Hückeswagen:Talsperren haben genug Wasser

Bilanz Wupperverband : Bever-Talsperre fehlen im Schnitt 177 Liter Regen

Weiterhin sehr trocken – so fasst der Wupperverband den Monat Oktober zusammen. Die Regenmengen lagen erneut deutlich unter dem Durchschnitt.

Der Herbst – eigentlich bekannt für kurze, dunkle Regentage, wies in diesem Jahr ganz andere Merkmale auf: Durch Hochdruckeinfluss war der Oktober eher trocken, warm und sonnig. Die Konsequenz: Den Talsperren im Wuppergebiet fehlen bis zu 177 Liter Regen. Insgesamt fielen dort nur 40 bis 50 Prozent der durchschnittlichen Regenmengen. Besorgniserregend sind die Füllstände der Talsperren aber dennoch nicht, zeigt die Bilanz des Wupperverbandes.

Die Schulkinder dürfte es gefreut haben: In der ersten Herbstferienwoche regnete es in diesem Jahr gar nicht, in der zweiten Woche gab es etwas Regen. Insgesamt regnete es im Oktober nur an neun bis elf Tagen im Wuppergebiet. Am meisten regnete es im letzten Monatsdrittel. Das zeigt die Bilanz des Wupperverbandes. Der 30. Oktober war der nasseste Tag in diesem Monat, an der Bever-Talsperre wurden dort beispielsweise 18 Liter pro Quadratmeter gemessen.

An allen Messstellen im Wuppergebiet lagen die Regenmengen im Oktober unter dem Durchschnitt. Am meisten Regen konnte da noch die Station Neumühle an der Vorsperre Große Dhünn verzeichnen. Mit 55 Litern pro Quadratmeter fielen hier rund 26 Liter mehr Regen als an der Messstelle in der Kläranlage Leverkusen. Nur rund 43 Prozent der durchschnittlichen Monatsmenge konnte so in der Kläranlage gemessen werden. Auch an der Bever-Talsperre in Hückeswagen fielen mit 47 Litern Regen pro Quadratmeter nur rund 43 Prozent des Durchschnitts. Den gleichen Prozentanteil erzielte die Messstelle Kläranlage Burg in Solingen mit 50 Litern pro Quadratmeter. Noch schlechter sah es in Wuppertal aus: Nur rund 41 Prozent des Monatsdurchschnitts konnten hier gemessen werden. 37 Liter Regen fielen hier pro Quadratmeter im Monat Oktober.

Doch die Niederschläge im sogenannten Wasserwirtschaftsjahr 2018 waren sehr unterschiedlich verteilt – Ein Wasserwirtschaftsjahr geht jeweils vom 1. November eines Jahres bis zum 31. Oktober des kommenden Jahres. Während es im November und Dezember 2017 und im Januar 2018 durchschnittlich viel mehr regnete, war der Februar und die Monate Juli bis Oktober deutlich zu trocken. Die Monate März bis Juni lagen hingegen im Soll, das aber vor allem deshalb, weil im Mai und Juni durch Starkregen viele Regen in kurzer Zeit fiel. Der nasse Winter hatte einen entscheidenden Vorteil: Die Talsperren des Wupperverbandes hatten im Frühjahr einen sehr guten Wasservorrat. Die Bereitstellung von Rohwasser aus den Trinkwassertalsperren und die Wasserabgabe in Trockenzeiten war somit gewährleistet. Auf diese Weise hatten beispielsweise Wupper und Dhünn auch in extremen Hitze-und Trockenphasen ausreichend Wasser.

Und auch jetzt haben die Trinkwassertalsperren des Wupperverbandes noch genug Wasser: zu 97 Prozent ist beispielsweise noch die Herbringhauser Talsperre gefüllt. Die Hauptsperre der Großen Dhünn-Talsperre ist zu 58 Prozent gefüllt, etwa 1,5 Millionen Kubikmeter mehr als in demselben Zeitraum des Jahres 2017.

Die Wupper-Talsperre hat aktuell einen Füllstand von 28 Prozent. Sie wurde vorrangig zur Wasserabgabe an die Wupper genutzt. Die Bever-Talsperre in Hückeswagen ist derzeit zu 59 Prozent gefüllt.

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