Bürgermonitor in Hückeswagen Wähler verärgert über zu weit entferntes Wahllokal

Hückeswagen · Am Bürgermonitor meldete sich Gerhard Welp aus Kleineichen, der nicht verstehen kann, warum die Siedlung bei der Europawahl nicht wie früher im nahen Injoy-Fitnessstudio gewählt werden konnte. Der Bürgermeister kennt die Antwort.

Wähler aus Kleineichen waren verärgert, dass sie bei der Europawahl den weiten Weg zur Realschule nehmen mussten und nicht mehr wie früher im nahen Injoy-Ftnessstudio ihre Stimme abgeben konnten.

Wähler aus Kleineichen waren verärgert, dass sie bei der Europawahl den weiten Weg zur Realschule nehmen mussten und nicht mehr wie früher im nahen Injoy-Ftnessstudio ihre Stimme abgeben konnten.

Foto: dpa/Monika Skolimowska

Wahrlich „not amused“ war Gerhard Welp am Wahlsonntag. Musste der Anwohner von Kleineichen doch, wie auch seine Nachbarn, in der relativ weit entfernt liegenden Realschule an der Kölner Straße seine Stimme bei der Europawahl abgeben. Dabei hatte es für sie bis vor 2021 die Möglichkeit gegeben, im nahen Injoy-Fitnessstudio, An der Schlossfabrik, zu wählen. Doch das war vor drei Jahren durch die Hochwasser-Katastrophe stark in Mitleidenschaft gezogen worden.

Das Wahllokal im Injoy sei damals nur 600 Meter von Kleineichen entfernt gewesen, sagt Welp am Bürgermonitor unserer Redaktion. Zur Realschule hingegen sind’s fast drei Kilometer. „Hier in Kleineichen wohnen viele alte Leute, die sich durch die Entfernung zum Wahllokal benachteiligt fühlten, weil sie nur mit dem Auto dorthin kamen. Nicht alle wollen oder können Briefwahl machen“, unterstreicht der Hückeswagener.

Für ihn sei es nicht nachvollziehbar, warum nach der Sanierung des Fitnessstudios dort nicht wieder im Stimmbezirk gewählt werden konnte. „Ich hoffe, dass wir bei der Bundestags- und der Kommunalwahl 2025 wieder ortsnah wählen gehen können“, betont er.

Das bleibt abzuwarten, wie aus der Reaktion von Bürgermeister Dietmar Persian herauszuhören ist. Zum einen konnte die Injoy-Leitung der Stadt nach der Beseitigung der Schäden und dem Umbau keinen passenden Wahlraum zur Verfügung stellen. Zum anderen wird es ab 2025 ohnehin weniger Wahlbezirke in Hückeswagen geben, weil die Einwohnerzahl laut Land und Stand 31. Dezember 2023 unter die 15.000er-Marke gerutscht ist. „Und das ist eine Grenze“, betont Persian. So sei im Landeswahlgesetz festgelegt, dass unterhalb dieser Marke nur noch zwölf Stimmbezirke in einer Kommune eingerichtet werden.

Entsprechend muss die Stadt nun für die kommenden Wahlen die Stimmbezirke von 15 auf ein Dutzend reduzieren und sie zudem so anlegen, „dass eine ähnliche Anzahl an Einwohnern zusammenkommt“, erläutert Persian. Wo die zwölf Wahllokale im Herbst 2025 sein werden, steht aktuell noch nicht fest. Und damit auch nicht, wie die Menschen aus Kleineichen und Umgebung ihre Kreuze für die Kommunal- und die Bundestagswahl machen werden. Das gilt laut Persian auch für die darauffolgenden Wahlen.

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