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Hückeswagener Firma Pflitsch: Vorbereitung für Umzug laufen

Blickpunkt Wirtschaft : Pflitsch: Vorbereitung für Umzug laufen

Die Kabelkanal-Fertigung des Hückeswagener Unternehmens mit Stammsitz am Mühlenweg wird hochautomatisiert. Hierfür laufen die Vorbereitungen im Industriegebiet Winterhagen auf Hochtouren. Der Umzug erfolgt im September.

Seit der Übergabe des Gebäudes Mitte Januar ist ein mehrstufiger Planungsprozess in Gang gesetzt worden. Seitdem gehört der große Komplex an der Georg-Schaeffler-Straße, an dem einst die Firma Magna Powertrain tätig war, dem Kabelkanalspezialisten Pflitsch. Er hat im Jahr seines 100-jährigen Bestehens das Werk gekauft. Die Schlüsselübergabe war der Startschuss für den Aufbau des neuen Kompetenzzentrums für Kabelkanäle. Die Kabelverschraubungen bleiben am Mühlenweg.

„Nach der Übergabe des Gebäudes mussten wir die Grundfunktionen aufrechterhalten – warm, sicher, hell“, sagt Interims-Manager Dr. Ulf Osmers von der Münchner Firma „taskforce“. Da ging es um so banal klingende, aber wichtige Dinge wie Heizung, Licht und Sicherheitsdienst. Dann mussten die Großgewerke vergeben werden, denn die neuen Maschinen haben eine lange Lieferzeit. Da geht es vor allem um die voll automatisierte Blechfertigung – der größte Invest am neuen Standort mit 1,7 Millionen Euro. 800.000 Euro investiert Pflitsch in die Steuerung des neuen Werks und das Lagerverwaltungssystem. In einem zweiten Schritt startete der Rückbau des Gebäudes, der Inneneinrichtung und des Lagers.

Da zu Pfingsten die Büros für den Vertrieb im Erdgeschoss bezugsfertig sein müssen, laufen dort die Arbeiten unter Hochdruck. Hierzu zählen vor allem der Trockenbau und der Schallschutz. In die erste Etage ziehen Export und Produktmanagement. Osmers denkt aber auch kleinteilig: Wer mäht den Rasen? Wer räumt die Spülmaschine ein? Wo müssen Steckdosen hin? Wer braucht Seifenspender? „Gerade habe ich neues Geschirr bestellt, denn wir trinken noch aus Magna-Tassen“, sagt Osmers und schmunzelt. Die große Halle ist derweil eine riesige Baustelle. Der Umzug wurde ausgeschrieben, „wir befinden uns in den Endverhandlungen“, sagt Osmers, der mit Betriebsleiter Holger Bröker den Umzug koordiniert. 2000 Paletten und Gitterboxen werden beim Umzug transportiert. Hinzu kommen die Maschinen, die am alten Standort abgeschaltet, gesichert und ins neue Werk transportiert werden müssen. Durch den Umzug soll es höchstens für eine Woche zu einer Produktionsunterbrechung kommen. Oberste Maxime: Der Kunde darf nichts merken. Deshalb werden viele Materialien vorproduziert. Das Platinlager bekommt einen neuen Boden und ein neues Fundament, weil es für die tonnenschweren Maschinen zu schwach ist. Am 28. Juni, 12 Uhr, soll die Halle komplett leer sein und für die 100-Jahr-Feier am 1. Juli vorbereitet werden. Am 2. Juli wird aufgeräumt, ab 3. Juli erfolgt der Aubau der neuen Maschinen.

„Um die Hardware mache ich mir keine Sorgen, spannend wird es, wie wir die Prozesse mit der neuen Software ans Laufen kriegen“, sagt Osmers. Bröker kündigt an, dass vieles simuliert werden muss. Er sieht es als Vorteil, dass Pflitsch innerhalb einer vorhandenen Hülle die Flächen komplett selbst gestalten kann. Wichtig sei es, die Mitarbeiter mitzunehmen, auch wenn es nur ein Umzug innerhalb von Hückeswagen sei. „Die Mitarbeiter haben viele Fragen“, bestätigt Marketingreferentin Sabine Gamaggio. Deshalb lud die Firma zu einem offenen Nachmittag ein, um den Umzug und den neuen Standort zu erklären.

Osmers überlegt, ob es auf dem Gelände eine E-Tankstelle geben sollte. Außerdem wird es wohl mehr Fahrzeuge für die Mitarbeiter geben, um zwischen den Standorten zu pendeln. „Die Zusammenarbeit wird sich verändern, Struktur und Ablauf eines Treffens auch“, meint Bröker. Die Interaktion werde sich wandeln. Osmers könnte sich vorstellen, E-Bikes anzubieten, mit denen Mitarbeiter über die Balkantrasse mit nur zwei Prozent Gefälle innerhalb von 13 Minuten am jeweils anderen Standort sein können.