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Hückeswagen: Wildblumen als kleine Inseln für Insekten

Grünflächen-Bewirtschaftung in Hückeswagen : Wildblumen als kleine „Inseln“ für Insekten

Die neue Strategie der Sradtverwaltung und des Bauhofs in der Grünflächen-Bewirtschaftung setzt auf mehr Natur im Kulturraum Stadt.

Sie sehen auch im städtischen Raum hübsch aus und bieten ebenso wertvollen wie knapp gewordenen Lebensraum für Insekten: Wildblumen. 2018 hatten Verwaltung und Kommunalpolitik entschieden, kleinere Grünflächen im Stadtgebiet nicht mehr auf die herkömmliche Art zu unterhalten und zu pflegen, sondern sie zu extensivieren, also der Natur dort mehr Raum zur Entfaltung zu geben. Dazu wurden Wildblumen ausgesät. Eine Bilanz der Neuorientierung bei städtischen Grünflächen zog nun Stefanie Heymann vom Bauamt im Umweltausschuss.

Letztlich sollten bei allen Überlegungen vor drei Jahren zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden, sagte sie. Ausschlaggebend dafür: Wildblumen sind ökologisch sinnvoller als zum Beispiel akkurat kurz geschnittene Rasenflächen und sie bringen gleichzeitig einen direkten ökonomischen Vorteil, weil die extensive Bewirtschaftung weniger arbeits- und damit kostenintensiv ist. Es ging also auch um Entlastung des für die öffentlichen Grünflächen zuständigen Bauhofs. Beide Zielsetzungen seien letztlich durch die Aussaat von Wildblumen erreicht worden.

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Deutlich wurde allerdings auch: Die neue Strategie in der Grünflächen-Bewirtschaftung war keine radikale Kehrtwende. Sie war eher ein noch etwas zaghafter Versuch, der auf kleinere öffentliche Flächen beschränkt blieb, etwa auf Verkehrsinseln, Baumscheiben oder auf Grundstücksteile zum Beispiel im Stadtpark, an der Realschule, auf dem Dierl, an der Montanusstraße oder am Sportzentrum im Brunsbachtal. Dort entstanden quasi kleinere Wildblumen- und damit Insekten-Inseln inmitten der Stadt. Die Flächen werden nur noch einmal im Jahr gemäht, nicht mehr sechs bis acht Mal wie intensiv bewirtschaftete Rasenflächen.

Noch mehr ökologisch nachhaltig angelegte Grünfläche sollte eigentlich an den Rändern der Stadt geschaffen werden durch größere Blühstreifen angrenzend an landwirtschaftlich genutzte Weiden und Äcker. Dieser Aufgabe wollte sich der Oberbergische Kreis mit seiner Biologischen Station annehmen und dazu das Gespräch mit den örtlichen Landwirten suchen, denn schließlich geht es um ihr Land. Getan hat sich auf diesem Sektor in den zurückliegenden drei Jahren allerdings insgesamt wenig.

Bauamtsleiter Andreas Schröder erläuterte im Fachausschuss den wesentlichen Grund dafür: „Der Druck auf die Fläche ist einfach enorm, nicht nur im Stadtgebiet sondern auch in den Außenbereichen. Die Landwirte ringen um jeden Quadratmeter.“ Die Bauern brauchten das Land, um genug Futter für ihre Tiere anbauen zu können und damit die ohnehin in vielen Fällen auch durch den Klimawandel gefährdete Existenz ihrer Höfe zu sichern. Da sei einfach wenig Spielraum für die Anlage größerer Blühstreifen, die dann auch nennenswerte Auswirkungen auf die Natur im Kulturraum Stadt haben könnten.