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Hückeswagen: Zwei Tage den Bergischen Panoramasteig erfahren

Drei Hückeswagener Moutainbiker auf dem Wanderweg : Zwei Tage den Panoramasteig erfahren

Drei Hückeswagener Freunde erkundeten fast nonstop den Bergischen Panoramasteig mit dem Mountainbike. Der Fernwanderweg birgt für Radfahrer ganz andere Herausforderungen als für Wanderer, stellte das Trio fest.

Für Wanderer ist der 244 Kilometer lange Bergische Panoramasteig eine perfekte Gelegenheit, die Schönheit des Bergischen Lands etappenweise kennenzulernen. Die drei Hückeswagener Holger Stoffel, Sven Schäfer und Martin Enge haben diesen Weg jetzt vom Sattel aus erkundet und dabei einige Hürden meistern müssen. „Teilweise mussten wir unsere Räder schultern und standen auch schonmal auf einer Kuhwiese zwischen 40 Kühen, die einen dumm anguckten“, berichtet Holger Stoffel von diesem besonderen Abenteuer.

Er war es auch, der die Idee zu dieser Mountainbike-Tour auf dem Fernwanderweg hatte, da in diesem Jahr sämtliche sportlichen Wettkämpfe aufgrund der Corona-Pandemie ausfallen mussten. „Ich habe mir Gedanken gemacht, was man stattdessen machen könnte. Da kam mir die Idee, den Bergischen Panoramasteig mit zwei Freunden zu fahren“, berichtet der 50-Jährige. Immerhin liege der Weg fast direkt vor seiner Haustür an der Kölner Straße. Und die gelben Wegezeichen, mit denen der Sauerländische Gebirgsverein den Premiumwanderweg gekennzeichnet hat, begegneten ihm immer wieder auf seinen Touren durch die Region.

Als Mitstreiter sagte Sven Schäfer gleich zu, Martin Enge war für einen verunglückten Kollegen eingesprungen. „Damit haben wir zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, denn Martin ist Zweirad-Mechaniker und auch Masseur“, berichtet Stoffel lachend von den optimalen Voraussetzungen für eine gelungene Moutainbike-Tour.

Nicht ganz so gelungen war das Wetter am ersten August-Wochenende: „Wir sind am Samstagmorgen um 7 Uhr am Bürgerbad gestartet und erst einmal sechs Stunden im Regen gefahren“, erinnert sich der Familienvater. Besonders auffällig waren die Schäden in der Natur durch die Trockenheit und den Borkenkäfer. Ganze Wälder seien verschwunden, Bäume mit den Wegezeichen fehlten. „In Wipperfürth-Ohl war auf einmal kein Weg mehr zu sehen, und wir mussten teilweise über umgekippte Bäume klettern“, berichtet Stoffel. Andere Wegstellen seien komplett gesperrt gewesen und mussten umfahren werden.

Zwei Tage waren die drei Freunde mit dem Rad unterwegs. Die reine Radfahrzeit betrug 25 Stunden bei 6700 überwundenen Höhenmetern. Die Nacht verbrachten die Hückeswagener in einer Unterkunft in Waldbröl, um nicht Gefahr zu laufen, sich bei Dunkelheit im Wald zu verfahren.

Am Sonntag begegnete das Trio fünf Mountainbikefahrern, die den Panoramasteig in der entgegengesetzten Richtung erkundet hatten – darunter auch Sportlerkollegen und Triathlet Klaus Höller aus Hückeswagen. Er half den drei Radfahrkollegen mit Öl zum Schmieren der trockengefahrenen Fahrradketten aus.

Die zweitägige Radtour auf dem Bergischen Panoramasteig haben die Hückeswagener sehr genossen, zumal der Weg landschaftlich reizvoll ist und nur selten Straßen überquert werden müssen. „Da braucht man keinen Urlaub“, meint Stoffel.

Schon im Februar hatte er mit der Teilnahme am 28. Eifelmarathon eine Abenteuertour auf dem Rad erlebt. Die 180 Kilometer lange Strecke über unbefestigte Wege und zu einer Jahreszeit, in der man normalerweise Schlitten fährt, sei schon eine Herausforderung gewesen. Normalerweise ist der sportliebende Hückeswagener aber mit seinen zehn- und 13-jährigen Söhnen in der Region unterwegs. „Wir gehen Radfahren, Laufen oder Schwimmen“, erzählt der Hückeswagener, der mit diesen Aktivitäten auch die Corona-Zeit bisher gut überstanden hat.

Die nächste Erlebnistour mit dem Rad ist noch nicht geplant. „Vielleicht fahren wir den Panoramasteig dann andersherum“, überlegt der Mountainbiker. „Vom Höhenprofil her gefällt er uns aber andersherum vielleicht gar nicht so gut“, fügt er schmunzelnd hinzu.