Hückeswagen: Volksbank Oberberg strebt Fusion an

Raiffeisenbank in Hückeswagen : Volksbank Oberberg strebt für 2020 Fusion an

Die VR-Bank Rhein-Sieg und die Volksbank Oberberg, die in Hückeswagen als Raiffeisenbank firmiert, streben für 2020 eine Verschmelzung zur VR-Bank Rhein-Sieg Oberberg eG an.

Zwei gleich starke und erfolgreiche Genossenschaftsbanken, wie Pressesprecherin Andrea Schrahe betont, wollen zu einer größeren und noch stärkeren fusionieren. Aus der VR-Bank Rhein-Sieg eG mit Sitz in Siegburg und der Volksbank Oberberg eG mit Sitz in Wiehl soll zum 1. Januar 2020 eine gemeinsame werden. Erste Gespräche hatten die Vorsitzenden des Vorstandes und des Aufsichtsrates im Herbst aufgenommen.

„Dieser Zusammenschluss soll dazu dienen, die Zukunft der Genossenschaftsbank zu stärken und insbesondere den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Perspektiven zu bieten“, betont Ingo Stockhausen, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Oberberg. Dafür nähmen sich die beiden Häuser ausreichend Zeit, denn solch eine Fusion müsse gut vorbereitet sein. „Aufgrund der Umstellung auf ein neues Kernbankensystem wäre ein früherer Zusammenschluss auch arbeitstechnisch nicht zu bewältigen“, sagt Stockhausen. Die gemeinsame Bank agiert aktuell mit 59 Geschäftsstellen, darunter die drei Raiffeisenbanken in Hückeswagen, Radevormwald und Bergisch Born, und etwa 900 Mitarbeitern im rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis sowie im nahezu gesamten Oberbergischen Kreis und somit im „Speckgürtel“ der Rhein-Metropolen. Gemeinsam kommen beide Institute auf eine Bilanzsumme von knapp sechs Milliarden Euro und betreuen ein Kundenvolumen von annähernd elf Milliarden Euro. „Damit katapultiert sich das Institut unter die Top 10 der Volksbanken und Raiffeisenbanken, also ohne Spezialinstitute“, berichtet Andrea Schrahe.

Stockhausen versichert, dass bei der angepeilten Fusion Standort- und Mitarbeiterabbau keine Rolle spielen werden, denn das Bekenntnis zur Nähe zu den Mitgliedern und Kunden bleibe oberste Priorität. „Dies kann nur erreicht werden, wenn die Bank weiterhin vor Ort ist und gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat.“

Die Hauptstellen und Vorstandssitze bleiben als solche in Siegburg und Wiehl erhalten. „Entgegen anderer Fusionen setzen wir auf Dezentralität und nicht auf Zentralisierung“, unterstreicht Dr. Martin Schilling, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Rhein-Sieg. Um bei der neuen Größe weiterhin schnell und unbürokratisch unterwegs sein zu können, müsse in der Region autark entschieden werden können.

Die Weiterentwicklung der gemeinsamen Bank soll auch künftig auf einer „qualitativen Wachstumsstrategie in konsequent dezentralen Strukturen“, fußen, wie es die Pressesprecherin beschriebt. „Größe ist nicht unser Ziel“, versichert Schilling. „Sie verschafft uns aber die Möglichkeit, neue Impulse in den Regionen zu setzen.“ Die bisher gelebte Nähe zu den Mitgliedern und Kunden solle beibehalten bzw. weiter ausgebaut werden. „Mit dem Ausbau unserer Marktanteile wollen wir künftig der ‚Platzhirsch‘ vor Ort sein“, gibt er die künftige Marschrichtung vor. „Dass uns dies gelingen kann, liegt auch an der hervorragenden Eigenkapitalausstattung der beiden Häuser, die dem künftigen Institut ermöglicht, Neukreditgeschäft in Höhe von zwei Milliarden Euro zu generieren.“

Beide Vorstandsvorsitzende sind zuversichtlich, in den jeweiligen Vertreterversammlungen im Sommer 2020, die erforderliche 75 Prozent-Zustimmung für die Fusion der beiden Banken zu erhalten. Die soll dann rückwirkend zum 1. Januar 2020 wirksam werden.

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