Hückeswagener Feuerwehrleute auf großer Tour

Besuch in Hückeswagens Partnerstadt: Mit der Schwalbe bis nach Brandenburg

Der Jugendleiter der Feuerwehr, Thomas Lemmen, und sein Stellvertreter Sören Bender sind mit zwei Motorrollern zur Partnerfeuerwehr nach Königs Wusterhausen bei Berlin gefahren. Eine Woche waren die beiden unterwegs.

Auf diese kuriose Idee muss man erst einmal kommen: Thomas Lemmen und Sören Bender haben sich kürzlich mit zwei Motorrollern auf den Weg ins brandenburgische Königs Wusterhausen gemacht. Mit der Stadt im Süden von Berlin ist die Schloss-Stadt schon seit vielen Jahren partnerschaftlich verbunden, vor allem die Feuerwehren beider Städte stehen in regem Austausch.

„Wir sehen uns fünf- bis sechsmal pro Jahr. Bei einem dieser Treffen ist dann die Idee aufgekommen, doch mal mit dem Motorrad nach Brandenburg zu fahren“, erzählt Lemmen im Gespräch mit unserer Redaktion. Und wie das bei echten Schnapsideen so ist, war sie lange nicht weitergesponnen worden. „Beim Großvater eines Kameraden aus Königs Wusterhausen stand eine alte Schwalbe in der Scheune. Da Sören auch einen Motorroller hat, haben wir uns überlegt, auf diese Weise nach Brandenburg zu fahren“, sagt Lemmen.

 Die Schwalbe, ein in der ehemaligen DDR hergestellter und sehr beliebter Motorroller, holte Lemmen mit seinem Kastenwagen zunächst nach Hückeswagen. „Ich musste daran einiges reparieren. Sie ist zwar angesprungen, aber viele Verschleißteile waren kaputt und mussten ersetzt werden“, berichtet der 38-Jährige. Das sei aber schnell erledigt gewesen – und so konnte sich das Duo nun auf den Weg nach KW machen. „Wir haben viel Gepäck mitgenommen, eine ganze Tasche war nur mit Werkzeug und Material für die Schwalbe gefüllt“, sagt der 27-jährige Bender. Für die Strecke von etwa 700 Kilometern hatten sich die zwei Feuerwehrmänner auch einige touristische Stopps vorgenommen. „Wir hatten eine Woche Urlaub für die Fahrt eingeplant“, sagt Lemmen.

Die Strecke führte das Duo über das Sauerland und durch den Harz, wo am Brocken ein Stopp eingelegt wurde. Auf den Berg seien sie jedoch nicht mit den Rollern gekommen, sagt Bender und lacht. „Wir sind da mit der Bahn hochgefahren.“ Und trafen dort prompt auf Bekannte aus der Heimat, sagt Lemmen. „Das war sehr witzig. Denn von diesem Bekannten hatte ich mir vor unserer Fahrt ein Ersatzteil für die Schwalbe geliehen – und dann begegnen wir uns auf dem Brocken mitten im Harz.“

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Ein weiterer Höhepunkt während der Reise sei der Besuch der Bundeshauptstadt gewesen. „Eigentlich wollten wir mit den Rollern ans Brandenburger Tor fahren – ich mit meinem West-Roller und Thomas mit seinem Ost-Roller“, erzählt Bender. Da machte die Technik den beiden dann aber einen Strich durch die Rechnung. „50 Meter vor dem Brandenburger Tor ging plötzlich nix mehr, so dass ich die Schwalbe auf den Platz schieben musste“, berichtet Lemmen

Das Problem war jedoch schnell behoben, und so konnte es weiter in Richtung Ziel gehen. „Da wir während der Fahrt viele Fotos bei Facebook gepostet haben, wussten unsere Kameraden in Königs Wusterhausen schon, wann wir kommen würden – und haben uns einen tollen Empfang bereitet“, erzählt Lemmen. Auch der ehemalige Besitzer der Schwalbe erwartete das Duo. „Er glaubte gar nicht, dass wir das tatsächlich schaffen würden. Und dann ist er schon vor unserer Ankunftszeit vor seinem Garten auf- und abgegangen und hat auf uns gewartet“, sagt Bender. Lemmen ergänzt: „Ihm war vor allem wichtig, dass seine Schwalbe jetzt gut aufgehoben ist.“

Nach einer Woche kamen die beiden Rollerpiloten schließlich am Ziel an und konnten direkt in den Feiermodus umschalten. „Freitagabend waren wir dort, am Samstag feierten wir mit der Feuerwehr von Königs Wusterhausen ihr 130-jähriges Bestehen, und am Sonntag sind wir dann mit dem Zug wieder nach Hückeswagen gefahren“, sagt Bender.

Die Roller haben sie in Brandenburg gelassen, aber nur für kurze Zeit. „In Kürze fahren wir wieder hin und holen die beiden Roller ab – dann aber mit dem Auto“, sagt Lemmen. Der Jugendfeuerwehr-Leiter hofft nun auf weiterhin Sonnenschein. „Denn das Rollerfahren macht mir richtig viel Spaß – am meisten natürlich bei so gutem Wetter“, sagt er und lacht.

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