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Hückeswagen: Vernissage im Kultur-Haus Zach vereint bildliche Kunst und Musik

Kultur-Haus Zach in Hückeswagen : Vernissage vereint bildliche Kunst und Musik

Das Künstler-Ehepaar Sylvia und Manfred F. F. Wimmershoff vereint bildliche Digitalkunst und Musik zu neuen, erlebbaren Tatsächlichkeiten. Die Ausstellung im Kultur-Haus Zach wurde am Sonntag eröffnet.

Traumhaftes, Unbewusstes, Absurdes und Fantastisches sind Ausdrucksmittel des Surrealismus. Gepaart mit der modernen Technik der Digitalisierung werden so aus realistischen Abbildungen digitale Kunstwerke. Die Vernissage der März-Ausstellung im Kultur-Haus Zach am Sonntagabend machte genau das deutlich: Der Digitalkünstler Manfred Franz Friedrich Wimmershoff hatte nicht nur 24 Bilder und Skulpturen seiner farbenprächtigen und lebensbejahenden Werke mitgebracht. Zu seinen Bildern bekamen die Besucher und Gäste auch gleich die passenden musikalischen Kompositionen geboten, die aus der Feder von Ehefrau Sylvia Wimmershoff stammten und von einem Streicherquartett sehr gefühlvoll vorgetragen wurden. Zudem erhielten die Besucher eine Einführung in die ausgestellten Werke des Künstlers, der Surrealisten wie Salvador Dalí, Max Ernst und René Magritte als Vorbilder hat.

„Die Bilder sind abstrakte Strukturen, in denen es gilt, Realistisches zu entdecken und eigenen Assoziationen nachzuspüren“, sagte Sylvia Wimmershoff, die die einführende Rede zur Ausstellung übernommen hatte. Neben den auf Leinwand oder Plexiglas gedruckten, handsignierten Bildern sind auch Plastiken aus Glas und Kunststoff zu sehen. Ein Blickfang ist der lebensgroße „Transzendente Mann“ aus lichtdurchlässigem LISA-Kunststoff mit dem Zusatz: „Pass auf, dass du nicht zur Marionette anderer wirst.“

Trotz der Digitaltechnik, die eine Reproduktion einfach macht, ist es Manfred Wimmershoff wichtig, dass seine Werke Unikate bleiben. „Nur ein kleiner Teil meiner Werke wurde bisher gedruckt“, sagte der 73-Jährige, dessen Markenzeichen der markante Schnauzbart ist, der sich auch als Logo auf seinen Bildern wiederfindet. 200 Werke wurden bei der Vernissage als Digitalpräsentation eingeblendet.

Petra Niederhuxel und ihre Zwillinge Alana und Mika (10) nahmen sich Zeit, um Gesichter im Bild „Wassergeister im Sturm“ zu suchen. „Es ist eine Kunst, mit der auch Kinder etwas anfangen können“, sagte die Engelskirchenerin. Einige Kunstwerke, wie die Lebensspirale mit dem Titel „Turn around“ waren mit Lichteffekten und Farbwechsler animiert und schafften so zusätzlich zum Motiv eine besondere Stimmung. Als Premiere enthüllte das Künstlerehepaar das Bild „Blühende Vegetation“, das mit 200 Swarovski-Kristallen bestückt ist, die wie glitzernde Regentropfen auf der bläulichen Struktur wirkten.

Ilona Hauser hatte bereits vor längerer Zeit eines der Kunstwerke erworben, es aber für die Vernissage und Ausstellung freigegeben, da sich eine Komposition von Sylvia Wimmershoff auf dieses Bild bezog. Die Musikaufnahme des Stücks erhält die Kunstliebhaberin aus Leichlingen demnächst als Zugabe zu dem Bild. „Als ich das Bild zum ersten Mal gesehen habe, wusste ich, das ist es“, sagte Ilona Hauser. „Jedes Mal, wenn man draufguckt, sieht man etwas anderes.“

Genau das ist die Intension von Wimmershoff. Seine Kunstwerke haben gemeinsam, dass ihr jeweiliger Ursprung im Prinzip des Zufalls (Aleatorik) liegt. Dabei bilden seine Bilder keinesfalls die Natur ab, sondern stellen neue eigene Tatsächlichkeiten dar, deren Bedeutsamkeit der der Natur nicht nachsteht.

Vom Kultur-Haus als Ausstellungsraum auf zwei Etagen, zeigte sich das Künstler-Ehepaar begeistert. Die Verbindung sei durch ein Gespräch mit Bürgermeister Dietmar Persian entstanden. Bis 22. März ist die Ausstellung zu den regulären Veranstaltungen zu sehen.

Für Wimmershoff stehen weitere interessante Projekte an, wie Ausstellungen in den Partnerstädten von Odenthal in Frankreich und Finnland, sowie eine Ausstellung in Kalifornien und eventuell in Moskau.