Hückeswagen: Wo findet künftig der Hüttenzauber statt?

Weihnachtsmarkt in Hückeswagen : Wo findet künftig der „Hüttenzauber“ statt?

Die Diskussion ist längst entbrannt, eine Lösung aber noch nicht in Sicht. Als die Werbegemeinschaft jetzt zu einer Sitzung einlud, wurde heftig debattiert. Es geht um den Veranstaltungsort: Islandstraße oder doch lieber vorm Schloss?

Die Diskussion war heftig, der Schlagabtausch kontrovers: Als sich kürzlich die Werbegemeinschaft zu einer Sitzung traf, ging es hoch her, wie Sitzungsteilnehmer berichteten. Es ging um den „Hüttenzauber“ und den Standort für die Traditionsveranstaltung. Da gibt es die Verfechter, die den Markt gerne auch in Zukunft auf der Islandstraße und am Wilhelmplatz sähen. Und da gibt es die Leute, die mit dem „Hüttenzauber“ gerne vor das Schloss ziehen würden. Kritik im Vorjahr gab’s von den Einzelhändlern, vor deren Eingangstüren die Buden der Aussteller viel länger standen als geplant. Das lag vor allem an den enormen Schneemassen, die den Abtransport der Hütten deutlich verzögert hatte.

Eine Umfrage der Stadt von Bürgermeister Dietmar Persian bei den Anwohnern gab ein klares Meinungsbild: 58 Haushalte und Einzelhändler an der Islandstraße wurden angeschrieben. Zurück kamen 21 Antworten für den Schloss-Platz und 13 für das Island. Zurzeit läuft eine Umfrage unter den Ausstellern, die der zuständige Arbeitskreis beim Stadtmarketingverein initiiert hat: Sprecherin Monika Winter bestätigt, dass 50 Fragebögen rausgegangen sind – zusammen mit den Anmeldebögen für den „Hüttenzauber“ 2018. „Damit wollen wir auch von dieser Seite ein Meinungsbild bekommen“, sagte sie. Mit einer Auswertung rechnet sie im Januar. „Wir müssen bei der Diskussion sehr viel beachten“, sagt sie. Der Schlossplatz würde nicht ausreichen, da müsse die Marktstraße einbezogen werden.

Der Platz vorm Schloss könnte nicht alle Aussteller fassen: Der Markt müsste ganz sicher noch auf die Marktstraße ausgedehnt werden. Foto: Hogekamp, Lena (hoge)

Anhänger der jetzigen Lösung ist Einzelhändler Uwe Heinhaus von der Werbegemeinschaft. Nachgerechnet habe er noch nicht, aber bauchmäßig gehe er davon aus, dass der Schlossplatz und Teile der Marktstraße von der Veranstaltungsfläche zu klein seien und so die Gewerkschaft Verdi erfolgreich gegen die Veranstaltung klagen könnte. Das müsse verhindert werden. Heinhaus plädiert dafür, alle Fakten und Umfrage-Ergebnisse zusammenzutragen. „Dann müssen sich alle Beteiligten zusammensetzen und versuchen, einen für alle tragbaren Kompromiss zu finden“, fordert er. In erster Linie brauche Hückeswagen eine Lösung, mit der alle leben können. Auf jeden Fall müsse wieder mehr Ruhe in die Diskussion. Für Dezember hofft Heinhaus auf ein großes Treffen ohne große Emotionen. „Wir müssen klären, um wie viel Quadratmeter es geht, wie viele Läden dabei und betroffen sind, wie groß die Aktionsfläche sein muss“, erklärt er. Diese Berechnungen seien immens wichtig, denn bei der ganzen Diskussion gehe es nicht um die Stadt, sondern um die Belange einzelner Betroffener. „Uns geht es um die Atmosphäre im Island, dort funktioniert der Hüttenzauber seit 13 Jahren“, sagt Heinhaus. Mitte der 1990er Jahre habe der Markt schon einmal vorm Schloss stattgefunden, noch mit produzierenden Handwerkern, aber schon damals habe es große Probleme mit der Stromversorgung gegeben. Da habe die Werbegemeinschaft den Vorschlag gemacht, den Hüttenzauber zu verlegen.

Der Stadtmarketingverein, dessen Vorstand sich kürzlich personell komplett neu aufgestellt hat, will auf jeden Fall mit der Werbegemeinschaft kooperieren, „denn die Händler sind auch Wirtschaft, und auch die kleineren Händler, die das Bild in Hückeswagen prägen, sind wichtig“, sagt Andrea Poranzke vom Vorstand. Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing gehören ihrer Meinung nach zusammen. „Wir müssen beim Hüttenzauber sehr genau überlegen, was wir machen und wie wir entscheiden“, sagt sie. Den Weihnachtsmarkt so zu vergrößern, dass er vom Island bis zum Schloss reiche, sei nicht das Ansinnen und nicht zu stemmen. Deshalb sei ein Kompromiss ungemein wichtig.

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