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Hückeswagener Bever-Wirte sind geschockt über die Damm-Sperrung

Bever-Talsperre in Hückeswagen : Bever-Wirte sind geschockt über die Damm-Sperrung

Ab Freitag, 3. Juli, ist der Beverdamm zu Testzwecken drei Monate lang für den motorisierten Verkehr gesperrt. Die Bever-Gastronomen befürchten gravierende Einnahmeverluste und kritisieren die Entscheidung des Kreises.

Erst kam die Corona-Krise, die die Gastronomen zur Schließung ihrer Lokale zwang – ab Freitag könnten Gäste durch die Sperrung der Staumauer zusätzlich von einem Besuch der Gaststätten entlang der Bever-Talsperre abgehalten werden. Die Gastwirte sind geschockt. „Wir sind doch schon gebeutelt genug durch Corona“, sagt Mick Lorenz, Inhaber des Ausflugslokals „Zornige Ameise“. Viele Motorradfahrer, die an der Staumauer eine Pause einlegen, zählen zu seinen Gästen. Diese müssen nun einen enormen Umweg durch die Stadt sowie über die K11 und Großberghausen in Kauf nehmen, um zur „Zornigen Ameise“ zu gelangen.

Begründet wird die Sperrung unter anderem mit dem gesteigerten Verkehrsaufkommen rund um die Freizeitregion Bever-Talsperre, bei dem die Staumauer zu einer Gefahrenstelle geworden sei. Michael Radermacher, Pächter der Beverklause, sieht die Maßnahme zwiespältig. Er könne die Gefahr verstehen, wenn Moped- und Autofahrer auf der Strecke regelrecht „die Sau rauslassen“. „Man sieht es ja an den Reifenspuren auf dem Damm“, sagt er. Den Zeitpunkt der Sperrung hält er angesichts der anstehenden Baumaßnahmen in der Umgebung für absolut ungünstig. Zum einen denkt Radermacher an die Sanierung der B 483 zwischen Rade und Hückeswagen, zum anderen an den Ausbau des Radwegs an der östlichen Seite der Talsperre Richtung Oberlangenberg. „Außerdem verlegt die BEW Glasfaserkabel an der Großberghauser Straße“, sagt er. Nicht nur Gäste hätten es dann schwer, zu den Gaststätten und an die Bever zu gelangen. Auch der Wirt muss für seine Fahrten zum Großmarkt große Umwege in Kauf nehmen.

Strikt gegen die Sperrung ist Maik Wickesberg vom Freizeitparadies Beverblick. „Uns werden jede Menge Kunden wegfallen, die von Wipperfürth kommen“, sagt er. Die Begründung zur Sperrung kann er nicht nachvollziehen – von einem Unfallschwerpunkt auf dem Damm könne keine Rede sein. „Der letzte Unfall ist dort vor zehn Jahren passiert, außerdem wurde schon Tempo 50 eingeführt“, sagt Wickesberg. Die Pommes- und Eisbude am Damm seien schon vor längerer Zeit verbannt worden. Wenn nun noch Parkplätze entlang der Talsperre durch den geplanten Radweg wegfallen, würden Ausflügler sich kaum noch aufhalten und damit auch ihr Geld nicht hier lassen. „Die paar Wanderer werden den Laden nicht retten“, sagt der Gastronom. In Sachen Tourismus und Attraktivitätssteigerung sieht Wickesberg die Sperrung eher als Rückschritt.