1. NRW
  2. Städte
  3. Hückeswagen

Hückeswagen: Wald- statt Zauneidechse an Bever?

Politik in Hückeswagen : Wald- statt Zauneidechse an Bever?

Der Oberbergische Kreis reagiert jetzt auf die Anfrage der AfD nach Beobachtungen am Beverdamm. Die Experten bei der Kreisverwaltung gehen davon aus, dass es sich um die Waldeidechse handelt.

Vier Buchstaben machen vielleicht den Unterschied: Während die AfD den Hinweisen nachgeht, dass im Bereich des Beverdamms – dort, wo aktuell der Radweg gebaut wird – an zwei Stellen die Zauneidechse gesichtet worden sein soll, gehen die Experten bei der Kreisverwaltung davon aus, dass es sich eher um die Waldeidechse handelt. Während erste laut AfD-Fraktionschef Markus Lietza nach FFH-Richtlinen eine streng geschützte Art ist, ist zweitere nach Bundesnaturschutzgesetz zwar besonders geschützt. „Sie ist aber nicht als planungsrelevante Art in NRW eingestuft, da sie tatsächlich häufig vorkommt“, teilt Iris Trespe, die Pressereferentin des Kreises, auf Anfrage unserer Redaktion mit.

Lietza hatte in einem Schreiben an die Stadtverwaltung geschrieben, dass er wiederholt angefragt worden sei, inwieweit bei den Planungen des Radwegs entlang der Bever-Talsperre eine Umweltverträglichkeitsprüfung erfolgt sei, die sich unter anderem mit der Zauneidechse beschäftigt habe. Dazu stellt Iris Trespe klar: „Für das Projekt wurde im Vorfeld der Planung die erforderliche Artenschutzprüfung der Stufe I von einem Fachbüro durchgeführt.“ Ein weiteres sei nun während der Bauzeit mit der Umweltbaubegleitung beauftragt.

Die Gutachten und Stellungnahmen zum Thema Artenschutz aufgrund der AfD-Anfrage wurden der Unteren Landschaftsbehörde der Kreisverwaltung zur Überprüfung vorgelegt, herausgekommen dabei ist: „Der Oberbergische Kreis ist als Vorhabenträger allen gesetzlichen Verpflichtungen im Rahmen der Artenschutzprüfung nachgekommen, in dem ein Landschaftspflegerischer Begleitplan erstellt und eine Artenschutzprüfung Stufe I durchgeführt wurde.“ Planungsrelevante Arten seien demnach nicht betroffen. Das Vorkommen der Zauneidechse sei zwar nicht vollständig ausgeschlossen, allerdings habe es bei der Begehung im Rahmen der Artenschutzprüfung keinerlei Hinweise auf die Existenz der streng geschützten Zauneidechse gegeben. Auf Anfrage der Kreisverwaltung war der Naturschutzbund zu dem gleichen Ergebnis gekommen.

(büba)