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Hückeswagen: Weihnachtsgeschenke für die Tafel

St. Angela-Gymnasium in Wipperfürth : Weihnachtsgeschenke für die Tafel

Schülerinnen und Schüler der zehnten Klasse des Wipperfürther St.-Angela-Gymnasiums haben Weihnachtskarten gestaltet und verkaufen sie in der Schule. Vom Erlös wollen sie Weihnachtsgeschenke für bedürftige Kinder kaufen.

In der Vorweihnachtszeit denken viele Menschen an ihre Nächsten, denen es nicht so gut geht. So auch die Schülerinnen und Schüler des Wipperfürther St.-Angela-Gymnasiums, das auch von vielen Hückeswagener Jugendlichen besucht wird. Da in Zeiten von Corona alles noch einmal anders ist, ist Lehrerin Brigitte Angstmann mit ihren Zehntklässlern auf eine neue Idee gekommen, bedürftigen Mitmenschen zu helfen. „Zusammen mit Kunstlehrerin Jutta Piolot haben die Schüler Motive für Weihnachtskarten gestaltet“, sagt Brigitte Angstmann.

Aus den Motiven wurden letztlich fünf ausgesucht, die auf Postkarten gedruckt wurden. „Die Weihnachtskarten werden nun von den Schülern in Fünfersets verkauft, der Reinerlös aus dem Verkauf wird dann zusammen mit zusätzlichen Spenden aus der Elternschaft dafür verwendet, um Weihnachtsgeschenke für die etwa 100 Kinder aus Hückeswagen und Wipperfürth zu kaufen, die die Wipperfürther Tafel besuchen“, sagt Brigitte Angstmann. Insgesamt seien 500 Sets mit 2500 Karten gedruckt worden. „Wir hoffen natürlich, dass wir die Kartensets auch alle verkauft bekommen“, sagt Brigitte Angstmann.

Die Postkartensets kosten fünf Euro, jedem Set ist zudem ein Los der St.-Angela-Weihnachtslotterie beigelegt, die in der letzten Schulwoche ausgelost wird. „Die Gewinne für die Lotterie sind durch Spenden zusammengekommen, die die Schüler im Einzelhandel, bei der AOK und der Kreissparkasse sowie bei Privatpersonen erbeten haben“, sagt Brigitte Angstmann.

Es freue die beiden Lehrerinnen besonders, dass sich so viele Jugendliche an der Aktion in unterschiedlicher Weise beteiligt hätten. „Es hat alles außerhalb des Unterrichts stattgefunden. Wir waren glücklich darüber, dass mehr als 20 Jugendliche bei der Aktion mithelfen“, sagt Jutta Piolot. Es werde ja immer so viel von der zunehmenden Individualisierung der Gesellschaft gesprochen. „Da ist das natürlich ein gutes Zeichen, das Hoffnung macht“, sagt die Kunstlehrerin. Brigitte Angstmann ergänzt: „Der Geist der Schule wird hier sehr lebendig.“ Es sei zudem bemerkenswert, weil die teilnehmenden Zehntklässler, die gerade erst in die Oberstufe gekommen seien, eine durchaus anstrengende Zeit erlebten.

Aus Hückeswagen sind die beiden 15-Jährigen Alexandra Genn und Fiete Röllinghoff mit dabei. „Es ist eine neue Erfahrung an unserer Schule. Das Sammeln hat viel Spaß gemacht, und man hat gemerkt, dass gerne gespendet wurde“, sagt Alexandra Genn. So habe Goldschmied Marcel Rehn einen kleinen Anhänger mit dem Schullogo gestaltet und gespendet. „Die meisten Einzelhändler waren wirklich sehr spendabel“, ergänzt Fiete Röllinghoff. Der 15-Jährige findet es eine sehr befriedigende Aktion. „Man kann damit anderen Kindern ein schönes Weihnachtsfest ermöglichen – zumal die Zeiten in der Corona-Krise nicht leichter geworden sind“, sagt Fiete Röllinghoff.

Auch die 15-jährige Johanna Puschmann aus Kierspe hilft gerne. „Ich mag es generell, mich für andere Menschen zu engagieren. Da bin ich immer dabei“, sagt sie und lacht. Ihr Motiv ist für eine der fünf Postkarten ausgewählt worden. „Das hat mich nartürlich sehr gefreut“, sagt die 15-Jährige. Jutta Piolot ergänzt: „Neben den vier Motiven von Zehntklässlern haben wir auch ein Motiv einer Fünftklässlerin verwendet, das uns sehr gut gefallen hat.“

Die Aktion finde in diesem Schuljahr erstmals statt, sagt Brigitte Angstmann. „Wir haben sie angestoßen, um in diesen turbulenten Zeiten deutlich zu machen, dass wir nicht nur auf uns gucken, sondern auch die übrige Gesellschaft im Blick haben“, sagt sie. Am St.-Angela-Gymnasium werde grundsätzlich eine Kultur der Achtsamkeit und des Hinschauens gepflegt. „Wir wollen damit der Gesellschaft etwas zurückgeben“, sagt sie.

Leider dürften die Schüler, quasi als Abschluss der Aktion, die Geschenke nicht persönlich an die Kinder übergeben. „Das ist wegen der Kontaktbeschränkungen leider nicht möglich. Daher werden wir die verpackten Geschenke Mitte Dezember eben an die Mitarbeiter der Tafel übergeben, damit sie in den Familien auch noch rechtzeitig unter dem Weihnachtsbaum gelegt werden können“, sagt Brigitte Angstmann.