Hückeswagener Bürgermeister im Bürger-Dialog

Kolpingsfamilie : Bürgermeister im Bürger-Dialog

Bei der Kolpingsfamilie sprach Dietmar Persian über die Stadtentwicklung.

Der Bürgermeister muss sich oft unbequemen Fragen stellen oder sich für unpopuläre Entscheidungen rechtfertigen – und sei es für zwölf Bäume, die für die Erschließung des neuen Industriegebiets West 3 weichen müssen. Solchen Fragen stellte sich Dietmar Persian bei einem Vortragsabend der Kolpingsfamilie zur Stadtentwicklung. Die Bürger hatten die Gelegenheit, sich in kleiner Runde über den aktuellen Stand geplanter Bauvorhaben, zu erkundigen. Im Anschluss entstand eine Diskussion, bei der Persian auch Anregungen und Kritiken aufnahm.

Neben den städtischen Finanzen war das Integrierte Stadtentwicklungskonzept ein großes Thema. Zur Stärkung des Stadtzentrums soll mit Bürgerbeteiligung ein Konzept erarbeitet werden, bei dem Bahnhofsplatz, Bahnhofsstraße, Stadtpark, Schloss und die bald leerstehenden zwei Schulgebäude an der Kölner Straße im Fokus stehen. Von besonderem Interesse war die künftige Nutzung des Schlosses. „Ich könnte mir da weit mehr vorstellen als ein reines Verwaltungsgebäude“, sagte Persian und nannte eine kulturelle Nutzung oder ein touristisches Angebot als Beispiel. „Wenn man schon für die Brandschutzauflagen viel anlegen muss, dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt, darüber nachzudenken“, sagte er. Den Bürgern war es wichtig, dass das Gebäude der Öffentlichkeit zugänglich bleibt, so dass auch der Schlossplatz weiter für Konzerte, Altstadtfest oder Rosenmontagszug genutzt werden kann.

Angesprochen wurde auch die Baumaßnahme an der Bachstraße. Das Mehrfamilienhaus neben der Feuerwache ist vielen Hückeswagenern ein Dorn im Auge. „Eine fürchterliche Bauweise. Die Stadt sollte über eine Bausatzung für den Innenstadtbereich nachdenken, um das Stadtbild ansatzweise zu erhalten. Es sind schon viele historische Gebäude verloren gegangen“, meinte ein Mitglied der Kolpingsfamilie.

Zum Ende überreichte die Kolpingsfamilie eine Spende von 500 Euro für Spielgeräte. „Das Geld werden wir in einen neuen Federbalken auf dem Spielplatz Dierl investieren“, sagte Persian. Etwas enttäuscht waren die Organisatoren von der geringen Beteiligung von nur knapp 20 Hückeswagenern. „Auch wir müssen wohl Tribut an den derzeit populären Handball zahlen“, vermutete der Vorsitzende der Kolpingsfamilie, Stephan Teders, dass die Handball-WM eine starke Konkurrenz gewesen sei.

(heka)