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Hückeswagener ärgert sich über Fehlverhalten in Corona-Zeit

Hückeswagen in der Corona-Krise : Verägert über Fehlverhalten in der Corona-Zeit

Hückeswagener kritisiert, dass manche Menschen keinen Abstand einhalten und andere die Maske falsch oder gar nicht tragen. Das Ordnungsamt achtet darauf und hat auch schon Bußgeldverfahren eingeleitet.

Erich Gottschall ist sauer. Am Bürgermonitor äußert der Hückeswagener seinen Unmut „über verschiedene Mitbürger, die offensichtlich nicht verstanden haben, was man unter weniger Kontakte und Maskentragen versteht“. Beispiel für das Fehlverhalten einiger in Zeiten der Corona-Pandemie fügt er hinzu. So beobachtet Gottschall häufig Menschen, die über den Etapler Platz laufen und dabei die Maske als „Kinnwärmer“ nutzen oder sie nicht tragen, weil sie rauchen. „Wo bleiben da Kontrollen?“, will er wissen. Zumal der Etapler Platz zu den Plätzen und Parkplätzen im Zentrum der Schloss-Stadt gehört, auf den das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes Pflicht ist (die BM berichtete).

„Bei unseren Spaziergängen um die Vorsperre ist uns aufgefallen, dass Menschen zu dritt oder viert nebeneinander gehen“, berichtet er. Dabei würden sie keine Rücksicht auf die entgegenkommenden Wanderer nehmen, so dass ein ausreichenden Abstand kaum einzuhalten sei. Und am Ausgang der Firma Pflitsch hat er beobachtet, wie sich vier Mitarbeiter draußen trafen – „scherzend, lachend, ohne Abstand und Masken“. Dann habe sich eine fünfte Person hinzugesellt und alle mit Handschlag begrüßt. „Als ob es Corona nicht gäbe“, kritisiert Gottschall. „So werden Viren verteilt und nach Hause getragen.“

Kontrolliert wird das Einhalten der Corona-Schutzverordnung seitens der Stadtverwaltung sehr wohl. „Die Ordnungsstreifen waren die vergangenen Tage und auch am Wochenende im ganzen Stadtgebiet unterwegs, teilweise bis Mitternacht“, versichert Roland Kissau vom Ordnungsamt auf Anfrage. Es seien auch Verwarnungen ausgesprochen und Bußgeldverfahren eingeleitet worden. „Das machen wir immer vom Einzelfall abhängig.“ In Fällen, in denen es etwas zu beanstanden gibt, erfolgt zunächst ein Hinweis, erläutert er. Das ist etwa der Fall, wenn jemand auf dem Etapler Platz die Maske nicht oder nicht richtig trägt. „In 98 Prozent der Fälle reagieren die Leute direkt und setzen die Maske richtig auf“, sagt Kissau. „Dann ist die Sache für uns erledigt.“

Bei Pflitsch sei ein umfassendes Hygienekonzept mit klaren Regelungen für die Stabilisierung interner Prozesse umgesetzt worden, heißt es in einer Stellungnahme des Unternehmens. Ein eigens dafür eingerichteter Krisenstab habe eine Unternehmensrichtlinie mit Verhaltensregeln erstellt. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehen mit all diesen Sicherheitsmaßnahmen überaus verantwortungsvoll um.“ Seit mehr als einem halben Jahr sei es bei Pflitsch nicht zu Covid-19-Infektionen gekommen. Dass die definierten Verhaltensregeln und Hygiene-Maßnahmen nicht eingehalten wurden, sei bislang nicht festgestellt worden. „Wir werden das Team aber weiter sensibilisieren, sich an alle Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln zu halten“, versichert die Geschäftsführung.

(büba)