Hückeswagener Gärten Der Frühling kommt auch trotz Corona

Hückeswagen · Der kalendarische Frühlingsbeginn liegt bereits zurück und allerorten erwacht derzeit das Leben nach dem Winter. Was gibt es zu beachten, welche Pflanzen können schon ins Freie? Die beiden Friedhofsgärtner geben Antworten.

 Dominik Müller von der Friedhofsgärtnerei Blumen Müller gibt, ebenso wie sein Kollege Dirk Blasberg von Blumen Schmidt, den Hückeswagenern Hobbygärtnern Tipps für das bepflanzen von Gärten und Balkonen zum Frühlingsanfang.

Dominik Müller von der Friedhofsgärtnerei Blumen Müller gibt, ebenso wie sein Kollege Dirk Blasberg von Blumen Schmidt, den Hückeswagenern Hobbygärtnern Tipps für das bepflanzen von Gärten und Balkonen zum Frühlingsanfang.

Foto: Wolfgang Weitzdörfer

Manchmal wirkt es in diesen Tagen beinahe bizarr. Die Welt erwacht aus dem Winterschlaf, auf den Wiesen stecken die Krokusse und Schneeglöckchen ihre bunten Köpfe aus dem Boden, die Bäume fangen an zu knospen, die Vögel singen morgens wieder ein lautstarkes Konzert, und es wird auch endlich wärmer (wobei jetzt erst einmal eine neue Kälteperiode ansteht). Auf der anderen Seite sind da die Kontaktsperre, die Angst vor dem unsichtbaren Coronavirus und eine allgemein spürbare Unsicherheit. Aber die Natur lässt sich nicht aufhalten, der Frühling kommt. Und damit auch die Zeit, wenn es im Garten und auf dem Balkon wieder bunt wird. Da vielen in Zeiten der Corona-Krise nun reichlich freie Zeit haben, könnte bei ihnen der Wunsch reifen, den grünen Daumen auszufahren und Blumen und Pflanzen sprießen lassen.

„Dabei sollte man allerdings nicht vergessen, dass es nachts bisweilen noch sehr kalt und hier und da sogar frostig werden kann“, betont Dominik Müller, Inhaber von Blumen Müller. „Bei Zwiebelgewächsen ist Frost kein Thema, aber gerade Primeln oder Ranunkeln sollte man dieser Tage noch schützen, wenn sie schon gepflanzt sind.“ Dirk Blasberg, Inhaber von Blumen Schmidt, stimmt zu: „Vor allem soll es in dieser Woche noch mal richtig kalt werden. Deswegen schadet es nicht, noch ein paar Tage zu warten.“ Gleiches gelte für den ersten Rasenschnitt, den man ebenso wie das Vertikutieren erst machen sollte, wenn der Boden ein wenig wärmer sei. Hornveilchen oder Stiefmütterchen mache ein wenig Bodenfrost hingegen nichts aus, sind sich die Friedhofsgärtner einig.

Bevor man jedoch loslegt, steht zunächst die Beseitigung der winterlichen Altlasten auf dem Programm. „Übriggebliebenes Laub und die vielen kleinen Ästchen müssen aus den Beeten beseitigt werden, auch sollte der Boden umgegraben werden“, rät Müller. Schalen und Töpfe gehören einmal gereinigt, ehe man sie neu bepflanzt. „Es bietet sich an, frische Erde auf die Beete und in die Gefäße zu füllen, am besten ergänzt durch Gärtner­substrate“, sagt er. Darin seien viele Nährstoffe enthalten, die den neu eingepflanzten Blumen oder Sträuchern einen guten Start geben würden. „Man kann auch Hornspäne nehmen – oder den Humus aus dem eigenen Komposthaufen. Das wäre dann die allerbeste Lösung“, sagt Dominik Müller.

Wer seinen Garten ganz individuell gestalten kann, sollte auch ein Herz für Bienen haben, unterstreicht Blasberg. „Eine Forsythie blüht zwar sehr schön, ist für Bienen aber wertlos. Besser sind etwa Bäume wie die Zierkirsche oder alle Arten von Obstbäumen.“ Auch Stauden wie Gerbastern oder die Bergminze seien bienenfreundlich. Müller verweist dabei auch auf die Sommerblumen, die besonders bienenfreundlich sind. Auch wenn die Insekten vereinzelt schon fliegen, sei die Hoch-Zeit dennoch im Sommer, denn es sei ihnen oft noch zu kalt. „Ich habe neulich etwa ein paar Hummeln gefunden, die sich bei uns zwischen den Torfsäcken versteckt hatten“, sagt er. Er habe die trägen Insekten dann in ein Beet gelegt, wo sie sich in der Erde noch ein wenig auf den Frühling vorbereiten könnten.

Auch wer im eigenen Garten Gemüse ziehen möchte, kann langsam damit anfangen, wie Müller sagt. „Blumenkohl oder auch Erdbeeren kann man jetzt schon im Inneren vorziehen, im April oder Mai kann man die Pflänzchen dann nach draußen setzen.“ Ganz wichtig sei natürlich das Gießen. Denn auch wenn der Februar extrem feucht gewesen ist, ist der Boden in der vergangenen Tagen schon wieder ziemlich trocken geworden. „Vor allem neue Pflanzen muss man regelmäßig gießen“, betont der Friedhofsgärtner.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort