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Hückeswagen: Was Marco Schäfer zum Thema Wolf zu sagen hat

Die Schafe in Oberburghof wurden vom Wolf verschont : Dackel taugt nicht zum Herdenschutzhund

Herr Schäfer, im November war nachweislich eine Wölfin in Hückeswagen unterwegs und hat in Altenholte ein Schaf gerissen. Hatten Sie auch um Ihre Tiere Angst?

Marco Schäfer Natürlich haben wir uns Sorgen gemacht. Da unsere Schafswiese im Wald liegt, kann der Wolf dort praktisch machen, was er will. Wir sind jedes Mal mit einem mulmigen Gefühl zu den Tieren gegangen.

Kann denn der Weidezaun den Wolf nicht abhalten?

Schäfer Unser Zaun hat die Mindesthöhe von 90 Zentimeter, da springt mein Dackel locker drüber – und erst recht der Wolf.

Ein neuer Schutzzaun wäre bei einer zehn Hektar großen Wiese mit Sicherheit teuer. Könnten sie Fördermittel für solch eine Investition beantragen?

Schäfer Zuschüsse der Landesregierung gibt es nur, wenn sich der Wolf bei uns ansiedelt und heimisch wird. Doch hierfür müsste Hückeswagen erst als Wolfsverdachtsgebiet eingestuft werden.

Haben Sie einen Herdenschutzhund, der eventuell den Wolf abschrecken könnte?

Schäfer Wir haben keinen typischen Schäferhund. Und unser Dackel taugt nicht für diese Aufgabe, denn der hat Angst vor Schafen und hält sich von ihnen fern.

Da es bisher keine weiteren Vorfälle gibt, ist der Wolf möglicherweise weitergezogen oder tot. Fühlen sie sich dadurch in Sicherheit?

Schäfer Natürlich wäre es schön, wenn der Wolf weg wäre. Es wird aber immer mal wieder ein Wolf hier durchwandern. Und dann wird es auch uns erwischen.

Gibt es noch andere Gefahren für die Schafe, wenn sie auf der Weide sind?

Schäfer Die Wildschweine sind einmal quer durch die Zäune gerannt. Sie machen den Zaun und den Boden kaputt. Aber die Schafe bleiben trotzdem auf der Weide und sind bisher noch nie weggelaufen.