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Hückeswagener Awo-Kindergarten vom Dierl ist jetzt sechszügig

Hückeswagener Familienzentrum erhält Anbau : Awo-Kindergarten ist jetzt sechszügig

Nach knapp zehn Monaten Bauzeit ist der Anbau des Margarete-Starrmann-Familienzentrums auf dem Dierl so gut wie fertig. Damit auch die Kinder der beiden neuen Gruppen kommen können, fehlen noch ein paar Genehmigungen.

Eigentlich könnte es auf den beiden neuen Etagen des Awo-Kindergartens an der Montanusstraße heute, Montag, losgehen. Dann nämlich beginnt das neue Kindergartenjahr. Nach vierwöchiger Renovierungs- und Sommerpause wird die Einrichtung, die es seit 27 Jahren auf dem Dierl gibt, wieder mit reichlich Leben gefüllt sein. 80 Kinder der vier Gruppen im Bestandsgebäude kehren zurück bzw. sind dann das erste Mal im Kindergarten. Die 35 Jungen und Mädchen, die in den beiden Gruppen im Anbau betreut werden sollen, müssen sich dagegen noch etwas gedulden. „Rein theoretisch könnten sie kommen“, sagt Leiter Bernd Block im Gespräch mit unserer Redaktion. Allerdings fehlten noch einige Genehmigungen. „Unser Ziel ist es aber, die Kinder so zeitnah wie möglich willkommen zu heißen.“

Wenn denn auch die letzten beiden Gruppen in den Alltag eingegliedert sind, werden insgesamt 115 Jungen und Mädchen an der Montanusstraße von 25 Mitarbeiterinnen und fünf Mitarbeitern betreut. „Insgesamt haben wir dann 62 neue Kinder“, sagt Block. Außerdem ist das Margarete-Starrmann-Familienzentrum damit die erste sechszügige Einrichtung der Awo Rhein-Oberberg. Damit ist der Bedarf an Kindergarten-Plätzen in Hückeswagen komplett abgedeckt, versichert Block. Zuletzt hatte der zweizügige Waldorf-Kindergarten „Zwergenbande“ an der Ewald-Gnau-Straße im November 2020 seinen Betrieb aufgenommen. Die Einrichtung wäre der dritte sechszügige Kindergarten in den neun vom Kreisjugendamt betreuten Kommunen, in Marienheide-Müllenbach gibt es sogar einen siebenzügigen.

 Kindergartenleiter Bernd Block freut sich für die Kinder schon auf das neue Außenspielgerät, ein Holzschiff.
Kindergartenleiter Bernd Block freut sich für die Kinder schon auf das neue Außenspielgerät, ein Holzschiff. Foto: Jürgen Moll
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„Der Kreis war an uns herangetreten und hatte gefragt, ob wir noch zwei zusätzliche Gruppen anbieten können“, erinnert sich Block an frühere Gespräche. Dadurch wäre der Bedarf in Hückeswagen zu 100 Prozent erfüllt. Nach einer Abstimmung mit den Verantwortlichen der Arbeiterwohlfahrt in Engelskirchen stand fest, dass die Awo diesem Wunsch nachkommen will. Zudem lagen noch die Pläne für einen Anbau – jede Etage beinhaltet jeweils einen Gruppen-, einen Neben- und einen Differenzierungsraum sowie sanitäre Anlagen – in der Schublade, weil die Arbeiterwohlfahrt sich schon vorher beim Kreis dafür beworben hatte, damals aber die „Zwergenbande“ den Zuschlag bekommen hatte. So wurde am 19. Oktober vorigen Jahres der Grundstein gelegt.

Der Leiter ist glücklich, dass die Bauarbeiten so zügig abgewickelt werden konnten, auch wenn immer noch einige Gewerke vor Ort sind und letzte Arbeiten ausführen. „Eigentlich sollte es schwierig sein, Handwerker zu finden. Aber hier ist es gut gelungen, und alles war gut verzahnt“, freut sich Block. Die Arbeiten seien reibungslos verlaufen. Selbst wenn, wie Mitte voriger Woche, gleich sieben Gewerke auf dem Hof gestanden hätten.

 Putzig: Die Waschbecken in der Kita der Arbeiterwohlfahrt sind nach der Größe der Knirpse gestaffelt.
Putzig: Die Waschbecken in der Kita der Arbeiterwohlfahrt sind nach der Größe der Knirpse gestaffelt. Foto: Stephan Büllesbach

Ein großes Lob richtet er auch an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Das war schon eine schwierige Phase, eine Kinderbetreuung zu leisten mit Aus- und Wegräumen, Baulärm und Dreck“, betont der Leiter. Bei den Kindern kamen die Arbeiten jedoch gut an, vor allem, wenn Bagger im Spiel waren. Nur manche Eltern hätten die Gesamtsituation nicht so toll gefunden. Aber die Schließung der Einrichtung sei keine Option gewesen. „Wir haben versucht, es so erträglich wie möglich zu wuppen“, versichert er.

Angefragt hatte des Kreisjugendamt auch, ob die Awo U2-Kinder aufnimmt. Auch das wird im Anbau gewährleistet sein – in einer der beiden neuen Gruppen werden Kinder zwischen einem halben Jahr und dem dritten Lebensjahr betreut. Dort, im Untergeschoss, ist auch ein Schlafraum mit zwei Bettchen und einigen Matratzen eingerichtet, weil die Kleinsten doch einen höheren Schlafbedarf haben.

Für Block war es zudem wichtig, dass sich der Bestands- und der Anbau nicht voneinander unterscheiden. So sind nun alle Böden und Türrahmen gleich, ebenso die Wand- und Deckenfarben. Zudem ist der Kindergarten komplett barrierefrei, wurde doch im Anbau ein Aufzug eingebaut. Und auch das Außengelände wurde teilweise neugestaltet. Hier sind eine Wasserlandschaft entstanden sowie ein Holz-Schiff, die beide von den Kindern ab sofort in Beschlag genommen werden können.

In den vergangenen Wochen wurde zudem der Altbau saniert. Neue Böden wurden verlegt, es gab neue Farbe auf die Wände, eine neue Kinderküche kam, und neue Möbel wurden aufgestellt. Das Margarete-Starrmann-Familienzentrum erstrahlt zur Wiedereröffnung also im neuen Glanz.