Hückeswagener Foodsharer bekommen Lastenfahrrad über Leader

Förderung in Hückeswagen : Foodsharer bekommen Lastenfahrrad über Leader

25 Prozent der Anschaffungskosten müssen selbst übernommen werden. Da die Lebensmittelretter jedoch eine No-Profit-Organisation sind, sind sie auf der Suche nach Ideen für die Finanzierung.

Mit dem EU-Förderprogramm Leader soll der ländliche Raum gestärkt werden. Damit werden seit 1991 innovative Aktionen vor Ort gefördert. Lokale Initiativen können Förderanträge stellen und bekommen Mittel für unterschiedliche Projekte. Die fünfte Förderrunde läuft seit 2014 und noch bis 2020. Für die sechste Bewerberrunde, die von Ende Januar bis Ende Februar lief, standen 500.000 Euro zur Verfügung. Mit beworben hatten sich auch die Foodsharer aus Hückeswagen, die mit denen aus Wipperfürth, Radevormwald und Halver einen Verbund darstellen. Die Idee war gut angekommen, so dass Andrea Münnekehoff, mit Nicole Waier-Berger die Food-Botschafterin für die vier Städte, nun verkünden konnte: „Wir haben eine Förderzusage für zwei Lastenfahrräder bekommen.“

Allerdings, und das sei der Haken an der Geschichte, müssten die Begünstigten 25 Prozent des Kaufpreises selbst übernehmen; 65 Prozent würden als Fördersumme durch Leader beigesteuert, zehn Prozent durch den Verein Leader Bergisches Wasserland. „Wir sind eine No-Profit-Organisation. Das heißt, dass wir keinerlei Spenden annehmen oder durch Verkaufsaktionen Geld erwirtschaften dürfen“, erläutert Andrea Münnekehoff. „So ein Fahrrad kostet um die 5000 Euro, so dass wir etwa 1250 Euro aufbringen müssten.“ Die 20 Lastenfahrräder, die von Leader genehmigt wurden, müssen aber erst noch ausgeschrieben werden.

Anke Lorenz (l.) und Andrea Münnekehoff hoffen auf Ideen. Foto: Wolfgang Weitzdörfer

Dabei wäre ein solches Lastenfahrrad gleich in mehrerlei Hinsicht vorteilhaft, sagt Anke Lorenz, die in Wipperfürth Lebensmittel rettet. „Wir bleiben selbst fit, tun aber auch was fürs Klima. Und wir könnten direkt vom Fahrrad aus die Lebensmittel verteilen.“ Denkbar sei, mit den gespendeten Lebensmitteln der Bäckerei von Polheim auf die Fahrradtrasse zu fahren und Brot, Brötchen oder Teilchen an Radler zu verteilen. Außerdem könnten die Foodsharer Werbung für sich machen. „Wir können auch bei Stadtfesten präsent sein“, ergänzt Andrea Münnekehoff.

Natürlich könne das Fahrrad aber nur eine Ergänzung zum Auto sein. „Die größeren Supermärkte werden wir weiter mit dem Auto anfahren müssen, weil die Mengen einfach zu groß für das Fahrrad sind. Aber es gibt eben kleinere Geschäfte, bei denen die Abholung mit dem Rad problemlos möglich ist“, sagt Andrea Münnekehoff. Eingesetzt werden sollen die Lastenräder in allen vier Städten nach Absprache

Bleibt das Problem der Finanzierung. „Wir haben 55 Euro zusammen. Wir versorgen in Oberberg 500 Familien – wenn da jeder zwei Euro in die Hand nehmen würde, hätten wir das Geld direkt zusammen“, sagt Anke Lorenz. Eine Idee wäre, das Geld per Crowdfunding zusammenzubekommen. „Dafür fehlt uns aber noch eine zündende Idee, wie man den Leuten das schmackhaft machen kann. Denn die geretteten Lebensmittel bekommen sie ja auch so schon“, sagt Andrea Münnekehoff.

Wer die Anschaffung der Lastenfahrräder auch ohne Spendenquittung unterstützen möchte oder Ideen für deren Finanzierung hat, kann sich per E-Mail an hueckeswagen@foodsharing.network oder unter Tel. 0157 73781246 bei den Foodsharern melden.

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