Hückeswagener greift Polizisten an – Bewährungsstrafe

Amtsgericht Wipperfürth : Hückeswagener greift Polizisten an – Bewährung

Ein 40-jähriger Hückeswagener musste sich vor dem Amtsgericht Wipperfürth verantworten, nachdem er sich gegen Polizisten zur Wehr gesetzt und sie beleidigt hatte. Dabei hätte er nur eine Strafe von 200 Euro zahlen müssen. . .

Schon öfter soll ein 40-jähriger Hückeswagener in dem Mehrfamilienhaus, in dem er wohnt, mächtig Radau gemacht haben. Im Oktober war es wieder so schlimm, dass die Mitbewohner aus lauter Sorge den Notarzt riefen. Die Sanitäter stellten aber schnell fest, dass es sich eher um Ruhestörung und damit um einen Fall für die Polizei handelte. Als die Beamten eintrafen, bemerkten sie einen starken Marihuana-Geruch in der Wohnung des 40-Jährigen. Weil sie Drogenmissbrauch vermuteten, betraten die Polizisten die Wohnung, was den Mieter erst recht in Rage brachte: Er schlug mehrfach nach den Ordnungshütern und beleidigte sie aufs Unflätigste.

Für den Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte musste sich der 40-Jährige nun am Amtsgericht Wipperfürth verantworten. „Ja, ich war gereizt in dem Moment und habe einen Fehler gemacht. Es tut mir leid“, gab er mit gesenktem Kopf zu. Er sei an diesem Abend alkoholisiert gewesen und hätte das Eindringen der Polizisten in seine Wohnung als Hausfriedensbruch angesehen. An der Haustür hatten es die Polizisten noch im Guten versucht. „Wir wollten die Party beenden und baten ihn, schlafen zu gehen“, erinnerte sich einer der beiden Beamten, der als Zeuge geladen war. Doch statt sich zu beruhigen, habe der alkoholisierte Mann mehrfach zum Schlag gegen die Polizisten ausgeholt.

 „Wir haben ihn dann festgehalten und zu Boden gebracht“, berichtete der Polizeibeamte. Im Streifenwagen hätte man den teils aggressiven, teils weinerlichen Hausbewohner schließlich zur Wache nach Gummersbach gebracht. Per Blutprobe wurde der Konsum von Betäubungsmitteln wie auch 1,72 Promille Alkohol nachgewiesen.

Das Gericht hatte dem Angeklagten im Vorfeld schriftlich die Einstellung des Verfahrens gegen die Zahlung von 200 Euro angeboten. „Von so einem Brief weiß ich nichts“, gab der arbeitslose Angeklagte im Gericht an. Pech für ihn, denn nun muss er nicht nur die Gerichtskosten, sondern auch eine höhere Strafe zahlen. Da der Hückeswagener noch keine Vorstrafen hat, blieben Staatsanwaltschaft und Richter im unteren Strafrahmen und setzten eine Geldstrafe in Höhe von 600 Euro (60 Tagessätze zu je zehn Euro) zur Bewährung aus. Hinzu kommt die Auflage, den beiden Polizeibeamten jeweils 300 Euro in Raten zu zahlen. „Da die Gewalt gegen Polizeibeamte enorm zugenommen hat, hat der Gesetzgeber den Strafrahmen verschärft. Wir möchten mit der zweijährigen Bewährungsstrafe sehen, ob Sie sich tatsächlich bewähren“, begründete der Richter.

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