Hückeswagen: Wohnzimmerkonzert mit Franzi Rockzz im Kultur-Haus

Dünne Kulisse: Wohnzimmerkonzert mit Franzi Rockzz im Kultur-Haus

Die Wuppertaler Sängerin und Songwriterin Franzi Rockzz präsentierte mit Akustikgitarre und Mikrofon vor 20 Zuhörern ihre meist melancholischen, immer aber sehr melodischen Songs.

Es waren eher ungewohnte Töne, die im Kultur-Haus Zach zu hören waren. Die Wuppertaler Sängerin und Songwriterin Franzi Rockzz präsentierte mit Akustikgitarre und Mikrofon vor 20 Zuhörern ihre meist melancholischen, immer aber sehr melodischen Songs. Dabei wusste vor allem die dunkle und kräftige Stimme der jungen Frau zu gefallen, mit der sie ihre nachdenklichen Texte vortrug. Die latente Schwere des Gebotenen konnte aber auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Franzi offensichtlich richtig Lust aufs Musikmachen hatte.

„Und eigentlich bin ich ja eh ein fröhlicher Mensch“, sagte sie. Worauf aus dem Publikum der Satz eines jungen Mannes kam: „Ich find‘s hier sehr schön!“ Eine andere Zuhörerin ergänzte: „Wir fühlen uns alle sehr wohl hier!“ Nicht, dass Franzi diese Aufmunterung nötig gehabt hätte. Sie sagte zwar angesichts der dünnen Kulisse: „Ich weiß ja auch nicht, wo die ganzen Hückeswagener sind.“ Gab sich dann aber gleich humorvoll geschlagen, als aus dem Publikum herzlich zurückkam: „Wir sind doch hier.“ Wortwechsel wie diese waren symphtomatisch für diesen von guter Stimmung geprägten Abend. Denn Franzi hatte nicht nur diese tolle Stimme und ein ausgeprägtes Händchen für gut komponierte Songs, sie schaffte es auch spielerisch, in Kontakt mit ihrem Publikum zu kommen. So bewegte man sich auf einer Ebene, quatschte zwischen den Stücken launig hin und her und hatte so etwas wie ein gemütliches Wohnzimmerkonzert.

Letztlich standen aber schon die Songs im Vordergrund. Und die machten Spaß, eben weil sie in sich stimmig komponiert und arrangiert waren. Etwa „Heaven‘s Gate“ oder „My Personal Revolution“. Oder das Liebeslied „Cardboard Box“, zu dem Franzi süffisant anmerkte: „Es ist ja ganz selten so, dass es in der Musik mal um Liebe geht...“ Oder ihre „Ode an Vincent van Gogh“, vor der sie die im Kultur-Haus Zach derzeit hängenden Bilder des Hückeswagener Fotografen Hans Dieter Schmitz lobte. Oder ihre „Kritik an einer vollkommen verrückt gewordenen Konsumgesellschaft“, das energische Stück „Road To Perdition“.

Die Mischung aus flotteren und langsameren Stücken kam gut an, so dass der Abend wie im Flug verging. Und da die Hückeswagener Musiker Dustin Stoy und Kevin Gedert sich spontan dazu bereiterklärt hatten, den Abend mit einigen alten und neuen Sogs für Franzi zu eröffnen, durfte sich das Publikum am Ende sicher sein, gerade einen Abend mit handgemachter bergischer Musik von richtig talentierten Nachwuchsmusikern erlebt zu haben.

(wow)
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