Hückeswagen: Yvonne Willicks legt ein unterhaltsames Glaubenszeugnis ab

Kolpingsfamilie : Ein unterhaltsames Glaubenszeugnis

Moderatorin Yvonne Willicks kennen die Hückeswagener in erster Linie als Verbraucherjournalistin. Montagabend war sie mit einem anderen Thema zu Gast und stellte im Kolpinghaus ihr neues Buch „Glaube ganz einfach“ vor.

Als „liebe Kolpingschwester und Hausfrau des Landes“ – so begrüßte Stefan Teders, Vorsitzender der Hückeswagener Kolpingsfamilie, den Gast am Montagabend: Yvonne Willicks, Moderatorin und Verbraucher-Journalistin, stellte im Saal des Kolpinghauses vor mehr als 60 Zuschauern ihr aktuelles Buch „Glaube ganz einfach“ vor.

Dabei war Willicks gut gelaunt wie immer, sagte sie etwa zur Begrüßung: „Sie haben Glück, dass ich direkt von der Servicezeit komme – dann sehe ich wenigstens gut aus.“ Auch sonst wusste sie ihr Publikum mit ihrer erfrischend herzlichen Art zu begeistern. Sie hatte zwar ihr Buch dabei, erzählte aber in den etwa anderthalb Stunden ganz oft auch völlig frei davon, wie sie zum Glauben gekommen war und was er ihr bedeutete.

Interessant war, dass Willicks gar nicht aus einem besonders christlichen Umfeld kam. „Ich musste mich als Kind entscheiden, ob ich in den katholischen oder evangelischen Religionsunterricht gehen wollte. Damals war ich noch nicht getauft – und auf dem Weg zur Schule entschied ich mich dann für katholisch“, sagte Willicks. Sie betonte, wie glücklich sie und ihre Schwester sich schätzen konnten, in der Kirche damals richtig gute Mentoren gefunden zu haben. „Ich habe schließlich in der Marienkirche in Kamp-Lintfort alles erlebt – außer Sex“, sagte sie und schmunzelte. Und spielte damit darauf an, dass sie dort getauft wurde, die Heilige Kommunion empfing, gefirmt wurde – und auch ihren Mann Markus, seines Zeichens Kirchenmusiker, heiratete. „Geknutscht haben wir aber immer auf dem Parkplatz“, sagte sie unter dem Gelächter des Publikums.

Schön war zu sehen, dass Glauben, zumal katholischer, gar nicht so bierernst sein muss. Willicks garnierte diese Erkenntnis mit allerlei Anekdoten aus ihrer ganz persönlichen Kirchengeschichte. Wenn sie etwa von einer Aufführung der Passionsgeschichte der Jugend erzählte, bei der der Jesus-Darsteller am Kreuz schließlich sagte: „Es ist prachtvoll.“ Anstatt: „Es ist vollbracht.“ Natürlich sei ihr Glaube nicht nur einfach. Etwa, wenn sie vom Krebstod ihres Vaters erzählte, der unter unwürdigen Bedingungen im Krankenhaus starb. „Da hatte ich wirklich ein Problem damit, an das Wort zu glauben: Tiefer, als in Gottes Hand, kannst du nicht fallen“, sagte Willicks. Als sie dann jedoch den entspannten Gesichtsausdruck ihres toten Vaters sah, als er vor dem Begräbnis noch einmal aufgebahrt wurde, während die Trauernden das Vater Unser sprachen, war ihr Glaube an dieses Wort wieder gefestigt.

Es war schön, beruhigend und ein wenig seelenstreichelnd, Willicks zuzuhören. Denn sie machte Mut, das Wirken Gottes und des Heiligen Geistes im Alltag zu erkennen. Vor allem dann, wenn das Leben Nackenschläge bereithält; wenn sie davon erzählte, dass sie für befreundete Eltern da sein konnte, die gerade ihre junge Tochter an Krebs verloren hatten. „Ich habe Gott dafür gedankt, dass ich dafür die Kraft hatte“, sagte Willicks.

Die Zeit verging wie im Flug, man hätte Willicks noch lange zuhören können. Schön war zudem, dass die Lesung vom Organisten der katholischen Pfarrkirche, Hans-Peter Arnold, immer wieder passend mit den einen oder anderen Kirchenlied untermalt wurde. Als etwa gemeinsam „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ gesungen wurde, war das direkt ein Gänsehautmoment.

Mehr von RP ONLINE