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Hückeswagen: Wollige Rasenmäher an der Wupper-Talsperre

Wupperverband in Hückeswagen : Wollige Rasenmäher an der Wupper-Talsperre aktiv

400 Schafe sind für den Wupperverband im Einsatz. Sie fördern den Artenreichtum. In hartnäckigen Fällen wird nachgemäht.

Ein wahrhaft tierisches Projekt: Der Wupperverband setzt sich seit vielen Jahren in einer Kooperation mit den Biologischen Stationen im Verbandsgebiet für Artenschutzprojekte ein. Eines davon ist an der Wupper-Talsperre in der Nähe von Haus Hammerstein in Hückeswagen angesiedelt.

2014 waren viele Flächen am Ufer dicht von Drüsigem Springkraut und Adlerfarn bewachsen. Auch Brombeer- und Himbeergebüsche hatten die Wiesenflächen überwachsen, berichtet der Wupperverband. Inzwischen sehe es dort aber ganz anders aus. Die Biologischen Stationen Oberberg und Mittlere Wupper wurden vom Wupperverband im Zuge eines Kooperationsprojektes beauftragt, die Flächen zu begutachten und Pflegemaßnahmen vorzuschlagen.

Viele Flächen liegen im Naturschutzgebiet „Ufer und Talhänge der Wupper-Talsperre“. Es handelt sich um Ausgleichsflächen, die beim Bau der Talsperre ausgewiesen wurden und für die eine bestimmte Nutzung vorgeschrieben wurde. „In den meisten Fällen sollten diese Flächen als Ausgleich für die gefluteten Grünlandflächen dienen und deshalb auch in der Folge wie Wiesen oder Weiden bewirtschaftet werden“, berichtet Susanne Fischer, Pressesprecherin des Wupperverbandes. In Teilbereichen seien Obstbäume gepflanzt worden, um artenreiche Streuobstwiesen zu entwickeln. „Aber es war Zeit, die Bewirtschaftung der Flächen nochmal anzugehen, um die Verbreitung von Drüsigem Springkraut einzudämmen“, schreibt sie. Aus diesem Grund empfahlen die Biologischen Stationen, in diesen offenen Bereichen eine Beweidung durch Schafe aufzunehmen. Seit 2016 grasen 400 Schafe an den Hängen der Wupper-Talsperre und halten die Vegetation kurz. Die Schafherde zieht dabei zunächst im Frühjahr und ein zweites Mal im Spätsommer rund um die Talsperre. In ganz hartnäckigen Fällen wird auch per Hand nachgemäht – gerade dort, wo der Adlerfarn in die Flächen drängt oder eine zu starke Verbuschung herrscht.

Am Ostufer der Wupper-Talsperre südlich von Hammerstein sieht es so nach der Beweidung durch die Schafe aus. Foto: Biologische Station Oberberg, Manuela Thomas

Die Maßnahme fruchtet: Typische Grünland-Arten, wie die Gras-Sternmiere oder die Sumpf-Schafgarbe verbreiten sich gut. Das Drüsige Springkraut kommt nur noch am Rande zur Blüte. Auf einigen der Flächen wurden direkt nach dem Bau der Talsperre ein Dutzend kleine Tümpel angelegt. Diese waren von Gehölzen zugewachsen, so dass kein Licht mehr auf die Wasserfläche kam. Hier war das Team der Gewässerunterhaltung des Wupperverbandes gefragt. Durch die Freistellung der Tümpel werden sie wieder durch typische Amphibien- und Libellenarten wie den „Vierfleck“ besiedelt.

Seit 2013 setzen sich die Biologischen Stationen Ennepe-Ruhr-Kreis, Mittlere Wupper, Oberberg, Rhein-Berg, die NABU Naturschutzstation Leverkusen-Köln und der Wupperverband im Rahmen eines gemeinsamen Umweltnetzwerks für den Biotop- und Artenschutz ein. Ziel der Kooperation ist es, mit praktischen Projekten im Wupperverbandsgebiet den Artenschutz zu fördern und die biologische Vielfalt zu erhalten und zu entwickeln.

2018 trat auch das Naturschutzzentrum Märkischer Kreis dem Umweltnetzwerk bei. Im Oktober 2019 wurde die Kooperation der Biologischen Stationen und des Wupperverbandes als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Infos auch im Internet.
www.wupperverband.de