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Hückeswagen: Wipperfürther Autorin liest aus ihrem Erstlingsroman

Lesung in Hückeswagen : Autorin liest aus ihrem Erstlingsroman

Die gebürtige Kölnerin hatte sich für ihren Erstling von verschiedenen Sommerferien-Aufenthalten als Kind in der Vulkaneifel inspirieren lassen.

Die Autorin Christine Kaula war am Donnerstagabend aus der Nachbarstadt Wipperfürth in die Hückeswagener Stadtbibliothek gekommen, um eine kleine Schar Interessierter in die Eifel zu entführen. Sie hatte ihren gerade erschienenen ersten Roman „Die Frauen vom Heintzenhof“ mitgebracht. Schriftstellerisch tätig ist sie schon länger. Denn ihre ersten Kurzgeschichten veröffentlichte sie im Jahr 2000 – und auch mit unterschiedlichen Lesungen war Christine Kaula bereits in der Schloss-Stadt zu Gast. Die gebürtige Kölnerin hatte sich für ihren Erstling von verschiedenen Sommerferien-Aufenthalten als Kind in der Vulkaneifel inspirieren lassen. Und die Autorin freute sich sehr, ihre zu Wort gewordene Phantasie mit den Zuhörern in der Stadtbibliothek zu teilen. „Kommen Sie mit mir auf eine Reise ins vorige Jahrhundert. Begleiten Sie mich zu den Geschichten über meine Protagonistin, das Mariechen“, sagte sie gleich zu Beginn der Lesung.

Mariechen hieß eigentlich Marie, aber vermutlich war die fiktive Frau vom Heintzenhof ihrer Schöpferin so sehr ans Herz gewachsen, dass sie sie fast immer in der Koseform ansprach. Und das Publikum ließ sich darauf ein. Als Christine Kaula etwa aus der Episode vorlas, in der Marie von ihrer Mutter Anna vorgeschrieben bekam, aus dem Eifeldorf zu einer Anstellung nach Köln gehen zu müssen. Die bereits 25-Jährige Marie wollte das allerdings nicht, denn sie sah ihre Zukunft eher im Dorf und wollte gar nicht von dort weg. „Auch wenn sie selbst hier keine besondere Zukunft in Aussicht hatte, wollte Marie lieber in der Eifel bleiben und eine eigene Familie gründen“, sagte Christine Kaula.

Es war eine ganz andere Zeit, die die Autorin da lebendig werden ließ. Da gab es die Option gar nicht, dass das Kind sich dem Wunsch der Eltern widersetzte. Und so musste das Mariechen sich fügen und ging nach Köln. Auch wenn sie wegen eines tragischen Unfalls letztlich nicht lange in der Domstadt bleiben konnte. Das Publikum konnte sich nach und nach auf die gut 250 Seiten umfassende Lebensgeschichte der jungen Marie einlassen, die von Christine Kaula manchmal quasi im Zeitraffer zusammengefasst, manchmal auch wörtlich aus dem Buch vorgelesen wurde. Man merkte, dass die Wipperfürther Autorin über eine gewisse Erfahrung im Schreiben verfügte. Denn sie hatte es ganz offensichtlich geschafft, die Geschichte von Mariechen und ihrer Familie lebendig und spannend niederzuschreiben. Das konnte man auch im Rahmen der Lesung nachvollziehen, wenn Christine Kaula in den Passagen, die sie vorlas, die unterschiedlichen Stimmungen ganz wunderbar rüberbrachte. Seien sie nun tragisch oder auch komisch.

Das kam auch bei ihren Zuhörern gut an, die sich sichtlich amüsierten und in der Story mitgingen. Natürlich hatte Christine Kaula auch einige Exemplare ihres Romans mitgebracht. Neugierig gemacht hatte sie ihr Publikum jedenfalls bereits.