Hückeswagener Gebäudemanagement effizienter machen

Untersuchung : Gebäudemanagement effizienter machen

Fachbüro untersucht Organisation und Abläufe – Fazit: Die Zusammenlegung war richtig, aber es gibt noch Potenzial.

Dass Hückeswagen und Wipperfürth ihr Gebäudemanagement 2010 zusammengelegt haben, war die richtige Entscheidung. Zu diesem Schluss kommt die BSL Managementberatung nach einer Prüfung der Abläufe und der Organisation. Aber die Fachleute sagen auch, dass es Verbesserungsmöglichkeiten in der Organisation und in der Zusammenarbeit mit den beiden Städten gibt.

Dieser „Blick von außen“ ist für Bürgermeister Dietmar Persian sehr wichtig. Und sein Kollege Michael von Rekowski aus Wipperfürth betont, dass es ganz entscheidend sei, ob sich durch die Zusammenlegung wirtschaftliche Vorteile ergeben und verbesserte Prozesse zu einem besseren Ergebnis geführt haben. Das Regionale Gebäudemanagement unter Leitung von Dieter Klewinghaus sei ein sehr komplexes Gebilde mit vielen Aufgaben. Da gehe es nicht nur um alle städtischen Gebäude, sondern auch um technische Aufgaben, Strategien, Kostenmanagement und Sanierungsstau.

Die 40 Mitarbeiter kümmern sich um Neubauten, Sanierungen, Unterhaltung, Bewirtschaftung, Reinigung und Hausmeisterdienste. Da sei es völlig unrealistisch zu erwarten, dass die Zusammenarbeit sofort komplett funktioniert, sagte von Rekowski. Außerdem gebe es gerade bei den älteren Mitarbeitern gewisse Beharrungstendenzen, während die neuen Mitarbeiter keine Probleme mit der städteübergreifenden Arbeit hätten. Beide Bürgermeister geben zu, dass es bis heute Reibungsverluste gibt. Die mahnen auch die Prüfer an, weil es unklare Zuständigkeiten gebe. „Zurzeit gibt es jede Menge zu tun, weil einiges an Fördermitteln fließt. Da läuft vieles zeitgleich“, sagt Persian. Aber natürlich gebe es auch einen Sanierungsstau. Vorwurf der Prüfer: Beide Städte stecken zu wenig Geld in ihre Gebäude – „schwierig, wenn kein Geld da ist“, sagt Persian. So geben beide Kommunen zusammen 850.000 Euro für die Unterhaltung pro Jahr aus, es müssten aber 1,5 Millionen Euro sein, sagt das Fachbüro. Die Folge: An vielen Gebäuden, vor allem den Schulen, leidet die Substanz. Hier sind grundlegende Sanierungen vor allem der Fenster, Fassaden und Dächer nötig. „In vielen Gebäuden haben wir auch noch den alten energetischen Standard und mithin einiges an Energieverlust“, sagt Klewinghaus.

Weiterer Kritikpunkt der Prüfer: Die Befugnisse der Stadträte müssen überarbeitet werden. Bei Auftragsvergaben sollten sich die Politiker mit strategischen Entscheidungen befassen, das formale Vergabeverfahren, das ohnehin streng gesetzlich geregelt sei, aber der Verwaltung überlassen. Notwendig ist auch eine optimierte Organisation: Hierfür soll möglichst zeitnah ein zusätzlicher Architekt/Bauingenieur für den technischen Bereich eingestellt werden. Die neue Stelle soll im Hückeswagener Stellenplan für 2019 enthalten sein. Weiteres Verbesserungspotenzial gibt es bei der Gebäude-Software, hier sind noch nicht alle Daten erfasst. Und weil der Erfassungsaufwand enorm ist, soll externe Unterstützung helfen: Kosten: für ein Jahr etwa 120.000 Euro. „Das führt dann auch zu mehr Sicherheit, wenn es darum geht, regelmäßige Wartungsarbeiten an Aufzügen oder Brandmeldeanlagen zu realisieren“, sagt Persian.

Außerdem soll ein „Ticket-System“ eingeführt werden, um mögliche Probleme schneller systematisch zu erfassen und an die zuständigen Stellen weiterzuleiten. Weitere Empfehlung der Prüfer: Die Städte sollten Projekte priorisieren, damit nicht fünf gleichzeitig umgesetzt werden müssen. Beide Kommunen zusammen werden nun einen Lenkungskreis bilden, der die Ergebnisse der Untersuchung priorisieren und umsetzen soll.

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