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Hückeswagener Feuerwehr mit 60 Kräften bei Großbrand

Feuer am Drosselweg in Hückeswagen : Feuerwehr mit 60 Kräften bei Großbrand

Fast zehn Stunden dauerte der Einsatz der Rettungskräfte beim Großbrand eines Hauses am Drosselweg am Sonntag. Die Bilanz: drei Leichtverletzte und neun unter Schock stehende Nachbarn. Das Haus wurde durch das Feuer zerstört.

Der Anblick wirkt gespenstisch. Das Feuer hat sich bis ins Obergeschoss des Hauses am Drosselweg in Wiehagen durchgefressen. Schwarz verkohlte Balken sind zu erkennen. Ein Totalschaden, nicht mehr bewohnbar. Die Flammen haben wirklich alles zerstört. Kurios: Als die ersten Notrufe bei der Feuerwehr am Sonntag gegen 16.37 Uhr eintreffen, ist die Rede von einem kleinen Brand in einer Küche. Da passt die große Rauchwolke, die schon von der Wiehagener Straße aus zu sehen ist, nicht richtig zu. Vor dem Haus ist die Irritation dann komplett: Den Einsatzkräften schlagen mächtige Flammen aus dem Erdgeschoss entgegen, der Rauch quillt aus fast allen Fenstern. Um 16.46 Uhr ist allen klar: Das ist ein Großbrand, hier brennt ein komplettes Haus. Vollalarm wird ausgelöst, die komplette Feuerwehr Hückeswagen ist schnell vor Ort, knapp 60 Kräfte. „Dieses Ausmaß war allen nicht bewusst“, berichtet Feuerwehrchef Karsten Binder am Montagvormittag von einem sehr intensiven Einsatz, der bis 3 Uhr nachts gedauert hat. Die Flammen griffen sehr schnell vom Erdgeschoss ins Dachgeschoss über, auch in den Zwischendecken gab es jede Menge Brand- und Glutnester.

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Wegen dieser langen Einsatzdauer wurde am Sonntagabend auch das Technische Hilfswerk der Schloss-Stadt um Hilfe gebeten,um die Einsatzstelle richtig auszuleuchten und im späteren Verlauf auch ein Gerüst aufzubauen. „Das Haus ist so verwinkelt, dass wir mit unserer Drehleiter vor allem die Rückfront nicht erreichen konnten“, sagt Binder. Vom Gerüst aus konnten die Einsatzkräfte der Feuerwehr schließlich die Dachhaut öffnen und die Pfannen entfernen. „Denn wenn sie nur Wasser auf die Ziegeln spritzen, passiert gar nichts, das Wasser perlt ab wie der Regen“, erläutert Binder. So käme man nicht in die Tiefe, dahin, wo es kräftig weiterglimmt. Mit Strahlrohren gelingt es den Feuerwehrleuten, die Glut- und Brandnester aufzuspüren und abzulöschen. Eine zeitaufwendige Arbeit, bis 23.30 Uhr dauern die Nachlöscharbeiten. Dann wird das Gerüst zurückgebaut, aufgrund der enormen Hitzeentwicklung bleiben sechs Kräfte der Löschgruppe Holte bis 2.30 Uhr als Brandwache vor Ort, kontrollieren den Brandort auch mit Wärmebildkameras. Sie müssen glücklicherweise nicht mehr eingreifen, was auch den schon etwas kühleren Temperaturen im unteren zweistelligen Bereich zu verdanken ist. Nachts kommt auch noch die Polizei zum Drosselweg und beschlagnahmt das Haus für die Untersuchungen zur Brandursache. Der Oberbergische Kreis hat den „Abrollbehälter Atemschutz“ geschickt – mit Ersatzgeräten, die in Gummersbach lagern und für Großeinsätze vorgehalten werden. Die Geräte der Hückeswagener Feuerwehr werden nun in der Werkstatt in der Kreisstadt komplett auseinandergebaut, gereinigt, desinfiziert und geprüft und kommen dann im Austausch mit den Ersatzgeräten, die jetzt auf allen Fahrzeugen der Hückeswagener Feuerwehr zu finden sind, wieder zurück in die Schloss-Stadt. Während des Großeinsatzes am Drosselweg am Sonntag übernahmen Mitglieder der Löschgruppe Hämmern der Feuerwehr Wipperfürth Bereitschaft in der Wache an der Bachstraße – für mögliche Paralleleinsätze, zu denen es aber nicht kam.

Bilanz des Feuerwehrchefs am Montag: Der Hauseigentümer kommt mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus, zwei Einsatzkräfte der Feuerwehr verletzen sich leicht, neun unter Schock stehende Nachbarn müssen vom Rettungsdienst behandelt werden. Hilfe kommt hier von Kräften aus Wermelskirchen und Remscheid. Die Wiehagener Straße blieb für die Dauer des Einsatzes zwischen den beiden Märkten Penny und Edeka gesperrt, hier musste die Feuerwehr die Einsatzfahrzeuge abstellen, weil das Brandhaus in einer Sackgasse steht. Auch einige Nachbargrundstücke mussten die Einsatzkräfte betreten, um an das brennende Haus zu gelangen. „Viele Nachbarn haben uns unterstützt, Getränke gebracht, das war sehr löblich“, sagt Binder.