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Hückeswagen: Tempo 30 an der Bachstraße auf Höhe des Kindergartens

Verkehrsberuhigung : Tempolimit unterhalb der „Rappelkiste“

Kindergartenleitung, Erzieher, Eltern und Kinder atmen auf: Unterhalb des Kindergartens an der Bachstraße gilt ab sofort Tempo 30 – von Montag bis Freitag in der Zeit zwischen 7 und 17 Uhr. In den Ferien wird das Limit aufgehoben.

Sie haben lange darauf gewartet, jetzt wurde die Maßnahme auch endlich in die Tat umgesetzt. Ab sofort gilt Tempo 30 als Höchstgeschwindigkeit an der Bachstraße unterhalb des Kindergartens „Rappelkiste“. Kindergartenleitung, Erzieher, Eltern und Kinder freuen sich, dass das Tempo reduziert wurde. Möglich wurde das nach einer Änderung der Straßenverkehrsordnung: Demnach soll an Kindergärten, Schulen und anderen Einrichtungen, die an stark frequentierten Straßen liegen, die zulässige Höchstgeschwindigkeit grundsätzlich auf 30 km/h beschränkt werden. „Dies ist vom zuständigen Straßenverkehrsamt des Oberbergischen Kreises nun auch für den Kindergarten Rappelkiste an der Bachstraße angeordnet worden. Die Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h gilt montags bis freitags von 7 bis 17 Uhr“, teilte die Stadtverwaltung mit. Die entsprechenden Schilder wurden in der vergangenen Woche von der Straßenmeisterei Wipperfürth aufgestellt. „Während der Ferien des Kindergartens werden die Schilder zugeklappt“, kündigt die Stadt an.

Große Freude im Kindergarten: „Wir haben das mit Erstaunen am Montag festgestellt, denn die Maßnahme war schon länger angekündigt, wir wussten aber nicht genau, wann Tempo 30 kommt“, sagt Leiterin Beate Goller-Martin. Sie glaube schon, dass das nun einen großen Unterschied zum vorherigen Zustand macht. Schließlich sei die Einrichtung viel mit den Kindern unterwegs und habe schon so manch brenzlige Situation auf diesem Streckenabschnitt erlebt. „Die Autos rauschen hier vorbei, wobei viele Autofahrer wahrscheinlich gar nicht wissen, dass es uns hier gibt“, sagt die Leiterin. Gerade viele Berufstätige würden die Bachstraße täglich nutzen, so werde die Durchgangsstraße schon zu einer Belastung für die Kinder der „Rappelkiste“.

Deshalb gehen die Mädchen und Jungen mit ihren Erziehern meist auch den Weg oberhalb der Einrichtung und vermeiden somit die viel befahrene Hautverkehrsstraße unten. „Wenn wir uns zum Beispiel auf den Weg zur TBH-Halle machen, nehmen wir das Gässchen, das von der Bachstraße hoch zur Heidenstraße führt“, berichtet Beate Goller-Martin. Auch um in den Wald zu gelangen, nutzen die Rappelkisten-Kinder meist den Weg durch die Siedlung oberhalb der Einrichtung. „Wir müssen hier an der Bachstraße immer auf der Hut sein“, warnt die Leiterin. Ob Lkw, oder schnelle Autos – der Bürgersteig sei einfach nicht an allen Stellen breit genug, um mit den Kindern sicher unterwegs zu sein. Zur Stadtbücherei werde der Weg zwar etwas breiter, „aber wir sprechen dennoch viel mit den Kindern, geben ihnen Hinweise, und die informieren sich auch schon gegenseitig“, sagt sie. Gehen die Kinder über die Bachstraße, so werden sie gebeten, immer dicht an den Hecken oder an der Wand zu gehen. „Das ist für unsere Erzieher schon eine große Herausforderung und Verantwortung“, meint Beate Goller-Martin. Auch viele Schulkinder würden den Weg über die Bachstraße zu den Grundschulen nutzen.

Doppelt aufpassen müssen auch die Eltern, die an der Bachstraße parken, um ihre Kinder zu bringen. Die Einrichtung betreut zurzeit 21 Kinder zwischen zwei und sechs Jahren. Da wird es zu den Bring- und Abholzeiten schon mal eng. „Der Bürgersteig unterhalb der Rappelkiste wurde zwar eigens dafür abgesenkt, aber die Situation bleibt natürlich trotzdem problematisch“, weiß die Leiterin. Gefährliche Situationen gebe es da immer mal wieder. Einige Eltern würden auch die Wohnsiedlung oberhalb über die Heidenstraße nutzen, um ihre Kinder dann das kleine Gässchen runter zur Rappelkiste zu bringen.

Beate Goller-Martin hofft jetzt einfach darauf, dass den Autofahrern durch das Tempo 30 bewusst wird, dass es sich bei der Rappelkiste um einen Kindergarten handelt und deshalb die Geschwindigkeitsbegrenzung gerechtfertigt ist.