabei logisch und um die Ecke denken muss“, erklärt der Neunjährige.

Paul selbst nimmt den Rummel um seinen Erfolg ganz entspannt, und auch von Prüfungsangst findet man bei ihm keine Spur. Bei der dritten Runde in Lindlar sei er völlig entspannt gewesen, berichten seine Eltern. „Ich wusste ja von den ersten beiden Runden, dass es nicht so schwer ist“, erläutert der Schüler seine Gelassenheit.

Seine überdurchschnittliche Intelligenz wurde zum ersten Mal im Kindergartenalter bemerkt und auch getestet. Damit sich Paul aufgrund der schnellen Auffassungsgabe nicht langweilt, kam er bereits mit fünf Jahren in die Schule. „Er hätte auch die dritte Klasse überspringen können, aber das wollten wir nicht“, sagt die Mutter des hochbegabten Schülers. Wenn das Erklären der Aufgaben für andere Schüler mal etwas länger dauert, übt sich der Grundschüler in Geduld. „Einmal hatte er in der Schule vor Langeweile lauter Smileys auf seine Hose gemalt“, verrät Thorsten Antrecht lachend.

Der Viertklässler kann sich aber auch sehr gut selbst einschätzen. „Ich bin in Mathe nicht der Schnellste. Deutsch mache ich nicht so gerne, und der Sportlichste bin ich auch nicht“, sagt er über sich selbst. Die Rechenaufgaben, die er löst, sind dafür aber meistens richtig.

Im Oberbergischen Kreis hatten 1473 Viertklässler in 41 Grundschulen an der 58. Deutschen Matheolympiade teilgenommen. 154 Schüler erreichten die zweite Runde, 34 kamen ins Finale. Die fünf erfolgreichsten Schüler wurden jetzt vom Landrat nach Gummersbach eingeladen und ausgezeichnet. Der stellvertretende Landrat, Prof. Dr. Friedrich Wilke, lobte die Mathe-Asse: „Das ist die Champions League, die Meisterschaft der Meister, und Ihr seid die Mathe-Champions.“ Wilke hatte feststellen müssen, dass viele seiner Studenten die Aufgaben der diesjährigen Matheolympiade nicht so leicht lösen konnten.

Neben der Auszeichnung gab es für die Siegerkinder einen Gutschein für einen Segelflug über das Oberbergische, worauf sich Paul sehr freut. Doch zunächst stehen weitere Ereignisse im Leben des Neunjährigen an: Nach dem Abschied von der Grundschule wird er mit seinen Eltern nach Rheinland-Pfalz ziehen und dort auf ein Gymnasium wechseln. In den Sommerferien steht ein Besuch bei seinem Opa in Österreich an. „Der hat einen Pool. Paul liebt Wasser“, berichtet der Vater. Außerdem spielt der begabte Junge gerne Gitarre, Tischtennis und Basketball. Auch wenn er mit seiner langen Lockenmähne ein wenig wie ein Rockstar aussieht, ist sein Berufswunsch ganz anderer Natur: „Irgendwas Mathematisches“, ist Paul sich jetzt schon ziemlich sicher.