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Hückeswagen: Virtuoser Chor „Vocale“ begeistert mit Volksliedern

„summertime!“-Konzert in Hückeswagener Pauluskirche : Virtuoser Chor „Vocale“ begeistert mit Volksliedern

Beim zweiten Konzert der Reihe „summertime!“ in der Pauluskirche durften diesmal die Besucher mit dem Chor „Vocale“ altbekannte Volkslieder mitsingen. Pianist Eckhard Richelshagen steuerte Klavier-Improvisationen bei.

Wer es mit dem deutschen Schriftsteller und Dichter Johann Gottfried Seume hält, muss sich fürchten vor „dem Lande, wo man nicht mehr singet“. Vor gar nicht allzu langer Zeit, als die Hoch-Zeit der Pandemie wütete, herrschte aus Infektionsschutzgründen auch hierzulande Gesangsverbot – zumindest in den Kirchen. Davon war am Sonntagnachmittag in der Pauluskirche nichts mehr zu spüren. Inbrünstig, wo erlaubt, sangen die Besucher tatkräftig mit. Und ihren freudigen Gesichtern nach zu urteilen, tat das sogar richtig gut.

Zum zweiten Konzertnachmittag der Sommerreihe „summertime!“ der Evangelischen Kirchengemeinde hatte der Chor „Vocale“ unter der Leitung von Kantorin Inga Kuhnert „Volkslieder – traditionell und ganz neu“ angekündigt. Dazu erschienen reichlich Zuhörer, die nahezu alle Bänke des Gotteshauses besetzten und neugierig auf ihren Einsatz warteten. Denn Mitsingen, erklärte Inga Kuhnert erfreut, sei bei diesem Konzert erlaubt – zumindest bei den vier Liedern, die im Programmzettel mit Text und in kursiver Schrift hinterlegt waren: „Wohlauf in Gottes schöne Welt“, „Mit Lieb‘ bin ich umfangen“, „Wenn ich ein Vöglein wär“ und „Das Wandern ist des Müllers Lust“. Für die übrigen zwölf Stücke hatte sich die Kantorin besondere Darbietungen ihres gemischten Chores überlegt.

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Heiter ging es los mit „Über Stock und Stein musst du wandern“, das den meisten durchaus bekannt war. Der Chor aber, in virtuoser Manier, zeigte gleich zu Beginn seine Vielfalt, sang mehrstimmig und ersetzte durch den satten Klang der tiefen Bassisten im Chor in Kombination mit den hellen, engelsgleichen Stimmen der Sopranistinnen sämtliche unterstützenden Instrumente. So schalte der Gesang himmlisch durchs Kirchenschiff. Als das Publikum auditiv auf die musikalische Stunde eingestimmt war, durften es mitmachen. Und es klang richtig gut, fügten sich die Konzertbesucher doch prächtig ein in den Gesang des Chors, so dass der Klang noch satter und voluminöser durch das evangelische Gotteshaus schallte. Die Mundwinkel einiger Konzertgäste zeichnete nach diesem mitgemachten Spektakel prompt ein Lächeln, und Sitznachbarn schauten sich überrascht an und nickten anerkennend.

Zusätzlich verschönerte Pianist und Musikschulleiter Eckhard Richelshagen das Konzert mit seinen interessanten Improvisationen und Variationen über verschiedene Volkslieder, wie etwa „Greensleeves“, „Es geht ein dunkle Wolk herein“ oder „Dat du min Leevsten büst“. Beseelt und glücklich verließen am Ende Chor, Pianist und Besucher die Pauluskirche, gewillt, nächste Woche, zum Konzert mit Gentle Folk der Band „No. 4 Mill Street“ wiederzukehren.