Hückeswagen: Turm der Johanniskirche muss im Frühjahr 2020 saniert werden

Evangelische Kirchengemeinde Hückeswagen : Johanniskirche – Turm muss saniert werden

Die Holzverschalung ist marode. Saniert wird aber erst im Frühjahr 2020, weil es aktuell schwierig ist, Handwerker zu beauftragen.

Es hatte nicht viel gefehlt, und der Turm der Johanniskirche wäre um die Jahrtausendwende in die Tiefe gestürzt. Denn sein Holt war an vielen Stellen verfault, und so blieb der Evangelischen Kirchengemeinde nur, den Turm mit Hilfe eines Kranwagens abnehmen zu lassen, ihn zu sanieren und wieder aufzusetzen. Seit Ende Juni 2000 thront er wieder auf dem Gotteshaus,das seit siebeneinhalb Jahren ein Kolumbarium ist (s. unten stehenden Artikel). Nach 20 Jahren muss im Frühjahr erneut Hand angelegt werden am Turm, denn die Holzverschalungen inklusive der Schallläden sind sichtbar marode. „Die Farbe blättert ab, und das Holz fasert langsam auf“, hat Baukirchmeister Friedhelm Selbach festgestellt. Der Hückeswagener Architekt kündigt daher an: „Sie müssen mit einem neuen Anstrich versehen werden.“

„Die Schallläden am Kirchturm der Johanniskirche bestehen aus Holzlamellen, die der Schall- und Klangabstrahlung des Glockengeläuts dienen“, erläutert Selbach. So läuten die Glocken der Kirche – drei sind’s insgesamt – bei Beerdigungen im Kolumbarium oder auf dem Friedhof. Denn in ihrem Inneren werden immer noch Trauerfeiern ausgerichtet, auch von katholischen Christen und Konfessionslosen. Zudem tragen die Schallläden zum Schutz gegen das Einfliegen von Vögeln bei und verhindern das Eindringen von Schnee und Regen.

Zirka 35.000 Euro aus der Substanzerhaltungspauschale wird die Sanierung nach derzeitigen Berechnungen kosten – Geld, das im Haushalt der Kirchengemeinde für dieses Jahr eingestellt ist. Der größte Posten dafür ist der für das Gerüst. Das soll an die zur Löwen-Grundschule hin gelegenen Seite und über das Eingangsportal errichtet werden. Auch wird es über eine Dachhälfte gebaut,damit die Handwerker an den Turm gelangen können. Entsprechend stabil muss das Gerüst gebaut werden.

Doch genau das Gerüst ist momentan das Problem, weshalb die für den herbst geplante Turmsanierung um einige Monate verschoben werden muss. „Ein Anstreicher stand bereits Gewehr bei Fuß“, versichert der Baukirchmeister. Allerdings haben die Gerüstbaufirmen derzeit offenbar so viel zu tun, dass er keinen Auftrag vergeben konnte. Nun hofft Selbach, dass das Projekt im Frühjahr angegangen werden kann. Die zwischenzeitlich überarbeiteten Ausschreibungen für die Gewerke gehen jetzt raus.

„Die Johanniskirche ist schon ein Schmuckstück“, betont er. Doch wenn man nichts tue, würde eine Sanierung wie die des Turms noch viel teurer. Daher sollten sie auch noch nach den Anforderungen des Denkmalschutzes in diesem Jahr vorgenommen werden, um potenziell höheren Schaden abzuwenden. Die denkmalrechliche Genehmigung seitens der Stadt hatte der Baukirchmeister auch schon eingeholt. Aber letztlich ist ihm und der Evangelischen Kirchengemeinde die hohe Auftragslage der Handwerker in die Quere gekommen.

Die Sanierung des Turm wird nicht die einzige sein, die die Evangelische Kirchengemeinde für 2020 angehen muss. So ist auch vorgesehen, den Bereich des Altars und der Kanzel der Pauluskirche zu erneuern, nachdem dort schon vor längerer Zeit Risse und Abplatzungen festgestellt worden waren. Anschließend soll die Orgel gesäubert und saniert werden. Dafür muss aber die Kanzel-Sanierung beendet sein, weil die viel Staub aufwirbeln wird.

Mehr von RP ONLINE