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Hückeswagener Berufskolleg ist jetzt eine „Smart School“

Leben & Lernen in Hückeswagen : Berufskolleg ist jetzt eine „Smart School“

Die berufsbildende Schule bekam das Siegel für ihr digitales Engagement. Bis zum Vorjahr haben nur fünf Schulen in NRW dieses Zertifikat erhalten.

Dass das Berufskolleg Hückeswagen ein Näschen für Innovationen und die Augen immer am Puls der Zeit hat, hat die private Einrichtung bereits vielfach unter Beweis gestellt. Jetzt ist die 2009 vom Hückeswagener Harald Pflitsch mitbegründete Privatschule um ein entsprechendes Zertifikat reicher: Ihr wurde jüngst das Siegel der „Smart School“ verliehen. „Das ist ein Wettbewerb, der seit drei oder vier Jahren bereits von der Bitkom, dem Digitalverband Deutschlands, ausgeschrieben wird“, sagt der Leiter des Berufskollegs Gunnar Mühlenstädt.

Der Digitalverband setzt sich mit dem Projekt „Smart School“ für eine zeitgemäße und moderne Arbeit an berufsbildenden Schulen ein. Damit sollen die digitalen Transformationen an den deutschen Schulen vorangetrieben werden. „Es werden Schulen ausgezeichnet, die digitales Lernen und digitale Bildungsangebote nicht nur in der Theorie durchdenken, sondern sie auch beispielhaft in die Realität umsetzen“, sagt Mühlenstädt.

In der Tat ist dies auch kein Problem für das Berufskolleg im ehemaligen Marienhospital. Denn dort wird seit etwa einem Dreivierteljahr die Digitalisierung der Bildung in aller Konsequenz vorangetrieben. „Die Auszeichnung ist letzlich eine Bestätigung für den Weg, den wir hier eingeschlagen haben“, sagt Mühlenstädt.

Der Wettbewerb „Smart School“ richtet sich an alle berufsbildenden Schulen in Deutschland. „Seitdem er ins Leben gerufen wurde, sind bereits 41 allgemeine berufsbildenden Schulen ausgezeichnet worden, in Nordrhein-Westfalen waren es nur fünf“, sagt Mühlenstädt. Darunter sei auch nur ein Berufskolleg gewesen, das Erich-Gutenberg-Berufskolleg in Köln. Dass die zehnköpfige Jury sich für das Hückeswagener Berufskolleg entschieden habe, sei daher auf jeden Fall eine besondere Auszeichnung, betont der Leiter des Berufskollegs.

Es gebe einige Bewertungskriterien, die ausschlaggebend für die Auszeichnung seien, sagt Mühlenstädt. „Besonders wichtig ist natürlich die digitale Infrastruktur.“ Dazu zählen etwa flächendeckendes WLAN, Smartboards, VR-Brillen, eine intelligente Schulverwaltung, mobile digitale Endgeräte für Schüler und Lehrer. „Das ist im Berufskolleg vorhanden. Wichtig ist dann auch, dass die pädagogischen Inhalte auf das digitale Lernen abgestimmt sind“ sagt Mühlenstädt. Schließlich nützten die fundiertesten Inhalte nichts, wenn sie nicht im digitalen Bereich um- und eingesetzt werden könnten. Es müsse sich dabei indes um umfassende Inhalte handeln. „Das Hochladen des einen oder anderen Texts als PDF-Datei reicht da nicht aus“, sagt der Berufskollegleiter.

Inhalte sind das eine, ihre digitalen Vermittlungsmöglichkeiten das andere – letztlich muss es in der Schule aber auch ein Kollegium geben, das mit im Boot ist. „Hierfür müssen Fortbildungen mit Bezug zur Digitalisierung der Lehrkräfte nachgewiesen werden.“ Weitere Kriterien würden sich auf die schuleigene Vision einer „Smart School“, ein diesbezügliches Projektmanagement sowie das grundsätzliche Transferpotenzial der jeweiligen Rahmenbedingungen an andere Schulen und diverse Unterstützer aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung beziehen.

Nachdem all diese Unterlagen zusammengestellt und eingereicht wurden – natürlich online –, kam Anfang des Jahres die gute Nachricht aus Berlin. „Eigentlich sollten wir zur Verleihung der Urkunde in die Bundeshauptstadt fahren. Dieser offizielle Termin wurde dann aber wegen der sich anbahnenden Corona-Krise gestrichen“, sagt Mühlenstädt. Trotzdem hat das Berufskolleg mittlerweile die Urkunde übermittelt bekommen.

Abgesehen davon, dass Digitalisierung ein wichtiger Teil moderner Bildung ist, zeigt sich in Zeiten von Corona auch ihre Aktualität und Sinnhaftigkeit. „Wir können trotz der Kontaktsperre digitalen Unterricht abhalten“, sagt Mühlenstädt.