Kooperation von Hückeswagen und Wipperfürth Gemeinsames Stadtarchiv ist „Erfolgsgeschichte“

Hückeswagen/Wipperfürth · Seit acht Jahren haben Hückeswagen und Wipperfürth ein gemeinsames Stadtarchiv. Die Zusammenarbeit am Standort in der Wipperfürther Neye-Siedlung hat sich aus Sicht beider Städte bewährt.

Leiterin Sarah Zeppenfeld (l.) wird im Stadtarchiv von Elisabeth Müller unterstützt, die sich um die Hückeswagener Bestände kümmert.

Leiterin Sarah Zeppenfeld (l.) wird im Stadtarchiv von Elisabeth Müller unterstützt, die sich um die Hückeswagener Bestände kümmert.

Foto: Wolfgang Weitzdörfer

Als die Städte Hückeswagen und Wipperfürth 2016 ihre Archive in der Neye-Siedlung der Nachbarstadt zusammenlegten, hatte das schon im Vorfeld der politischen Entscheidung zu lautstarken Protesten geführt, die aber längst, zumindest öffentlich, kein Thema mehr sind. Manche in Hückeswagen witterten damals „Verrat“ an der Geschichte der Stadt, die mit dem Archiv nicht weniger als ihr historisches Herz in die Nachbarstadt abgebe. „Das war Tinnef“, urteilt heute, acht Jahre später, sehr pragmatisch Bürgermeister Dietmar Persian. Im Fachausschuss für Schule, Sport und Kultur bewertete er jetzt das gemeinsam geführte Stadtarchiv, das seinen Sitz in der ehemaligen Alice-Salomon-Schule in der Neye-Siedlung gefunden hat, als „Erfolgsgeschichte“.

Anlass war der Tätigkeitsbericht, den die hauptamtliche Leiterin des Archivs, Sarah Zeppenfeld, im Ausschuss vorlegte. Deutlich wurde dabei, dass die Aktenbestände seit Jahren stark angestiegen sind, unter anderem wurden zuletzt ganze Aktenberge aus dem aufgelösten Regionalen Gebäudemanagement beider Städte übernommen. „Die Massen wachsen ständig, unser Personal leider nicht“, kritisierte Sarah Zeppenfeld.

Tatsächlich ist die Personalausstattung, gemessen an der zu leistenden Arbeit, eher dürftig: Sarah Zeppenfeld hat als Archiv-Fachkraft eine Vollzeitstelle, Elisabeth Müller kümmert sich an gut zehn Stunden pro Woche speziell um die Hückeswagener Archivbestände; hinzu kommt noch eine weitere Teilzeitkraft. Folge laut Zeppenfeld: „Wir hinken mit der Arbeit immer noch hinterher.“

Das gemeinsame Stadtarchiv ist Dienstleister für die beiden Städte, aber auch für Dritte wie Amtsgerichte und Erben-Ermittler. Auch Privatleute können die Dienstleistung nutzen. Das passiert häufiger, laut Sarah Zeppenfeld vor allem, wenn es um die eigene Familiengeschichte, also um Ahnenforschung geht. Wer auf der Suche nach seinen Vorfahren ist, wird im Archiv vermutlich fündig, wenn diese Ahnen denn in Hückeswagen oder Wipperfürth geboren wurden, dort gelebt haben oder zu Grabe getragen wurden. Das Archiv-Team hilft bei der unter Umständen umfangreichen Recherche. „Wir hatten schon Anfragen aus ganz Europa und auch aus den USA“, berichtete die Leiterin.

Möglich sind telefonische und schriftliche Anfragen aber auch ein Besuch in den Archivräumen, Michaelstraße 2, in Wipperfürth. Im Benutzerraum/Lesesaal werden Besuchern die Archivalien zur eigenen Quellen-Recherche vorgelegt. Wer das nutzen will, sollte sich vorher mit den Mitarbeiterinnen auf einen Termin verständigen, damit für die jeweilige Suche benötigte Archivalien schon vorher herausgesucht werden können. Eine Terminvereinbarung ist unter Tel. 02267 828447 möglich. Generelle Öffnungszeiten sind montags, dienstags und donnerstags von 14 bis 16 Uhr, an jedem ersten und dritten Donnerstag im Monat von 16 bis 18 Uhr. „Wir freuen uns über Besucher“, unterstrich Sarah Zeppenfeld im Ausschuss.