Hückeswagener Bürgermeister spielt gegen den Schachnachwuchs

Hückeswagen : Eine Runde Schach mit dem Bürgermeister

Die Schachspielgemeinschaft Hückeswagen hatte zum Wettkampf „Schloss gegen Schule“ eingeladen.

Es herrscht höchste Konzentration. Bürgermeister Dietmar Persian und der 17-jährige Tom Arnz blicken gebannt auf das große Schachspielfeld, das Lothar Schnell auf den Boden im Foyer des Bürgerbüros geklebt hat. Die Uhr läuft. Jeder der beiden Spieler hat insgesamt 30 Minuten Zeit, um für seine Züge zu überlegen. Und beide brauchen diese Zeit. Mit ernsten Gesichtern widmen sie sich dem jahrhundertealten Strategiespiel. Beäugt von Mitgliedern der Schachspielgemeinschaft Hückeswagen und Passanten liefern sich der Bürgermeister und der erfolgreichste Jugendspieler der Schachspielgemeinschaft ein spannendes Match.

Er habe als Kind und Jugendlicher Schach gespielt, hatte Persian vor dem Spiel erzählt, und er habe es dann mit seinen eigenen Kindern wieder aufgenommen. Aber seit einer Weile habe er nun pausiert. „Aber ich mag Schach“, hatte der Bürgermeister ergänzt und sich dann für die weißen Figuren entschieden. In Tom Arnz hat er einen würdigen Gegner. Der spielt auch im Verein in Lennep und hat bereits beachtliche Erfolge errungen. Und diese Erfahrung im Spiel kommt ihm dann auch zu Gute: Er setzt den Bürgermeister nach einem konzentrierten Spiel Schachmatt.

„Ich wollte eigentlich gewinnen“, sagt Dietmar Persian schließlich, „aber ich ahnte schon, dass es schwer wird.“ Vor allem gehe es ihm aber mit der Aktion „Schloss gegen Schule“ um die Förderung des Schach-Nachwuchses. Bei den Stadtmeisterschaften sei er mit Lothar Schnell ins Gespräch gekommen und habe überlegt, wie man Jugendliche auf das Spiel aufmerksam machen könne. Damals entstand die Idee, die erfolgreichen Jugendspieler bei einer Veranstaltung mit Kaffee, Kuchen und Schachbrett gegen den Bürgermeister antreten zu lassen.

„Wir freuen uns über die Unterstützung“, sagt Lothar Schnell im Foyer des Bürgerbüros und wirbt für die Treffen der Spielgemeinschaft. Kinder und Jugendliche, die spielerische Konzentrationsübungen mögen, vielleicht sogar einen Hang zu Naturwissenschaften haben, Strategiespiele bevorzugen, die seien beim Schach genau richtig. „Es ist ein stilles Spiel und jeder kämpft für sich“, erklärt Schnell.

Dietmar Persian versucht sein Glück am Samstagnachmittag gleich noch einmal – im zweiten Spiel tritt er gegen Justus Zimmermann an. Der hat aus Wipperfürth den Weg zur Spielgemeinschaft gefunden. „Ich habe in der Denkspiel-AG in der Grundschule Schach gelernt“, erzählt der 13-Jährige. Jedes Spiel sei anders und eine neue Herausforderung. „Das fasziniert mich“, sagt Justus.

Weil seine Eltern das Verlieren gegen ihn irgendwann leid waren, suchten sie den Kontakt zur Spielgemeinschaft. „Jetzt gegen den Bürgermeister anzutreten, ist sehr spannend“, sagt Justus noch, bevor er sich für den ersten Zug entscheidet. Auch er wird das Spiel schließlich gewinnen und den Bürgermeister Schachmatt setzen. Dietmar Persian lässt sich die gute Laune aber nicht verderben – und freut sich über den vielversprechenden Schach-Nachwuchs in Hückeswagen.

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