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Hückeswagen: "Wipperwagen" probt neue Komödie

Hückeswagener Amateur-Schauspieler : „Wipperwagen“ probt neue Komödie

Das neue Stück des Hückeswagener Amateur-Theatervereins heißt „Alles Betrug“. Die Premiere der Komödie steht für Freitag, 22. Oktober, an. Die Proben in einer alten Fabrik in Hämmern laufen auf Hochtouren.

Der „Wipperwagen“ kehrt aus der Corona-Zwangspause zurück. Die hat nun fast exakt zwei Jahre gedauert, zumindest was Auftritte in Hückeswagen angeht. Am 25. Oktober 2019 war die Premiere des bislang letzten Stücks „Schietwetter“, das von der Amateur-Theatergruppe im Kultur-Haus Zach zur Aufführung gebracht worden war. „Unser letzter Auftritt war am 25. Januar des Vorjahres im Bürgerhaus in Radevormwald“, sagt Tanja Pett, die mit „Schietwetter“ ihre „Wipperwagen“-Premiere gefeiert hatte. Jetzt probt die Theatergruppe gerade sehr intensiv für die Aufführung des neuen Stücks „Alles Betrug“.

Die Probenarbeit hat allerdings bereits vor einem Jahr begonnen, denn eigentlich hätte die Premiere schon im Vorjahr sein sollen. Doch die Corona-Pandemie mit all ihren Unabwägbarkeiten hat dem einen dicken Riegel vorgeschoben. Dabei habe man sich eigentlich nicht mit einer Absage zufriedengeben wollen, betont Norbert Becker. „Wir haben versucht, mit Headsets zu proben, weil wir mit Masken auf die Bühne hätten gehen wollen.“ Auch habe man überlegt, das Stück so umzuschreiben, dass man es coronakonform auf die Bühne hätte bringen können, wie Detlef Bauer sagt, der im „Wipperwagen“ für die Technik zuständig ist. „Aber wir haben uns dann dazu entschieden, die Aufführung aufzuschieben“, ergänzt er. Doch irgendwann waren dann alle Wipperwagen-Mitglieder doppelt geimpft gewesen, so dass die Proben wieder aufgenommen werden konnten. „Wir proben jetzt seit Mai und haben uns zudem regelmäßig vor den Proben getestet, um ganz sicherzugehen“, versichert Becker.

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Das neue Stück „Alles Betrug ist wieder eine Komödie. „Wir haben gemerkt, dass die leichten Stücke beim Publikum generell besser ankommen“, sagt Becker. Es geht in dem Werk der Autorin Christina Margret Rieken um Paul Mustermann, dessen Leben langweilig und vorhersehbar verläuft – im Job als Versicherungsvertreter und mit seiner Verlobten Petra. Dann tritt Lilly in sein Leben. Die junge Frau kann mit Geistern kommunizieren und bringt zusammen mit ihrem Ex-Freund, dem Psychiater Dr. Dr. Edzard von Sülsen, das Leben von Paul und Petra gehörig durcheinander. Die Geschichte liest sich sehr amüsant – und wer den „Wipperwagen“ kennt, der weiß, dass die Amateur-Schauspieler diese komischen Geschichten immer sehr liebevoll auf die Bühne zu bringen verstehen.

Derzeit proben die Akteure in einer alten Fabrikhalle in Hämmern. Dort steht auch bereits das Bühnenbild – und in den letzten Wochen vor der Premiere sind die Schauspieler regelmäßig dort, um das Stück einzustudieren. „In den sechs Wochen vor der Aufführung proben wir zweimal in der Woche, in der Auftrittswoche selbst dann jeden Abend“, berichtet Becker. Dabei würden immer alle Szenen geprobt. „Es sind zweieinhalb Hauptrollen, die etwa 60 Prozent des Texts haben, die anderen Rollen sind kleiner.“

Natürlich sei vor allem das Auswendiglernen des vielen Texts eine Herausforderung für die Amateur-Schauspieler. Aber auch das gemeinsame Agieren der Schauspieler auf der Bühne würde einen großen Teil der Probenarbeit ausmachen. „Dialoge sind am einfachsten – wenn der andere nix sagt, weiß ich, dass ich dran bin“, sagt Becker schmunzelnd. Und Bauer ergänzt: „Wenn unsere Souffleuse Sabine Lukowitz lächelt, ist alles in Ordnung. Sobald sie anfängt, hektisch im Skript zu blättern, gibt es offensichtlich Probleme. . .“ Auch die Schlussszene, wenn alle fünf Schauspieler gleichzeitig auf der Bühne seien und zumeist durcheinanderreden würden, müsse besonders gut geprobt werden.

Für Tanja Pett war „Schietwetter“ die Premiere beim „Wipperwagen“. Diesmal sind mit Leon Gräbner und Barbara Kaiser wieder zwei Debütanten mit dabei. „Ich habe wie auch Tanja Pett lange Jahre im Kindertheater im Rader Kindergarten Kottenstraße gespielt. Aber irgendwann ist man für Kindertheater zu alt“, sagt Barbara Kaiser lachend. Gräbner hingegen habe eine Netflix-Serie gesehen, in der eine Figur „es für eine gute Idee hielt, in eine Theatergruppe zu gehen“ – was den jungen SPD-Ratsherren dann dazu brachte, seinen Fraktionskollegen und „Wipperwagen“-Regisseur Oliver Hecker anzusprechen. „Und dann habe ich es einfach ausprobiert“, sagt Gräbner.