Neues Stück der Hückeswagener Theaterspielgruppe „Wipperwagen“ probt neue Komödie ein

Hückeswagen · Am Samstag, 29. Oktober, führt das Ensemble des Amateurtheatervereins „Der Wipperwagens“ sein neues Theaterstück „Rendezvous zu Dritt“ im Forum auf. Derzeit laufen die Proben auf Hochtouren.

 Souffleuse Sabine Lukowitz unterstützt die Bühnenschauspieler Norbert Becker (hinten, v. l.), Ute Joho und Ollie Hecker bei den Proben und während des Auftritts.

Souffleuse Sabine Lukowitz unterstützt die Bühnenschauspieler Norbert Becker (hinten, v. l.), Ute Joho und Ollie Hecker bei den Proben und während des Auftritts.

Foto: Heike Karsten

Auf der Bühne im Kultur-Haus Zach steht lediglich ein Stuhl, der eigentlich ein Sofa ist. Die restliche Kulisse müssen sich die Schauspieler des Amateurtheatervereins „Der Wipperwagen“ bisher noch denken. Dafür hat Souffleuse Sabine Lukowitz zurzeit richtig viel zu tun. Sie verfolgt jeden Satz, der auf der Bühne gesprochen wird, gibt Einsätze, verbessert und spricht zudem den Text von zwei Schauspielern, die gerade im Urlaub sind.

Die Proben des „Wipperwagen“ im oberen Island lassen für Außenstehende noch nicht erahnen, dass in weniger als drei Wochen die Premiere ist. „Gefühlt sind wir schon sehr weit“, zeigt sich Schauspieler und Wipperwagen-Regisseur Oliver „Ollie“ Hecker zuversichtlich. Der größte Teil der Texte säße, und auch das Bühnenbild sei bereits zu 80 Prozent fertig. Im März hatten die Laien-Schauspieler mit den Proben für ihr neues Stück begonnen. Nach der Beziehungskomödie „Alles Betrug“, die die Schauspielgruppe im Oktober 2021 aufgeführt hatte, steht sie am 29. Oktober mit dem Stück „Rendezvous zu Dritt“ auf der Bühne des Forums der Montanusschule.

Zum Inhalt: Walter und Marita sind seit 15 Jahren verheiratet und fahren über das Osterwochenende in ihr Ferienhaus im Bergischen Land. Beide haben sich ihre heimlichen Partner dazu eingeladen. Es kommt, wie erwartet, zu reichlich Irrungen, Wirrungen und urkomischen Situationen. „Wir haben uns direkt beim Lesen in das Stück verliebt und schon da viel gelacht“, versichert Hecker. Auf der Bühne stehen Ute Joho als Nadine Roth, Tanja Pett als Marita Hengen, Ollie Hecker als Walter Hengen, Babsi Kaiser als Nadine Jung und Norbert Becker als Siegfried Leidlich.

Trotz der schmucklosen Bühne bei den Proben sind die schauspielerischen Gesten und Betonungen schon äußerst lebendig. Die Schauspieler haben sich bereits mit ihren Rollen identifiziert. „Erst wird man textsicher, dann stücksicher“, beschreibt Norbert Becker die Entwicklung. Richtig ernst wird es, wenn eine Woche vor der Premiere die Kulisse von Bühnenbauer Marco Pett aufgebaut und mit den Requisiten von Leon Gräbner bestückt wird. „Dann proben wir von Montag bis Donnerstag jeden Tag im Forum“, kündigt Hecker an. Gefragt sind dann auch die Techniker Detlef Bauer und Christoph Hundeck, die für die Geräusche, Lichteffekte und Musikeinspielungen an den richtigen Stellen sorgen.

Geprobt werden zudem sämtliche Bewegungsabläufe. „Die Bühne muss voll ausgenutzt werden, damit das ganze Stück lebendig und nicht so statisch wirkt“, erläutern die Schauspieler. Dabei sei es wichtig zu wissen, welche Pseudo-Tür zum Beispiel in die Küche und welche ins Schlafzimmer führt. Zu diesem Thema fällt der Theatergruppe auch gleich eine lustige Anekdote ein: „Wir hatten bei einem Auftritt die Souffleuse hinter der Bühne sitzen. Wenn einer gar nicht weiter wusste, musste er kurz ‚in die Küche‘ gehen.“ Doch das klappte in der Aufregung nicht immer, weshalb auch schon mal die falsche Tür benutzt wurde.

Sabine Lukowitz hat ihren Platz immer vor der Bühne. Da reicht im Notfall schon ein kurzer Blickkontakt, um ein Stichwort anzufordern. „Schön ist, wenn die Souffleuse anfängt zu blättern und nicht weiß, wo wir gerade sind“, fügt Hecker lachend hinzu. Richtig kompliziert wird es in den Szenen, in denen alle fünf Darsteller gleichzeitig auf der Bühne sind. „Dann muss man auch den Text der anderen kennen, um genau zu wissen, wann man dran ist“, sind sich Ute Joho, Ollie Hecker und Norbert Becker einig.

Wenn die Zuschauer nur halb so viel Spaß beim Zuschauen haben wie die Schauspieler bei den Proben, dann ist ihnen ein vergnüglicher und überaus unterhaltsamer Abend gewiss. Die Chancen dafür stehen gut. Und das liegt weder am Remy-Martin-Cognac noch am Klosterfrau Melissengeist, obwohl beide prozenthaltigen Flüssigkeiten im Stück zum Einsatz kommen.

Eingebaut in ihre Texte haben die Schauspieler sowohl die Bever-Talsperre als auch die Schloss-Stadt. Bei den Aufführungen in den Nachbarstädten sind es dann „Wipperfürth“ und „Radevormwald“, die genannt werden. „Die Zuschauer sollen ja jedes Mal wiederkommen und immer ein neues Stück sehen“, scherzt Becker.

Die Vereinsmitglieder fiebern nach der langen Corona-Zeit voller Vorfreude auf die Premiere hin. Anstatt drei aufeinander folgende Auftritte im Kultur-Haus Zach wird es in diesem Jahr am Samstag, 29. Oktober, eine große Premiere im Forum an der Weststraße geben. Durch das wesentlich größere Platzangebot kann zwischen den Zuschauern reichlich Abstand eingehalten werden. Die Aufführungen in Wipperfürth und Radevormwald folgen im Januar (s. Info-Kasten).

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