Hückeswagener Künstler stellt aus Blick in eine finstere Zukunft

Hückeswagen · Noch bis Sonntag ist die erste Ausstellung des Künstlers Sven Raik Bernick zu sehen. An und in der ehemaligen roten Fabrik An der Fuhr präsentiert der Hückeswagener sich und seine Werke in seinem Atelier – und auch Arbeiten seiner Freundin Ute Tietze.

 Ein Exponat des Künstlers Sven Raik Berneck: Eine große Pferde-Skulptur aus Stahl.

Ein Exponat des Künstlers Sven Raik Berneck: Eine große Pferde-Skulptur aus Stahl.

Foto: Moll, Jürgen (jumo)

Der Hof an der ehemaligen roten Fabrik An der Fuhr ist normalerweise abgesperrt, nicht so aber von Donnerstag bis zum kommenden Sonntag. Denn in dieser Zeit präsentiert der junge Hückeswagener Künstler Sven Raik Bernick sich und seine Werke in seinem Atelier – und, zusammen mit Arbeiten seiner Freundin Ute Tietze, auch im Innenhof. An diesen vier Tagen gewährt der 26-Jährige, der erst seit Februar in der Schloss-Stadt lebt und arbeitet, einen Einblick in seine Kunst. Unter dem Titel „Maßnahme X“ wirft er einen Blick in eine dystopische (finstere) Zukunft, in der die Frage nach dem künftigen Leben der Menschheit gestellt und, zumindest aus Künstler-Perspektive, auch beantwortet wird.

Auf dem Boden fallen dem Besucher direkt in großen Lettern verfasste Zitate ins Auge. „Die sind aus dem Buch ‚21 Lektionen für das 21. Jahrhundert’ des israelischen Historikers Yuval Noah Harari, das ich gerade lese“, sagt der 26-Jährige. Sie passen vor allem zu den großen Stahl-Skulpturen, die den meisten Raum einnehmen. So steht da etwa: „Vielen Menschen blüht womöglich das Schicksal (...) der damaligen Pferde, die mit der Zeit ganz aus dem Arbeitsmarkt gedrängt wurden.“

Drei große Pferde-Skultpuren aus Stahl könnten hier das Schicksal der Arbeitnehmer symbolisieren, deren Arbeit durch die zunehmende Digitalisierung verschwindet: Zunächst ist da ein Schaukelpferd – vielleicht das junge Kind, das noch nicht weiß, wohin es sein beruflicher Weg einmal führen wird. Dann sieht der Betrachter zwei ineinander verschlungene Pferde, voller Kraft und Leben, die miteinander spielen – der Mensch in der Blüte seines Daseins. Und schließlich ein altes, müdes und nicht mehr gebrauchtes Pferd, das nach draußen schleicht. Daneben steht, beinahe ein wenig versteckt, die wohl sinnhaftigste Frage der Ausstellung: „Was bleibt?“

Es sind aber auch kleine Werke zu sehen: Pferde, aus Ton geformt und glasiert. Sie stehen auf dem Boden, die meisten haben keine Beine. Es wirkt, als wären sie aus dem Boden gewachsen, würden sich erheben – oder, je nach Sichtweise, darin versinken. Im Hof schließlich liegt die nicht fertige Holzskulptur, an der Bernick gerade arbeitet. „Wenn ich ein wenig Zeit habe, kann ich daran weiterarbeiten. Das ist vielleicht auch für den einen oder anderen Besucher interessant“, sagt der 26-Jährige.

Öffnungszeiten heute, Freitag, 13 bis 20 Uhr, Samstag und Sonntag jeweils 11 bis 20 Uhr. Der Eintritt ist kostenfrei.

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