Hückeswagener Gospelchor will bei "Die Besten im Westen" starten

20-jähriges Bestehen : „Joyful Gospels“ will der beste Chor sein

Der gemischte Hückeswagener Chor wurde vor 20 Jahren gegründet. Neben dem großen Jubiläumskonzert am Samstag, 25. Mai, steht jetzt auch die Bewerbung beim WDR-Wettbewerb „Der beste Chor im Westen“ an.

Zu ihrem runden Geburtstag sang die kölsche Kultband „Bläck Fööss“ 1990: „Et es 20 Johr jenau jetz her.“ Der Hückeswagener Chor „Joyful Gospels“ kann das in diesem Jahr auch voller Stolz von sich behaupten. „Die Idee, diesen Chor zu gründen, kam uns bei einer Ausflugsfahrt im Jahr 1999“, erinnert sich der Vorsitzende Klaus Scheid. Damals seien einige Eltern von Mitgliedern des Kinderchors ,Schloss-Spatzen’, der elf Jahre später aufgelöst werden sollte, zusammen mit einem befreundeten Verein aus Lüttringhausen unterwegs gewesen. „Bei der Rückfahrt haben wir im hinteren Teil des Busses gesungen. Das hat uns so viel Spaß gemacht, dass die Idee aufkam, einen eigenen Chor zu gründen“, erzählt Marlies Klintworth, die damals auch dabei war. Ebenfalls mit im Bus saß die heutige Chorleiterin Astrid Ruckebier, die die Idee aufgegriffen und mit Gospel direkt die musikalische Ausrichtung vorgegeben hatte.

Nun, 20 Jahre später, blickt der Chor, der mit fast 50 Sängerinnen und Sängern sehr gut aufgestellt ist, auf 31 Konzerte, zahllose Proben, viele gemeinsame Ausflüge und nicht zuletzt auf ein Repertoire von ungefähr 230 Liedern zurück. Um das Jubiläum gebührend zu begehen, hat sich der Chor für das Konzert am Samstag, 25. Mai, im Forum etwas Besonderes einfallen lassen. „Alle Chormitglieder konnten aus dem gesamten Repertoire ihre 20 Lieblingslieder aussuchen. Wir haben nur thematisch zu sehr gebundene Stücke weggelassen – etwa Weihnachtslieder“, sagt Scheid. Herausgekommen ist dabei ein abwechslungsreicher Mix aus den vergangenen zwei Jahrzehnten. „Es sind natürlich Gospelsongs dabei, aber auch Pop und afrikanische Folklore“, sagt Klintworth. So können sich die Konzertbesucher auf bekannte Stücke wie „I Will Follow Him“ oder „Rhythm Of Life“ freuen, aber auch auf sehr anspruchsvolle Kost wie das achtstimmige „Baba Yetu“.

Allerdings ist der Chor gerade nicht nur deswegen im Probenstress. Denn es steht noch ein weiterer Höhepunkt im Jubiläumsjahr an: „Wir haben beschlossen, uns beim großen WDR-Wettbewerb ‚Der beste Chor im Westen‘ zu bewerben“, sagt Scheid. Bis Ende Juni muss sich jeder Chor mit einem Video und zwei Liedern bewerben. Die Hückeswagener Sängerinnen und Sänger haben beschlossen, aufs Ganze zu gehen. „Wir werden hierfür ein neues Video produzieren, das wir im Mai aufnehmen“, berichtet Vorstandsmitglied Marlies Klintworth. Der Vorstand überlegt sich derzeit noch die genaue Storyline (den dramaturgischen Handlungsbogen), Genaueres verrät er jedoch nicht. „Wir wollen uns nicht in die Karten gucken lassen. Es wird aber ein extra für die Bewerbung neu produziertes Video sein, bei dem wir nicht auf irgendwelche vorhandenen Aufnahmen zurückgreifen werden“, versichert Scheid.

Die Idee, an dem Chorwettbewerb teilzunehmen, sei dem Vorstand vor zwei Jahren gekommen, erzählt er. „Wir waren 2017 in Duisburg bei der Vorrunde dabei, als der damalige Chor ‚Voices‘ von unserer Chorleiterin mitgemacht hat.“ Damals hätten sie gesagt, dass das doch eine Idee für das Jubiläumsjahr sein könnte, ergänzt Marlies Klintworth. Sollte das Video bei der Jury ankommen, würden sie als einer von fünf Chören ihrer Region in die Vorrunde kommen. „Pro Region kommen je zwei Chöre weiter, dazu noch zwei weitere“, erläutert Scheid. Daran schließen sich zwei Halbfinale sowie das große Finale an. „Wir proben derzeit also zweigleisig, unser Probenplan ist ganz schön stramm“, stellt der Vorsitzende klar.

Zusätzlich zu den Gesangsproben für das Konzert und die Videoaufnahme wird der Chor auch noch die Choreografien einstudieren. „Das ist dann wirklich schwer. Denn wenn man das Lied eigentlich kann, ist doch beim Einstudieren der Choreografie alles wieder vergessen“, sagt Scheid. Allerdings sei das eben auch der Anspruch, den man an sich selbst habe – von Anfang an. „Wir wollten nicht einfach nur singen, das sollte alles qualitativ sehr hochwertig sein“, erläutert Scheid. Davon können sich die Hückeswagener ja dann spätestens beim Jubiläumskonzert am 25. Mai überzeugen.

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