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Hückeswagen: Viele Stadtbäume sind kaputt – Rat bewilligt mehr Geld

Hückeswagen : Viele Stadtbäume sind kaputt – Stadt gibt mehr Geld aus

Die Auswirkungen des globalen Klimawandels werden auch auf lokaler Ebene spürbar.

Nach dem zweiten zu heißen und zu trockenen Sommer in Folge sieht es nicht nur in vielen Waldparzellen der Umgebung verheerend aus, auch die Bäume in der Stadt haben schwer unter den klimatischen Bedingungen gelitten. Viele sind kaputt, andere so schwer geschädigt, dass die Stadt in umfassende Pflegearbeiten investieren muss, um sie noch zu retten. Seit dem Frühjahr läuft die vollständige Erfassung des gesamten Baumbestands im Stadtgebiet. Jeder einzelne Baum im öffentlichen Raum wird dabei von einem Baumkontrolleur auf seinen Zustand hin untersucht.

Erstes Ergebnis: Der Zustand zahlreicher Bäume ist tatsächlich so extrem schlecht, dass schon zur Gefahren-Abwehr sofort etwas getan werden muss, Fällung nicht mehr zu rettender Baumstämme inklusive – wie die Kastanie am Wilhelmplatz vor der Montanus-Apotheke, die aufgrund starker Fäulnis Ende Juni gefällt werden musste. Das im Haushalt dafür bereit gestellte Geld fürs ganze Jahr reicht aber jetzt schon nicht mehr aus. Per Dringlichkeitsbeschluss haben daher Bürgermeister Dietmar Persian und Ratsmitglied Christian Schütte (CDU) die zusätzlichen Mittel von 30.000 Euro überplanmäßig bereitgestellt. Der dafür eigentlich zuständige Stadtrat segnete diesen Beschluss, der schon im Juli gefasst worden war, nun in dieser Woche nachträglich und einstimmig ab.

Auch die zusätzlich bewilligten 30.000 Euro werden nicht ausreichen, um damit vorbeugende Pflegearbeiten im städtischen Baumbestand zu finanzieren. „Nur der ganz dringende Handlungsbedarf kann mit dieser Summe befriedigt werden“, betonte Bauamtsleiter Andreas Schröder in der Ratssitzung. Vorrangig werden also Bäume gefällt, von denen unmittelbare Gefahr ausgeht, weil sie umzustürzen oder abzubrechen drohen. Viel mehr ist nicht drin. Die Stadt beauftragt Fremdunternehmen mit diesen Arbeiten, die von Mitarbeitern des gemeinsamen Bauhofs von Hückeswagen und Wipperfürth nicht zusätzlich geleistet werden können.

Im Rathaus geht niemand ernsthaft von einer Verbesserung der Situation in den nächsten Jahren aus. Der Haushaltsansatz für die Baumpflege wird deshalb für 2020 von vorneherein gegenüber den Vorjahren deutlich erhöht. Das wird Kämmerin Isabel Bever schon beim Haushaltsentwurf berücksichtigen, den der Bürgermeister traditionell in der letzten Ratssitzung des Jahres in den Rat einbringt. Konkret wird dann bei den Haushaltsberatungen Anfang 2020 in den politischen Gremien darüber zu sprechen sein, wie viel Geld die Stadt im nächsten Jahr für ihre Bäume bereitstellt.

Sicher ist bereits: Der globale Klimawandel fordert auch auf lokaler Ebene schon jetzt einen hohen Preis.