Konzert des Hückeswagener Kammerchors „Vocale“ probt fürs Weihnachtsoratorium

Hückeswagen · Der Kammerchor der Evangelischen Kirchengemeinde Hückeswagen hat sich drei Kantaten aus Bachs großem Weihnachtswerk vorgenommen. Beim Adventskonzert am 11. Dezember wird es auch eine Premiere zu hören geben.

Der Chor „Vocale" unter der Leitung von Inga Kuhnert probt derzeit intensiv für die Aufführung des Weihnachtsoratoriums am dritten Adventssonntag.

Der Chor „Vocale" unter der Leitung von Inga Kuhnert probt derzeit intensiv für die Aufführung des Weihnachtsoratoriums am dritten Adventssonntag.

Foto: Jürgen Moll

Die Proben sind derzeit in vollem Gang – und wie das bei Proben so üblich ist, bekommt man in der Öffentlichkeit davon nicht viel bis gar nichts mit. Aktuell probt der Chor „Vocale“ der Evangelischen Kirchengemeinde Hückeswagen für sein großes Adventskonzert am Sonntag, 11. Dezember, in der Pauluskirche.

„Am dritten Adventssonntag findet bei uns in der Gemeinde traditionell ein großes Konzert statt“, erläutert Kantorin Inga Kuhnert im Gespräch mit unserer Redaktion. Zur Aufführung gebracht wird in diesem Jahr das berühmte Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach. Allerdings nicht das ganze Werk. „Das ist viel zu lang für ein einzelnes Konzert“, betont die Chorleiterin. „Normalerweise werden drei Kantaten ausgesucht, die dann für sich genommen abendfüllend sind.“ Sie hat daher die Kantaten eins, zwei und fünf ausgesucht. Mit einer Besonderheit, die so tatsächlich auch noch nicht zur Aufführung gebracht worden sei. „Wir hören nicht mit dem normalen Ende der fünften Kantate auf, sondern mit dem Schlusschor der sechsten Kantate“, sagt die Kantorin.

Das habe einen ganz einfachen Grund: „Es soll doch in der Adventszeit ein Ende mit Pauken und Trompeten geben. Und das ist in der fünften Kantate nicht gegeben, denn diese endet mit einem ganz schlichten und einfachen Choral“, erklärt Inga Kuhnert. Der Schlusschor der sechsten Kantate sei da schon ein völlig anderes Kaliber, mit festlich strahlendem Gesang und dazu passender Musik. „Der Choral hat den Titel ‚Jauchzet und Frohlocket‘. Damit fängt die sechste Kantate an, und damit endet sie auch“, sagt die Kantorin. Gesungen werde vom Chor dazu ein Text von Paul Gerhardt, den sie eigens dafür ausgesucht habe. „Das wurde meines Wissens nach noch nie so aufgeführt“, sagt Inga Kuhnert. Das Konzert werde in dieser Form etwa eineinhalb Stunden dauern. Die Proben finden 14-tägig donnerstags im Gemeindezentrum Lindenberg statt. „Die Hälfte unserer Sänger kommt nicht aus Hückeswagen, daher sind regelmäßigere Proben leider nicht möglich“, sagt die Kantorin. Aber umso wichtiger sei es daher, dass alle Sänger auch zu Hause ihre Stimmen einübten. „Es wird noch einen ganzen Probentag geben, da können wir natürlich auch noch einmal sehr intensiv proben und an den vielen Details in diesem Werk feilen“, versichert sie.

Aufgeführt wird das Weihnachtsoratorium nicht nur vom Kammerchor. „Es sind vier Solisten mit dabei – Veronika Madler am Sopran, Markus Auerbusch am Bass, Cornelia Orendi am Alt und Michel Breuer am Tenor – sowie das Kölner Barockorchester ‚Musica Sacra‘“, zählt die Kantorin auf. Sie habe alle Musiker und Solisten bereits vor einem Jahr verpflichten müssen, so lange seien die Vorläufe. „Das Orchester kenne ich noch aus meiner freiberuflichen Zeit“, erzählt Inga Kuhnert. Der Chor sei mit 25 Sängern – der Stammbesetzung und dazu einigen Gästen, die das Weihnachtsoratorium in Projektform mitsingen – insgesamt sehr gut aufgestellt. „Außerdem sind sie super motiviert, das merkt man in den Proben. Und ich höre auch, dass sie alle zu Hause ihre Stimmen üben“, berichtet Inga Kuhnert. Gemeinsame Proben mit dem Orchester und den Solisten seien aber natürlich keine möglich, das könne man irgendwann nicht mehr bezahlen. So werden alle Beteiligten erst in der Generalprobe das erste Mal zusammen die drei Kantaten spielen und singen können.

Das dürfte ein aufregender Moment sein, bei dem sich zeigen wird, wie gut die wochenlange Probenarbeit funktioniert haben wird. „Wir haben im September mit der Arbeit begonnen“, sagt Inga Kuhnert. Sie habe damals das Weihnachtsoratorium von Bach für das Adventskonzert vorgeschlagen. Sehr zur Freude des Chores, wie sich die Kantorin erinnert. „Die Sänger waren direkt begeistert. Sie fanden das richtig gut.“

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