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Hückeswagen: UWG tritt nicht zur Kommunalwahl an

Nach 31 Jahren im Stadtrat : UWG tritt nicht zur Kommunalwahl an

Nach 31 Jahren wird die Unabhängige Wählergemeinschaft im Herbst aus dem Stadtrat verschwinden, denn sie tritt nicht mehr an. Ihr Ziel ist es nun, sich in den nächsten Jahren zu konsolidieren und sich 2025 wieder den Wählern zu stellen.

Auf Akzeptanz bei den Hückeswagener Wählern stieß die UWG damals sofort: 1989 gegründet als Abspaltung von der CDU – unter anderen war der frühere Bürgermeister Dr. Friedrich Weyer „Geburtshelfer“ der Wählergemeinschaft –, schaffte es die UWG bei der Kommunalwahl am 1. Oktober des selben Jahres auf Anhieb in den Stadtrat: 6,4 Prozent der Stimmen entfielen auf sie, wodurch zwei Stadträte in das Gremium einzogen. Die beste Zeit lag in den 90er Jahren, als die UWG zweimal mehr als elf Prozent der Stimmen holte (s. Info-Kasten) und jeweils vier Vertreter in den Rat entsandte. Doch wenige Monate nach der Wahl 1999, im Sommer 2000, spaltete sich auch die UWG: Nach internen Querelen zog das Ehepaar Ralf und Brigitte Thiel von dannen und gründete die FaB. Die wird aller Voraussicht nach auch im neuen, am 13. September gewählten Stadtrat vertreten sein. Die UWG wird es definitiv nicht: „Die UWG Hückeswagen e.V. hat sich dazu entschlossen, an der Kommunalwahl 2020 nicht teilzunehmen“, teilte deren Vorsitzender Robert Brüning mit. Damit endet eine 31-jährige Ära.

Doch wenn es nach Jürgen Thiel und Michael Wolter geht, dann wird die UWG nur eine fünfjährige Pause machen. Denn sowohl der stellvertretende Vorsitzende als auch der Fraktionschef stellen im Gespräch mit unserer Redaktion klar, dass sie bei der Kommunalwahl 2025 wieder mit von der Partie sein wollen. „Wir pausieren jetzt und versuchen, uns wieder neu aufzustellen“, sagt Wolter mit Blick auf die Kommunalwahl in fünf Jahren.

Verschiedene Gründe hätten letztlich zu dem Entschluss geführt, in zehn Wochen nicht wieder anzutreten, betont Thiel. Der Mitbegründer und langjährige Vorsitzende macht deutlich, dass die UWG zwar alle 15 Wahlbezirke besetzt bekommen hätte. „Das müssen nicht unbedingt nur Mitglieder sein“, erläutert er. Deren Zahl gibt Wolter mit zehn an. „Aber wir möchten gute Qualität anliefern; dafür wählen uns die Bürger schließlich“, unterstreicht Thiel. Doch genau die, so seine Befürchtung, hätte es im künftigen Stadtrat womöglich nicht mehr gegeben.

Zurzeit ist die UWG durch Michael Wolter, Jürgen Thiel und Alexandra Kewel im Stadtrat vertreten – Wolter hatte bereits im Februar verkündet, nicht wieder antreten zu wollen. Thiel will auch nicht mehr, und auch die im April 2019 für Brüning nachgerückte Kewel verspürt offenbar ebenfalls keinen Drang, über die aktuelle Legislaturperiode hinaus im Rat zu sitzen. Zwar verfügt die UWG noch über drei sachkundige Bürger, doch scheint es laut Thiel derzeit niemanden mit ausreichender politischer Erfahrung in den eigenen Reihen zu geben, der die hohen Anforderungen der Wählergemeinschaft an die politische Arbeit erfüllen kann. Und für Wolter ist auch eine „zweite Reihe“ für eine gute politische Arbeit im Rat und in den Ausschüssen notwendig. „Die haben wir aber aktuell nicht“, gesteht er. Daher wird sich die UWG in den kommenden fünf Jahren auf die „außerparlamentarische“ Arbeit fokussieren.

Vorgesehen ist aktuell, dass sich die Mitglieder mindestens einmal im Quartal treffen, wozu auch interessierte Hückeswagener willkommen sind. Zudem sollen die Ausschuss- und Ratssitzungen besucht werden, „um uns auf dem Stand zu halten“, sagt Wolter. Zudem „werden wir unsere Verpflichtungen gegenüber der Bürgerschaft weiterführen“, betont Brüning. Das bedeutet etwa, dass die UWG ihre Mitgliedschaften in Vereinen wie dem 3-Städte-Depot oder dem Partnerschaftskomitee aufrecht erhalten will.

Während Wolter den bisherigen UWG-Wählern rät, seine Stimme bei der Wahl am 13. September CDU, SPD, FDP oder Grünen zu geben, will Thiel weder für die Bürgermeister- noch für die Stadtratswahl eine Empfehlung abgeben. „Aber ich möchte, dass alle ihr Wahlrecht in Anspruch nehmen“, appelliert er.