Hückeswagen: Symbolischer Akt zweier Bürgermeister gegen Atomwaffen

Hückeswagener Schloss : Symbolischer Akt zweier Bürgermeister gegen Atomwaffen

Die Bürgermeister von Hückeswagen und Wipperfürth engagieren sich in der Aktion „Mayors For Peace“ und demonstrieren damit gegen Atomwaffen in der Welt.

Die Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene zwischen den Nachbarstädten Hückeswagen und Wipperfürth im Rahmen des Projekts Shared Services ist aller wechselseitigen Frotzeleien zum Trotz sehr gut. Ein gemeinsamer Bauhof oder das Stadtarchiv sprechen da eine deutliche Sprache. Aber auch wenn es um symbolträchtige Aktionen geht, schwimmen die Bürgermeister Dietmar Persian und Michael von Rekowski auf einer Wellenlänge. Sichtbar war dies jetzt an beiden Rathäusern, wo jeweils eine besondere Flagge wehte. „Unsere Städte Wipperfürth und Hückeswagen sind einem Netzwerk von rund 7700 Städten in 162 Ländern beigetreten: Mayors For Peace, Bürgermeister für den Frieden“, erläuterte Persian den Hintergrund der Aktion.

Ins Leben gerufen wurde das Netzwerk, das sich gegen atomare Aufrüstung und Atomkrieg wendet, im Jahr 1982 vom damaligen Bürgermeister Hiroshimas, Takeshi Araki. Die japanische Hafenstadt war am 6. August 1945 das Ziel des ersten Kriegseinsatzes mit Kernwaffen. Es sei natürlich eher ein symbolischer Akt, aber einer, der ihnen sehr wichtig sei, versicherten die beiden Bürgermeister. „Wir haben mit einigen Amtskollegen, etwa Rainer Bleek in Wermelskirchen, darüber gesprochen. Und wir leben jetzt wieder in einer Zeit, in der man offensichtlich leider wieder verstärkt darauf hinweisen muss, wie groß die Gefahr eines Atomkriegs ist“, betonte der Hückeswagener Bürgermeister. Sie seien zudem von Bürgern darauf angesprochen worden, Teil des weltweiten Netzwerks zu werden, sagte von Rekowski.

„Es gibt nun keine konkreten Maßnahmen, die erarbeitet werden. Aber wir als Stadtoberhäupter wollen deutlich machen, dass uns die Sicherheit unserer Bürger am Herzen liegt“, unterstrich Persian. Sichtbar werde dies am 8. Juli eines jeden Jahres, dann würden die Mayors-For-Peace-Fahnen an den Rathäusern wehen.

Es stecke eine innere Überzeugung hinter der Entscheidung, sagte der Wipperfürther Bürgermeister. „Wir kommen beide aus einer Generation, in der wir aktiv den Kriegsdienst verweigern mussten. Meine innere Überzeugung – für Frieden, gegen Atomwaffen – ist schon seit dem Abitur vorhanden.“ Persian ergänzte: „Meine Frau und ich haben vier Kinder, die immer wieder Gastkinder aus der ganzen Welt mitbrachten. Völkerverständigung ist mir ein besonders wichtiges Anliegen.“

Deutschland ist das teilnehmerstärkste Land Europas: 653 Städte sind dem Netzwerk bereits beigetreten, an zweiter Stelle folgt Spanien mit 391 Städten, auf dem dritten Platz liegt Belgien mit 375 Städten. Interessanterweise steht Iran mit 1016 Städten in der Rangliste sehr weit oben, wohingegen in den USA lediglich 215 Städte Teil des Netzwerks sind.

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