Hückeswagener Grundschulen Unterstützung für ukrainische Schulkinder

Hückeswagen · An den beiden Hückeswagener Grundschulen werden geflüchtete Mädchen und Jungen aus der Ukraine ab sofort von zusätzlichen Lehrkräften gefördert.

Viele ukrainische Kinder, die aus ihrer Heimat vor dem Krieg geflohen sind, müssen erst einmal das lateinische Alphabet lernen.

Viele ukrainische Kinder, die aus ihrer Heimat vor dem Krieg geflohen sind, müssen erst einmal das lateinische Alphabet lernen.

Foto: dpa/Waltraud Grubitzsch

Wer über das Thema Integration geflüchteter Menschen nachdenkt, wird immer wieder auf den Erwerb der jeweiligen neuen Sprache kommen. Der ist unabdingbar, um in der neuen Heimat ankommen zu können. Da aktuell aus der Ukraine vor allem sehr viele Mütter mit ihren Kindern vor dem russischen Angriffskrieg auch in die Schloss-Stadt kommen und für diese Kinder ab dem ersten Tag Schulpflicht besteht, findet diese Spracherwerbsförderung auch in den beiden Grundschulen statt.

Da dies aber neben dem jeweiligen regulären Unterricht geleistet werden muss, haben die Schulleitungen zusätzliches Personal über einen Landesfördertopf beantragen können. An der Grundschule Wiehagen ist die neue Lehrkraft bereits angestellt worden. „Wir haben die Stelle ausgeschrieben, und seit Anfang November ist eine zusätzliche Lehrkraft für acht Wochenstunden bei uns – zunächst einmal bis zu den Sommerferien“, sagt Schulleiterin Claudia Paradies. An der Blumenstraße gibt es in allen vier Jahrgängen Kinder aus der Ukraine. „Die meisten kommen ohne deutsche Sprachkenntnisse zu uns“, sagt Claudia Paradies. „Sollten sie schon lesen können – also das lateinische Alphabet –, kann man sich zum Glück über das Handy und eine Übersetzungs-App verständigen. Aber wenn sie nicht lesen können, dann geht das natürlich nicht.“ Auch an der Löwen-Grundschule soll künftig eine zusätzliche Lehrkraft eingesetzt werden – hier allerdings für 14 Wochenstunden, teilt Schulleiterin Claudia Sträter mit. „Es gibt jemanden, der sich auf das Ausschreibungsverfahren gemeldet hat – und den ich gerne einstellen würde. Ich gehe auch davon aus, dass das klappt.“ Im Moment liege die Bewerbung allerdings noch beim Schulamt. Ziel und Schwerpunkt der Arbeit der neuen Lehrkraft sei es, die Sprache zu vermitteln. Sowohl im ganz regulären Unterricht, aber auch in besonderem Einzelförderunterricht, an dem nur die ukrainischen Kinder teilnehmen. „Im Mittelpunkt des Grundschulunterrichts steht ja auch, den Kindern ein Gefühl der Sicherheit zu geben. Und dazu gehört, sich verständigen zu können“, sagt Claudia Paradies. Das gehe ohne Sprachkenntnisse eben auch über Mimik und Gestik.

Beim Umgang mit den zahlreichen geflüchteten Kindern aus der Ukraine könne man auch auf die Erfahrungen der vergangenen Jahre zurückgreifen, versichert Claudia Paradies. „Wir haben 2015 und in den Folgejahren Vieles gelernt, das uns jetzt zugutekommt“, sagt die Schulleiterin. Zufrieden sei sie auch mit dem Ablauf der Stellenbesetzung. „Das ging relativ flott. Ich habe einen Monat, nachdem die Stelle ausgeschrieben war, die Zusage bekommen.“ Ihre Kollegin von der Löwen-Grundschule kann da also guter Dinge sein, dass es auch hier nicht mehr lange dauern wird.

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