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Hückeswagen: Vorbereitungen für den zweiten Lockdown

Warteschlangen vor dem Bürgerbad in Hückeswagen : Noch einmal Sport treiben vor Zwangspause

Fitness-Studio, Bürgerbad, Eisdielen und Cafés müssen ab Montag für vier Wochen schließen. Am Wochenende kam es vor allem vor dem Schwimmbad zu langen Warteschlangen.

Vor dem Bürgerbad im Brunsbachtal bildete sich am Samstagmittag eine lange Warteschlange. Viele Sauna- und Badegästen nutzten das Wochenende, bevor die Einrichtung ab Montag zum zweiten Mal in diesem Jahr schließen muss. „Ich finde es sehr schade“, sagte Martina Borchert. Sie hatte in der vorigen Woche gleich zweimal die Sauna im Bürgerbad besucht. „Ich möchte das Bad damit unterstützen, damit es zum Beispiel auch für den Schulsport erhalten bleibt“, betonte sie.

Die ersten in der Warteschlange waren Wolfgang Esploer und seine Enkelsöhne Matti (9) und Jon (12). „Wir haben extra vorher angerufen, um zu fragen, wann das Bad auf hat“, sagte der Radevormwalder. Udo Kreuzeberg und Tochter Migina waren auch traurig über die angeordnete vierwöchige Schließung aufgrund der steigenden Infektionszahlen in der Corona-Krise. „Ich finde es sehr schade“, sagte Migina, die nun den Gold-Plus-Schwimmkursus im Hallenbad unterbrechen muss. „Wir gehen seit 16 Jahren jeden Samstag schwimmen. Die Kinder sind die Leidtragenden der ganzen Misere“, fügte ihr Vater hinzu.

Die Cafés und Eisdielen trifft der Lockdown ebenso hart. Tanja Zolli vom Eiscafé Friuli erhielt am Wochenende viel Zuspruch von ihren Gästen. „Gerade jetzt, wo wir neue Trennwände für den Innenraum angeschafft und richtig viel Geld investiert haben“, bedauerte sie die Zwangspause. Ein wenig Hoffnung hat Tanja Zolli auf eine Verkürzung des Lockdowns. „Wir stehen in den Startlöchern und machen sofort wieder auf, wenn wir es dürfen“, versicherte sie.

Im Außenbereich bestellte Margareta Coenen noch einen letzten Kaffee vor der Schließung. „Demnächst werden ich meinen Kaffee wohl wieder auf der eigenen Terrasse trinken müssen. Das ist schade – aber wenn es nützt“, zeigte sie Verständnis für die Maßnahmen.

Sportler Martin Goldberg nutzte das Wochenende für ein Krafttraining im Fitness-Studio Injoy. „Ich trainiere minimum drei Mal die Woche“, sagte der Wipperfürther. Über die Schließung sei er nicht gerade erfreut, zumal er sich beim Training vor einer Ansteckung gut geschützt fühle. „Beim Einkaufen, wo tausende Leute den Einkaufswagen anpacken, ist die Gefahr viel größer“, sagt er. Jörg Pramor musste den Beschluss der Bundesregierung erst einmal verdauen. „Wir sind todtraurig – keiner hat damit gerechnet“, sagte der Injoy-Geschäftsführer. Untätig seien die Mitarbeiter dennoch nicht: „Wir haben unseren Mitgliedern erklärt, welche alternativen Möglichkeiten es gibt“, berichtet Pramor. Unter „Injoy@home“ würden zahlreiche Video-Kurse vom Schulter-Nacken- bis zum Schwangerschaftskursus angeboten. Zudem würden Trainingsproramme geschrieben und Online-Ernährungsberatungen angeboten. „Mit unserem EMS-Training kommen wir auch zu den Kunden nach Hause“, berichtet Jörg Pramor.

An einem Hygiene-Schutz-Konzept brauche in den kommenden vier Wochen niemand zu arbeiten – das steht: „Bei uns hat sich noch niemand infiziert“, betonte der Geschäftsführer. Aus dem ersten Lockdown habe man viel gelernt. Dennoch täte es ihm und den Mitarbeitern in der Seele weh, nicht für die Kunden da sein zu können. 

Einen übermäßig großen Andrang gab es an den letzten Tagen vor dem zweiten Lockdown aber weder in den Sporteinrichtungen noch in den Cafés oder Eisdielen, auch wenn es am Bürgerbad den Anschein machte. „Die Schlange vor dem Eingang ist samstags immer so lang“, versicherten die Bürgerbad-Mitarbeiter.